Archiv für August 2008
Die Päpstin
Es hat was für sich, wenn man als Diagonalleser den Inhalt mancher Bücher auch wieder schnell vergisst. Eigentlich wollte ich ja das Buch “Die Päpstin” nur zu Ende lesen – angefangen habe ich es vor 10 Jahren in Thailand. Damals musste ich es zurück geben, bevor ich damit zu Ende war. Zurück in Deutschland war ich dann zu geizig, das Buch nur für die fehlenden letzten Seiten zu kaufen. Nun habe ich es bei Booklooker supergünstig bekommen und lese es wieder von der ersten Seite an. Ich habe nur noch eine sehr diffuse Erinnerung daran und finde es auf’s Neue spannend. Erneut ein Buch, bei dem ich mich alle paar Seiten darüber aufregen könnte, wie früher mit Frauen umgegangen wurde. Das und wie sehr die Kirche ihre Macht praktisch von Anfang an missbraucht hat. Die Päpstin spielt noch etliche Jahrhunderte vor “Die Chronistin“, also kurz nach Karl dem Großen im 9.Jahrhundert n.Chr. Hier wird einmal mehr deutlich, wie sehr der Glaube darauf ausgelegt war (ist?) die Menschen zu verdummen. Es ist erschütternd ohne Ende. Bei meiner eigenen Wissbegier hätte ich damals sicher nicht lange überlebt.
Happy Burzeltag . . .
mein “Kleiner” – am 31. August 1986 erblickte Andi das Licht der Welt. Und auch das ist nun schon 22 Jahre her. Der “Große” wird dieses Jahr schon sechsundzwanzig. Ist ja alles wunderbar, aber so ein bisschen Wehmut kommt dennoch auf.

Linktipp
Tinctura vitae – ein bislang noch nie gelesener Blogname hat mich neugierig gemacht. Dort habe ich dann DIESEN herrlichen LINK entdeckt. Was könnte mich besser auf den Urlaub einstimmen *tränenlach*. Diese Tinktur hat sich bei mir glatt den Titel “Uisge Beatha” verdient.
Mein Wasserwerkskrimi
Sie zieht sich – die Wasserwerksallee. Einsam und allein spaziere ich todesmutig auf glattem Kopfsteinpflaster “so vor mich, das Wasserwerk zu entdecken, steht mir der Sinn”. Es ist später Nachmittag, die Sonne geht bereits unter, aber ich will es endlich wissen: gibt es dieses verwunschene Wasserwerk tatsächlich? Viele haben davon erzählt, aber hat es schon jemals wer gesehen? Leicht gewölbt, die Katzenköpfe von Generationen unbeirrter Sucher blank geschliffen, scheint der Weg kein Ende zu nehmen.


Ab und an vergessene Baumstämme . . .

undurchdringliches Grün . . .

der Weg zieht sich . . .

plötzlich leuchtet es blutrot . . .

der rote Abt hat sein Zeichen hinterlassen

Hinkelsteine künden von alten Zeiten . . .

Unheil verkündend schreit der Kauz (wo kommt der plötzlich her?) . . .

. . . der Weg zieht sich . . .

doch dann . . . Licht am Ende des Tunnels – äh – des Weges . . .

es ist geschafft – das Wasserwerk endlich erreicht!
Das historische Hattersheimer Wasserwerk ist tatsächlich nur über diese alte Allee zu erreichen ***, die nur für Fussgänger und Radfahrer zu begehen bzw. zu befahren ist (außer Forstfahrzeugen und vermutlich solchen, die zum Wasserwerk selbst gehören). Die Allee beginnt etwa auf der Höhe des Hattersheimer Rosariums, läuft dann linkerhand eine Weile an den Okrifteler Feldern vorbei, überquert eine S-Bahnlinie, die die Allee dann fast bis zu ihrem Ende linkerhand begleitet. Rechts befindet sich ein eingezäuntes Wasserschutzgebiet. Weil es im Grunde nichts zu beobachten gibt, zieht sich die Strecke für einen einsamen Spaziergänger wie Kaugummi. Und wer dann hofft, wenigstens dieses historische vom Jugendstil geprägte Industriedenkmal besichtigen zu können, wird zudem enttäuscht. Es gibt nur an wenigen Tagen im Jahr Führungen, man kommt noch nicht mal direkt an das Gebäude heran. Aber eine solche Führung soll sich lohnen und irgendwann werde ich den Termin mal erwischen. Und dann radel ich dahin, nochmal tu ich mir diesen Weg nicht an.Oder ich muss mir doch noch einen Hund zulegen

[ Beitrag wortgleich in den Fotoblog kopiert ]
*** Wenn ich mir den Hattersheimer Stadtplan so angucke, dann müsste es allerdings doch noch kürzere Wege zum Wasserwerk geben und auch zu anderen in der Nähe gelegenen Kunstwerken, Installationen oder wie man das nennen will. Man muss sich da nur erstmal orientieren. Von der Wasserwerksecke aus sollte es auch nicht mehr weit sein zu den Teilen des Naturschutzgebietes Weilbacher Kiesgruben, in denen sich die geschützten Teiche und der Silbersee befinden.
Wow – der Sommer . . .
ist wirklich zurück. Heute früh weckte mich schon die Sonne, kein Nebel mehr hier unten im Tal und jetzt am späten Vormittag ist es richtig, richtig gut warm und schön sonnig.
Gestern sind mir beim spaziergehen viele wunderschöne Spätsommerfarben vor die Linse gekommen, die ich in einer Collage zusammengefasst habe.

Ein paar einzelne Bilder zeige ich jetzt doch hier und nicht im Fotoblog. Da gibt es noch genug Opel-Zoo zu sehen

Dieser Schmetterlingsblüter bedeckt den gesamten Hügel um das “Haus des Dichters” herum.
Das Gelb leuchtet schon von weitem.

Auf dem Weg dorthin gibt es auch einige Rosenfelder.
Dort lag gestern Nachmittag ein wunderbarer Duft in der Luft.

Schlehen, Holunder und Hagebutten begleiten den Weg



Ob Biene oder Fliege – die Insekten mögen die gelben Blüten

Ein Hain, der sozusagen der “Grundstein” dieses Teils der Rhein-Main-Naturschutzroute war

Interessant ist ja, dass hier wirklich Naturschutz und Bewirtschaftung ganz eng nebeneinander funktionieren. Es gibt Reiterhöfe, den Kiesabbau, Wiesen mit Obst und Schafen und dann wieder für die Öffentlichkeit überhaupt nicht zugängliche Gebiete, wie den Silbersee und riesige Flächen, die einfach der Naherholung dienen.
Plan des Gebietes – für große Darstellung bitte anklicken
Eine interaktive Karte gibt es HIER




