So wie heute mag ich den Sommer! Jedenfalls solange ich nicht irgendwo an einem Strand liege und ins Wasser hüpfen kann. Round about 24°C – das ist die Temperatur, bei der ich auch im Garten noch zur Hochform auflaufe. Heute Morgen habe ich zunächst mal vorn am alten Haus (Garagenhof) Massen an Stinkendem Storchschnabel (Geranium robertianum oder Ruprechtskraut) aus dem Kiesbeet gezogen. Den Geruch habe ich immer noch in der Nase. So hübsch das Pflänzchen auch aussieht, aber es stinkt wirklich.


Anschließend ging’s dann noch an ein Beet im Vorgarten und schließlich an unseren Rasen bzw. Wiese. Der hintere Teil war mal wieder fällig. Und der wird immer mehr zur Wildblumenwiese. An sich ja ganz schön, aber zu hoch werden darf das Ganze nicht. Ich muss es noch mähen können. Grundsätzlich sind mir die vielen Wildkräuter aber lieber als das Moos. Eine Stelle von etwa 1 qm habe ich übrig gelassen. Ich will es mir mit den Insekten schließlich nicht ganz verderben. Schau mal, was dort alles blüht:

Von links im Uhrzeigersinn: Kleine Braunelle (Prunella vulgaris) und Weißklee(Trifolium repens) , Gänseblümchen und Kleiner Klee (Trifolium dubium), Wiesenpippau (Crepis biennis) und schließlich der Spitzwegerich (Plantago lanceolata).

Die Kleine Braunelle wurde früher in der Kräutermedizin als Allheilmittel genutzt. Sie ist antibiotisch wirksam und wurde als Heilmittel gegen Diphtherie eingesetzt. Falls es euch interessiert, schaut euch mal diesen Artikel an: Die Kleine Braunelle – ein vergessenes Allheilmittel. Ich fand den total interessant und überlege mir schon, ob ich nicht vor dem nächsten Rasenmähen ein paar Blütenköpfchen pflücken und als Salatzugabe verwenden soll.

Auch die „Wegeriche“ sollte man kennen, allen voran der Spitzwegerich. Ich erinnere mich an eine Kräuterwanderung, auf der man uns die Blütenknospen kosten ließ, die ein wenig an Champignons erinnern. Außerdem sollen die Blätter, wenn man sie verreibt, gegen das Jucken von Mückenstichen helfen. Er enthält antibakterielle und blutstillende Wirkstoffe und war 2014 Arzneipflanze des Jahres. In diesem Jahr ist das übrigens der Saat-Hafer, als Avena sativa gut bekannt.

Weißklee ist eine Futterpflanze und enthält den Wirkstoff Coumestrol mit östrogener Wirkung.
Wiesenpippau ist dem Löwenzahn sehr ähnlich. Manchmal wird er mit dem giftigen Jakobskreuzkraut verwechselt. Allerdings sollte man die beiden Pflanzen an den Blüten unterscheiden können. Das giftige Kreuzkraut hat in der Mitte ähnlich wie das Gänseblümchen einen gelben „Knopf“.

Im Garten sind junge Eichelhäher unterwegs. Einen habe ich heute Morgen leicht betäubt auf der Terrasse gefunden. Er war wohl gegen eine Scheibe geflogen. Bei jungen Vögeln kommt das hin und wieder vor. Ich habe ihn vorsichtig aufgenommen und ins Wäldchen transportiert. Er ist bald darauf weitergeflogen. In Nachbars Garten konnte ich ihn (oder eins seiner Geschwister) fotografieren.

Hinten im Gräserbeet wird es nun an den Rändern endlich bunt. Die Sommerstauden blühen. Eine Indianernessel (Monarda) ist jetzt auch dabei. Das erste Mal, dass ich mit dieser Pflanze Glück habe.


Die Sommerblüher stehen noch in den Startlöchern, aber sie kommen mit Macht! Hoffen wir auf einen blütenreichen, schönen Sommer.