Archiv für 16. September 2009
ABC Projekt “R”
Der Buchstabe “R” ist wohl einer, zu dem einem eine Menge einfallen kann. Also schaun wir mal – erstmal eine Collage:
Ritter, Rosen und das alles auf Schloss Rumpenheim bei Offenbach am Main
Rosen - das ist natürlich sowieso ein unendliches Thema mit “R“:

Und auch Ritter trifft man hin und wieder entweder bei uns in Höchst oder im Taunus

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Ritter waren, wenn sie denn nicht tot waren, wie dieser hier -

meist auch Reiter . . . Reiter allerdings nicht immer Ritter.
Totschlag in München
Ich habe hin und her überlegt, ob ich zu dem fürchterlichen Geschehen in der Münchener S-Bahn etwas schreiben soll oder nicht. Erst habe ich es mal gelassen, weil mir im Grunde die Worte fehlten. Nachdem ich aber aus einem Kommentar einen leisen Vorwurf rauslese, dass ich traurig bin über den Tod eines Filmschauspielers aber zu dem anderen Geschehen nichts schreibe, will ich mir dazu doch hier im Blog auch noch ein paar Gedanken machen.
Es ist für mich unbegreiflich, dass wir einer Welt der Verrohung leben und offenbar unfähig sind, daran etwas zu ändern. Man sagt sooft, dass sich das Rad nicht rückwärts drehen lässt. Aber wollen wir es wirklich akzeptieren, dass uns keine anderen Werte mehr bleiben als Konsum, Geld und das Ansehen und die Macht, die Geld vermittelt? Gerade befinden sich unsere Politker wieder im Wahlkampf. Und das Schlimme am Wahlkampf ist für mich, dass sich hier unpopuläre Massnahmen quasi von selbst verbieten. Wir haben ein Stadium erreicht, in der Politiker schon gar nicht mehr sagen dürfen, was sie denken, vor allem wenn es um Recht und Ordnung geht. Sonst stehen sie angeblich sofort im rechten Lager und das ist irgendwie wohl grundsätzlich anrüchig. Da wird behauptet, dass ein strengeres (Jugend-)strafrecht nichts nutzt, weil die Jugendlichen gar nicht über Strafe nachdenken, wenn sie zuschlagen. Na klar, denken sie darüber nicht nach, wenn sie wissen, dass ihnen sowieso nicht viel passieren kann. Mir ist es völlig unbegreiflich, warum Jugendliche zwar mit achtzehn erwachsen sind, aber bei Straffälligkeit in vielen Fällen wieder nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden. Prozesse lassen oft monatelang auf sich warten. In dieser Zeit werden oft weitere Straftaten begangen, weil Leute mit festem Wohnsitz garnicht erst in Haft genommen werden.
Was ist das denn für ein Zeichen, das da jetzt gesetzt wurde? Zivilcourage – nein danke? Dieser Münchener, der vier jüngere Jugendliche vor zwei oder drei Schlägern schützte, die gerade mal ein paar Jahre älter waren, hat doch eigentlich alles richtig gemacht – hat Zivilcourage gezeigt . . . und es mit dem Leben bezahlt. Wo waren die anderen Menschen, die in der S-Bahn mitgefahren sind? Warum wurde die Bahn nicht angehalten und die Schläger auf freier Strecke rausgeworfen? Bei normalen Kindern, die zufällig keinen Fahrschein dabei haben, klappt sowas doch auch ganz prima (Achtung Satire!). Man sollte nicht nur alle Bahnhöfe mit Kameras überwachen, sondern auch jeden einzelnen S-Bahnwagen zumindest mit einer Kamera, die der Fahrer im Blickfeld hat. Und bitte, liebe Mitmenschen, zeigt weiterhin Zivilcourage, aber versichert euch nach Möglichkeit gleichzeitig immer der Hilfe und Aufmerksamkeit anderer Menschen.

