Archiv für 13. August 2008

TV-Tipp // ZDF // Umwelt

Heute Abend im ZDF: Einsatz für Orang-Utans um 23:15 Uhr – siehe auch mein Beitrag vom 11. August

Als ich gestern Abend meinem Mann sagte, dass uns nun 10 Quadratmeter Regenwald gehören,  erzählte er mir von einem Bekannten, der zum Geburtstag die Patenschaft für einen kleinen Berggorilla geschenkt bekommen hatte.  Wenn das Geld dafür gesichert ist, dann ist das doch auch mal ein tolles Geschenk.

Zu meinen bevorzugten Sendern gehört inzwischen auch der ZDF-Dokukanal. Dort habe ich gestern Abend einen Teil einer Dokumentation gesehen “Die Zähmung Europas”, in der ich Dinge erfahren habe, die mir wirklich neu waren. Ich dachte bisher, dass der Rückgang der Wälder und die Ausrottung der Wildtiere ein kontinuierlicher Prozess gewesen sei, eine Folge der Vermehrung des europäischen Menschen an sich und seiner Ansprüche an einen kultivierten, landwirtschaftlich ertragreichen Boden. Das stimmt aber offenbar nur zum Teil. Neu war mir, dass es die Römer waren, die einen Großteil der europäischen Wildtiere ausrotteten, in dem sie Bären, Wölfe, wilde Stiere usw. in unglaublichen Massen nach Rom trieben, zur Erbauung der Bevölkerung in Gladiatorenwettkämpfen. Wobei viele Tiere auf dem Weg nach Rom verendeten. Große Wälder wurden später von der römisch-katholischen Kirche vernichtet, die ihre Klöster in die Wildnis setzten, das Land rodeten, wo sich dann Dörfer und Städte bildeten. Neu war mir aber auch, dass sich die Natur dann ab dem 14. Jahrhundert plötzlich wieder erholen durfte und zwar durch . . . die Pest! Unglaublich aber wahr. Die Pest dezimierte in Europa die Menschheit in einem solchen Maße, dass sich fast zweihundert Jahre lang die Wälder erholen konnten und die Wildtiere wieder von ihnen Besitz ergriffen. Dass danach in der Neuzeit wieder aus den verschiedensten Gründen abgeholzt wurde und sich die Menschheit rasant vermehrte, steht auf einem anderen Blatt.

Ich fand die Sendung hochinteressant und sie gab mir viel Stoff zum Nachdenken (z.B. auch die Blüte Irlands aufgrund des Kartoffelanbaus und die dramatischen Hungersnöte, als ein Pilz die Kartoffeln und Kartoffelpflanzen vernichtete.) Ich stehe schon immer auf dem etwas fatalistischen Standpunkt, dass wir Menschen es nicht schaffen werden, unsere Erde zu vernichten. Uns selbst vielleicht, das mag sein, aber nicht die Erde an sich. Selbst wenn wir uns durch von uns  selbst verursachte Klimakatastrophen zugrunde richten, wird es sicher Spezies geben, die auch mit den neuen Bedingungen klar kommen, da bin ich mir ganz sicher. Was uns im Moment natürlich nicht unbedingt beruhigen kann.

Ein paar Daten zur Pest: Die schlimmste Pestepidemie suchte im 14. Jahrhundert von 1347 bis 1352 ganz Europa heim. Bis ins 18. Jahrhundert brach die Pest in Europa immer wieder aus. Die letzte große Pest-Epidemie ereignete sich 1665/1666 in London und forderte hier zehntausende von Todesopfern. Der Pesterreger = Yersinia pestis wird vom Rattenfloh übertragen. Die Ratte an sich ist also nur ein Überträger, erkrankt aber selbst. Der Rattenfloh dagegen erkrankt nicht am Erreger, aber er überträgt ihn vom Tier auf den Menschen oder auch von Mensch zu Mensch. Die Pestbakterien kommen auch heute noch in wild lebenden Nagetierpopulationen vor – wie beispielsweise bei den Präriehunden, Erdhörnchen und Murmeltieren. Diese Populationen gelten als natürliche Reservoire des Pestbakteriums. Gegen das Pestbakterium gibt es heute Medikamente. Behandelt wird die Pest mit Antibiotika, und bei frühzeitiger Erkennung bestehen gute Chancen auf Heilung. Eingesetzte Wirkstoffe sind beispielsweise Streptomycin und Chloramphenicol sowie Kombinationen aus Tetracyclinen und Sulfonamiden. Dennoch werden immer wieder Ängste geschürt durch Horrorszenarien in denen Pestbakterien als biologische Kampfwaffen benutzt werden. Und tatsächlich ist bekannt, dass es in Russland Ende der 1980er Jahre gelang, die Pest in eine sprühbare Form zu bringen und gegen Antibiotika resistent zu machen.

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Hermann Haindl

Heute ist in der Tageszeitung ein Artikel über den Hofheimer Künstler Hermann Haindl, bei dem ich nur sage: Hut ab vor so viel Offenheit. Die Haindls sind ein interessantes Ehepaar und nicht nur künstlerisch, sondern auch gesellschaftspolitisch tätig (Haindl Tarot, Bachblütenkarten etc.)  Hermann Haindl (*1927) hielt in der Abschlussklasse der Main-Taunus-Schule einen sehr persönlichen Vortrag über sein Erleben des Dritten Reiches. Dabei erzählte er, dass er und warum er ein begeisterter Hitlerjunge war – nachzulesen HIER. Mir nötigt so etwas enormen Respekt ab, denn ich kenne fast nur Leute seines Alters, die diese Zeit am liebsten tot schweigen oder selbstverständlich davon überhaupt nichts gewusst haben.

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