Archiv für 11. September 2009
Keltenpark
Was war das heute doch unerwarteterweise für ein herrliches Wetterchen! Und so habe ich mich wieder einmal nach Hattersheim aufgemacht, um an der Führung durch den Keltenpark teilzunehmen. Nun ja – Keltenpark! Also man darf sich da wahrhaftig nichts Großartiges drunter vorstellen und es wundert mich nicht, dass mir dieser Park bisher unbekannt war. Aber damit will ich den Park und seine Bedeutung nicht schmälern, Keltenweg wäre mir passender erschienen, aber er ist andererseits als Grünzug quer durch ein Neubaugebiet auch wieder mehr als nur ein Weg.
13.000 qm, Kunstwerke, Informationen, Kinderspielplatz und vieles mehr

Man hat hier versucht durch eine schmale aber langgestreckte Anlage Verschiedenes miteinander zu verbinden: Erstens will man die Erinnerung an das große keltische Gräberfeld bewahren, das sich während der Erschließung des Neubaugebietes dort ab 1999 auftat, zweitens ist es gleichzeitig Spazierweg, Kinderspielplatz und sogar Trimmpfad für Erwachsene.
Einige der Hattersheimer Kelten waren Zeitgenossen der Fürsten vom Glauberg (die mit den Mickey Mouse Ohren), die dort am Glauberg prunkvoll beigesetzt wurden. Die Hattersheimer Kelten waren eher einfache, bäuerliche Menschen, die das fruchtbare Land der Mainebene zu nutzen wussten. Arm waren sie aber keineswegs, was durch Grabbeigaben belegt wurde. 1999 wurde ein Doppelgrab gefunden, in dem zwei Frauen bestattet waren, von denen eine Schmuck trug, der aus einer anderen Gegend Deutschlands stammte. Dieser Fund war aber vor allem deshalb so erstaunlich, weil Doppelgräber sonst nicht bekannt waren.

Von den Ausgrabungen sieht man heute natürlich nichts mehr, sie sind nur auf Tafeln dokumentiert. Die Funde befinden sich im Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden und werden dort restauriert und ausgewertet. Es wurden 27 Skelette gefunden und 20 Brandgräber. Außerdem wurden zwei große Kreisgräben lokalisiert. In einem der Kreise war genau in der Mitte eine Bestattung. Zwei Männern wurden Schwerter mit ins Grab gegeben. Diese Informationen habe ich von einer Internetseite über das historische Hattersheim.

Noch erstaunlicher war der Fund eines steinzeitlichen Grabes, das unweit der keltischen Gräber entdeckt wurde.

Das “Ü” – Ei > Spielzeug und Kunstwerk

Neben den Tafeln mit Fotos der Ausgrabungen und Informationen dazu wurde der Grünzug mit Stelen und anderen kunsthandwerlklich bearbeiteten Steinen geschmückt – teilweise sind sie noch in Arbeit.
*

Die Steine gestaltet der Hattersheimer Bildhauer Kai Wolf,
von dem auch die Stelen des Keltenkreisels stammen.

Der einzige Kreisel weit und breit, der mir einigermaßen gefällt. Es gibt nur keine vernünftige Stelle, um ihn ordentlich zu fotografieren. Er sieht in Wirklichkeit schöner aus.
Details der mittleren Stele
Viel Grünzeug will im Keltenpark erst noch wachsen. So gibt es rund um den Hügel mit dem kleinen Palisadendorf für die Kinder einen keltischen Baumkreis, der aber noch ein paar Jahrzehnte braucht, bis man ihn mal als solchen erkennen wird. Große Pflanzquader aus Mainsandstein sind aber bereits sehr schön bepflanzt.
*

Und am Ende stellte sich heraus, dass die Kelten auch schon die (Ski-)Bar im Freien erfunden hatten
. Was habe ich doch neuerdings für ein Glück, dass es am Ende der historischen Spaziergänge immer was zum Trinken gibt. Diesmal war es kein Gespritzter sondern etwas nobler: Sekt und/oder Orangensaft.


Wut im Bauch
Heute könnte ich glatt an die Decke gehn. Vorhin verkündete mir der Geldautomat “Limit erreicht” als ich Geld abheben wollte – und das an einem 11. des Monats. Okay, es war wirklich mein Fehler. Ich hatte als Neu-Frührentner übersehen, dass ich jetzt vom Finanzamt schneller zur Kasse gebeten werde als jemals zuvor in meinem Leben. Nicht nur dass ich früher alle Zeit der Welt hatte, meine Steuererklärung von meinem Steuerberater verfassen und einreichen zu lassen, nein – auch die Vorauszahlungen kamen einigermaßen übersichtlich und in vier kleinen Häppchen. Jetzt muss ich pünktlich Ende Mai einreichen – hab ich gemacht – und dann krieg ich doch die vom Finanzamt vorausberechnete Einkommenssteuer (2009 wohlgemerkt) in zwei fetten Portionen noch vor dem Jahresende eingezogen. Soweit so gut, die Termine standen auf meinem Bescheid, die haben eingezogen, mein Konto war leer. Ich hab’s gleich zu Hause per Onlinebanking wieder aufgefüllt – ein paar Reserven hat frau ja glücklicherweise – da seh ich doch, dass die Bank mittlerweile die Abbuchung des Stromversorgers hat zurückgehen lassen. Jetzt schlägt’s aber wirklich dreizehn. Seit wie vielen Jahren bin ich denn da Kundin? Es war mein Praxiskonto und ich habe von denen noch nie einen Kredit beansprucht. Ich bin sowas von sauer!!! Ich habe versucht da anzurufen (14 Cent pro Minute!) – meint ihr, da ginge wer ans Telefon? Stattdessen habe ich den Stromversorger angerufen und denen gesagt, dass wir den zurückgeorderten Betrag umgehend von einem anderen Konto überweisen. Das hätte mir jetzt gerade noch gefehlt, dass die mir den Strom abdrehen. Aber von dieser schwedischen Bank hab ich eindeutig die Nase voll. Ich werde meine Daueraufträge etc. auf ein anderes Konto übertragen und den Herrschaften endgültig den Rücken kehren. Banken und der Fiskus – ist doch beides zum ko**en.