Industriedenkmäler

An diesem Wochenende kann man bei uns wieder eine Reihe von Industriedenkmälern besuchen. Auf der Route der Industriekultur sollte heute ein ganz und gar historischer Postbus fahren (siehe hier), aber der stand dann wohl nicht zur Verfügung. Deshalb mussten wir uns mit einem etwas jüngeren Oldtimer begnügen.

postbus

Mit ihm ging es vom S-Bahnhof in Hattersheim über die alte Wasserwerkschaussee zum Historischen Wasserwerk, das mitten im Wald liegt. Der Eine oder Andere erinnert sich vielleicht noch daran, dass ich im letzten Jahr mal diesen ewig langen Weg zu Fuß durch den Wald gedackelt bin und dann vor einem leider verschlossenen “Schlößchen” stand.

werkalt

Damals habe ich euch auch die schaurige Geschichte von meinem einsamen Waldspaziergang und der Begnung mit dem roten Abt erzählt ;-)

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hinkelsteine
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abt
Heute also stattdessen mit dem gelben Oldie:

chausseeEine ziemlich holprige Sache, aber wie sagt man? Besser schlecht gefahren als gut gelaufen!

Das 1909 im Jugendstil erbaute Wasserwerk ist normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es ist nämlich keineswegs nur Museum, wie ich heute gelernt habe, sondern sogar noch funktionsfähig, auch wenn es nicht genutzt wird. Aber man könnte es im Notfall innerhalb weniger Tage einsetzen.

tafel
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wasswerk1Das ist es! Sieht doch toll aus und liegt zudem in einem wundervollen Waldpark.

seeroseIm Garten darf natürlich auch ein Teich nicht fehlen

blaue1Der Vorraum ist mit wundervoll blau glasierten Kacheln gestaltet.
Hier gibt es auch eine große Schnittzeichnung durch das Wasserwerk.

blaue2Und einen Trinkwasserbrunnen mit Wasserspeier

Gelernt habe ich heute – und das war mir so nicht wirklich klar – dass unser Frankfurter Trinkwasser tatsächlich eines der saubersten und trinkbarsten Wasser ist und grundsätzlich aus dem Boden kommt. Wir haben zwar auch Wiederaufbereitungsanlagen, die Wasser aus Main und Rhein aufbereiten, so dass es fast Trinkwasserqualität besitzt, aber dieses Wasser wird dann wieder dem Boden zugeführt. Hier versickert es wieder und später dann erst wieder aus den tieferen Schichten quasi naturgefiltert entnommen. Anders als ich dachte, ist unser Trinkwasser nicht gechlort. Aktivkohlefilter bewirken die notwendige Entkeimung. Das ist in anderen Ländern ganz anders. Frankreich z.B. klärt und chlort.  Kein Wunder, dass die Franzosen  also lieber Quellwasser trinken. Wir hätten das im Grunde nicht nötig. Übrigens – das wusste ich aber schon früher – beruhen viel sogenannte “Tafelwässer”, die in schicken Flaschen teuer verkauft werden – schlicht und einfach auf Leitungswasser. Ich selbst trinke übrigens nur Wasser aus der Leitung, was meine Männer eher verschmähen. Aber ich kann’s ihnen gut gekühlt mit Sprudel versetzt servieren und sie merken es garantiert nicht.

halle1Blick in das Pumpwerk

Ich habe noch mehr Fotos gemacht und die kommen dann mit diesen hier auf die Mainzauber Homepage. Schließlich liegt Hattersheim auch am Main. Es war ein wirklich interessanter und vergnüglicher Nachmittag, mal wieder solo. Der Gatte musste wieder im Tennisclub die “Keule schwingen”.

7 Kommentare zu „Industriedenkmäler“

  • Das liegt ja wirklich herrlich eingebettet. Das wär auch was für meinen Mann und mich. Für mich die Außenanlage im speziellen, für den Göga das Pumpwerk. Wirklich ein tolles Gebäude. Danke für die Fotos, liebe Elke.

    Liebe Grüße, Sunny

  • Sisah:

    Da haben ja Berliner und Frankfurter Wasser etwas gemeinsam: Es hat Mineralwasserqualität! Das predige ich meinen Schülern seit Jahren, die sich weigern Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken, und stattdessen ständig als figurbewusste junge Menschen an ihren im Laufe des Tages verkeimten Mineralwasserflaschen herumnuckeln…
    Auch das alte Wasserwerk in Friedrichhagen http://www.museum-im-wasserwerk.de/ ist fast ( aber nur fast!) ebenso schön der Jugenstilbau in Hattersheim allerdings lange nicht so schön umwachsen .
    LG
    Sisah

  • Thea:

    hach das hätte mir auch gefallen. Dankeschön fürs mitnehmen liebe Elke.
    Herzliche Grüße und einen wunderschönen Sonntag
    Thea

  • … und jetzt in der Festhalle Ten Years After.. war die Ansage auf der CD heute Abend. Ja, ich hör mich durch die ganzen alten Sachen… hast du noch einen Plattenspieler? Bei mir stehen viele Joan Baez, Joni Mitchell und Klaus Doldinger Vinyl-Scheiben im Regal….
    Unser Wasser kommt vom Schwäbischen Meer(Bodensee)und besitzt ebenfalls Trinkwasserqualität.
    Abenteuerlich war sicher die Fahrt in alten Postbus. Ich erinnere mich an meine Jugendzeit es gab dort Automodelle M 1 : 87 von Wiking. So einen gelben Bus hatte ich damals auch.
    Danke für deinen informativen Eintrag.
    LG nach Frankfurt
    Helmut

  • Der rote Abt – lach – ganz schön gruselig
    Ich bin auch ein bekennender Aus-dem-Hahn-Trinker und bei unserem hervorragenden Werdenfelser Wasser kann man das durchaus tun
    Ich wünsche Dir einen sommerlichen Sonntag!
    Steinreiche Grüße
    Helga

  • Elke:

    @Anke: Tja – was wir leider von Natur aus nicht haben, das ist weiches Wasser. Das Frankfurter Wasser ist sehr hart.

  • Anke:

    Hallo, liebe Elke,
    recht interessant, was du über die Wasserbereitung berichtest. Aber auch wir haben sehr gutes, weiches, gut schmeckendes, ungechlortes Trinkwasser.Die Ruhr gehört mit zu den sauberen Flüssen, aus der wir unser Wasser bekommen. Nur haben wir nicht die natürliche Filterung.

    Die Tour mit dem alten Bus hätte ich auch gerne mitgemacht

    Wünsche dir noch ein schönes, restliches Wochenende.
    Liebe Grüße, Anke

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