Archiv für 30. September 2008
Deutschland, Österreich oder USA
. . . Ingrids (Hexerl’s) aktueller Beitrag hat mich nochmal zurück gebracht auf die Armut, die mir in den USA ebenfalls begegnet ist. Ihr sollte unbedingt mal auf Ingrids Seite gehen und dort lesen, was sie zu schreiben hat. Wir haben uns auf der Reise auch mit Amerikanern unterhalten, wenn es sich gerade anbot. Unter anderem mit einem Busfahrer, der aus Ohio stammt und meinte: die USA bekämen allmählich eine Klassengesellschaft. Ja, wo hat der Mann denn seine Augen! Glaubte der allen Ernstes noch an Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo alle gleich und frei sind? Amerika hat schon lange, wenn nicht sogar schon immer eine Klassengesellschaft. Es gab zwar nie den Adel, das Bürgertum und die Unfreien wie einst in Europa – wobei – stopp mal: unfrei waren eigentlich immer schon die Farbigen, egal ob schwarze Sklaven oder die Natives, nachdem der Weiße Mann ihnen das Land wegnahm. Heute gibt es ähnlich wie bei uns den Geldadel, eine immer dünner werdende Mittelschicht und die Armen. Und zu den Letzteren zählen immer noch in erster Linie die Farbigen, egal ob Schwarze, Latinos oder Indianer. In Südkalifornien kann man zusammengerollt aber auch auf der Wiese zur Not übernachten, in Deutschland und Österreich werden die immer zahlreicher werdenden Stadtstreicher bei diesem Versuch vermutlich erfrieren. Bei uns kann man auch nur sehr schlecht im Auto leben, wie ich es in den USA auch gesehen habe. Wer noch eines hat, ist gut dran. Es gibt alle Nase lang Tankstellen und Fast Food Restaurants mit kostenlosen sauberen Toiletten und Waschbecken, teilsweise sogar öffentliche Duschen, die jeder benutzen kann, solange er nicht zu schäbig aussieht. Versuch das mal einer bei uns! Nein, Ingrid hat schon recht: bei den derzeit nach wie vor steigenden Energiepreisen, denen offenbar niemand Einhalt gebieten kann und will, wird es für Viele auch in Europa in diesem Winter verdammt schwer werden. Irgendwie kann das nicht mehr lange gut gehen. Nur – was dann? Und wir haben in Deutschland noch nicht mal einen Barack Obama anzubieten, unter dessen Bild überall “HOPE” steht.

Und wieder daheim
So, da bin ich wieder und blogge vom häuslichen Frankfurter Schreibtisch aus. Wir sind gegen 10:30 Uhr heute vormittag angekommen, der Flug verlief problemlos, diesmal auch praktisch ohne Turbulenzen. Geschockt hat uns natürlich erstmal das Wetter hier, obwohl wir es ja ahnten. Es gießt in Strömen und ist ekelhaft kalt, zumindest wenn man an kalifornische Wärme gewöhnt ist. Die Jungmänner und die Katzen leben noch, die Fische auch und das Haus ist auch nicht abgebrannt – was will man mehr
Über alles andere schweige ich lieber, aber ich hab’s mir schlimmer vorgestellt *lach*. Nee, ich muss zwar morgen mal noch etwas gründlicher den Putzlappen schwingen, heute habe ich nur mal meine Küche wieder so hergerichtet, dass ich mich wieder auskenne. Stefan war vorhin kurz einkaufen und meinte beim Zurückkommen: irgendwie sind die Menschen hier hektischer und viel weniger freundlich. Mal sehen, ob ich das auch so empfinden werde, aber kann schon sein. In den USA war das Lächeln an der Tagesordnung, bloß nicht am Flughafen. Solche Stoffel wie dort bei der Security und Passkontrolle habe ich noch selten erlebt. Das ist echt schon pathologisch.
Hier ein paar Fotos ohne größeren Zusammenhang

Warten auf die Welle

Strandläufer – eine Brachvogelart?

In Phoenix – Arizona

Kolibris haben wir öfter auch im Freien gesehen. Sie waren aber zum Fotografieren zu schnell.
Bei diesen Bildern sollte es mir eigentlich warm werden, aber ehrlich gesagt, ist es mir im Moment fürchterlich kalt. Vermutlich bin ich auch noch müde, obwohl ich am Nachmittag zwei Stunden geschlafen habe. Im Flugzeug selbst kann ich nicht ordentlich schlafen. Aber ich will heute Abend ganz normal ins Bett gehen, in der Hoffnung, dass ich dann die Zeitumstellung schneller wieder verkrafte.

Dann wünsche ich mal noch einen schönen Abend und eine gute Nacht. Ab morgen werde ich dann auch wieder meine Blogrunden bei euch drehen.
Collage – Impressionen


