Archiv für 2. September 2009
“P” zum Zweiten
Zum Buchstaben “P” spukt mir ja schon seit Sonntag die Post als solche und im besonderen im Kopf herum. Als ich Kind war hatte noch jedes Dorf seine Poststelle, erkennbar am gelben Briefkasten und dem Posthorn. Und in den bedeutenderen Städten unterhielt die Post repräsentative Gebäude. Lang, lang ist’s her. Heut muss man froh sein, wenn in erlaufbarer Nähe überhaupt noch eine Postannahmestelle in irgendeinem Laden vorhanden ist. Unterliederbach als Ortsteil von Frankfurt hat keine Poststelle mehr! Wir müssen nach Höchst oder – echt witzig – nach Sulzbach ins Main Taunus Zentrum. Noch sitzt die Post in Höchst in einem schönen alten Gebäude, aber soweit ich gehört habe, wird das auch aufgegeben. Schon traurig, wenn man bedenkt dass der Begriff Post durch ein 500-jähriges Briefmonopol zu einem allgemeinen Wort der deutschen Sprache geworden ist.
Apropos Briefkasten! Thea hatte neulich im Blog einen blauen Postbriefkasten und mir fiel gleich ein, dass ich einen solchen aus Hattersheim kenne und ihn auch schon fotografiert habe. Wieso nun blau??? Es waren die Briefkästen der Kaiserlichen Reichspost, die so schön blau und verschnörkelt waren. Ich nehme an, dass sie manchmal dort angebracht werden, wo historische Postgebäude vorhanden sind.
Postbriefkasten
Schön – gell?
Der Alte Posthof in Hattersheim ist ein tolles Beispiel für die Bedeutung, die die Post früher einmal hatte. Ihr kennt ihn ja schon von meinen früheren Bildern, wenn ich von den Lufthansa Klassikertagen berichtet habe. Ich habe heute extra nochmal ein paar neue Fotos gemacht und auf der MainZauber Homepage eine Seite für Hattersheim am Main angelegt (mit Posthof und altem Wasserwerk) >>> guckst du HIER. Ähnlich wie Höchst hatte Hattersheim eine herausragende Bedeutung im Postwesen, weil es ebenfalls an der Verbindungsstraße zwischen Frankfurt und Mainz lag. Die Fürsten von Thurn und Taxis errichteten hier eine kaiserliche Reichspost-, Pferdewechsel- und Umsteigestation, da diese Straße zudem ein Teil der Ost-Westverbindung von Wien nach Brüssel war. Ende des 18. Jahrhunderts erlebte der Posthof seine Blütezeit. Bis ins 19. Jahrhundert galt er als eine der einträglichsten und bedeutendsten Poststationen auf dem Land.
Collage “Alter Posthof ” in Hattersheim
Thurn und Taxis ist ein deutsches Adelsgeschlecht, das seit 1748 in Regensburg ansässig ist und im 16. bis 18. Jahrhundert seinen Aufstieg und Reichtum als Postunternehmen erlangte. Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 betrieben die Thurn und Taxis ein privates Postunternehmen unter dem Namen Thurn-und-Taxis-Post mit der Zentrale in Frankfurt am Main weiter. Nach dem Sieg im Preußisch-Österreichischen Krieg besetzte Preußen die Freie Stadt Frankfurt und zwang die Thurn-und-Taxis-Post am 28. Januar 1867 zu einem Abtretungsvertrag, in dem sie die Posteinrichtungen dem preußischen Staat gegen eine Abfindung überließen. (Quelle: Wikipedia)
Sondermarke 1952, zum 100. Jahrestag der ersten Briefmarken von Thurn und Taxis
(Kein Copyright! Diese Briefmarke wurde von der Deutschen Bundespost bzw. Deutschen Bundespost Berlin herausgegeben. Als amtliches Werk ist sie nach § 5 Abs. 1 UrhG gemeinfrei.)
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Nebenbei habe ich dort in Hattersheim noch einen zauberhaften Garten entdeckt. Gegenüber vom Posthof befindet sich ja der Nassauer Hof, der erst vor relativ kurzer Zeit restauriert wurde, bei mir aber keinen bleibenden Eindruck hinterließ. Es gibt dort einen ganz hübschen Garten hinter der Remise (wo auch noch ein alter Landauer besichtigt werden kann; war aber geschlossen). Da hinter allerdings steht ein altes Wohnhaus mit einem ganz zauberhaften Garten. In diesem Haus befinden sich heute teilweise Arztpraxen und es sieht so aus, als wären die moderneren Anbauten auch Restaurierungen alter Pferdeställe. Leider können die Fotos nicht wiedergeben, welchen Eindruck dieser kleine Garten bei mir hinterlassen hat.
Blick in den Garten hinter der Remise des Nassauer Hofes,
dahinter das nächste Haus mit dem “verwunschenen” Garten
Noch ein bisschen näher ran . . .
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ABC Projekt: “P”
Nein, auf der Post war ich immer noch nicht, aber heute früh wieder im Eichwald laufen. Und weil mir da gestern morgen schon ein knallfarbener Baumpilz aufgefallen ist, habe ich heute mal die Kleinstkamera eingesteckt. Normalerweise schleppe ich keine Digi mit mir rum, wenn ich nur laufen geh.
BaumPilz – hat was von Orangeneis mit Sahne
Noch einer. Diese Sorte sitzt immer nur an schon länger gefällten Baumstümpfen.
Kein “P” – dafür Licht & Schatten im Eichwald
Dieser Farn sieht sogar mal richtig frisch aus
Heute war ich früher dran als gestern und zunächst war es im Eichwald noch recht ruhig. Als ich dann auf dem Rückweg war, hatte ich plötzlich nach einer Weggabelung ein heftig tratschendes Frauentrio hinter mir, die ihre Walkingstöcke fast schon agressiv in den armen Boden stießen und mit ihren lauten Stimmen phonetische Umweltbeschmutzung betrieben. Der Inhalt ihrer Unterhaltung war so fürchterlich dumm, dass ich mich irgendwann seitwärts in die Büsche – will sagen in den Wald – geschlagen habe. Auf diese Weise bin ich noch eine zusätzliche ungeplante Runde gelaufen. Eigentlich war ich schon auf dem Rückweg. Da sind mir dann die Jogger mit Knopf im Ohr doch lieber. Ich selbst laufe am liebsten ohne Musik durch den Wald. Dann hört man sozusagen die Stille des Waldes, die gar nicht so still ist.
Das Wetter ist heute sehr brauchbar. Gestern Abend hat es etwas geregnet (hätte für den Garten ruhig mehr sein können), in der Nacht wieder abgekühlt und heute Vormittag – ups, es ist schon Mittag – also wie auch immer, bisher heute sehr annehmbare Temperaturen.

