Archiv für 22. September 2009

Projekt 52 & “S”

& So, heute mal keine Konserve. Ich bin extra für die Kombi aus Projekt 52 “Vergangene Zeiten” und ABC-Projekt “S” nach Seligenstadt gefahren. Naja – ich wollte schon lange dorthin und erst hatte ich ja die Saalburg im Taunus im Hinterkopf, aber darüber habe ich doch schon ziemlich häufig geschrieben.

kloster1Blick auf Klostergarten und Einhardbasilika

Seligenstadt liegt etwa eine halbe Autostunde südöstlich von Frankfurt entfernt ebenfalls am Main. Die Stadt ist ein Touristenmagnet aufgrund ihrer wunderschönen Altstadt, der Einhardbasilika und des ehemaligen Klosters mit einem traumhaft schönen Klostergarten.

basilika1Einhardbasilika

Die Basilika St. Marcellinus und Petrus liegt in Seligenstadt, das von Einhard, dem Biographen Karls des Großen als Kloster der Benediktiner gegründet wurde. 815 war Seligensstadt noch eine fränkische Siedlung mit dem Namen “Obermulinheim” (von Obermühle). Einhard bekam die fränkische Siedlung von Ludwig dem Frommen (Sohn Karls des Großen)  als Schenkung.

basilikainnenBlick durch das Mittelschiff zum Altarraum

Benannt wurde die Basilika nach den römischen Märtyrern Marcellinus und Petrus, den Schutzpatronen Seligenstadts, die während der letzten großen Christenverfolgung 304 in Rom starben. Ihre Gebeine wurden von Einhard 828 nach Seligenstadt geholt und ruhen heute in einem Schrein unter dem Hauptaltar der Basilika. Diese Reliquienverschiebungen – oft genug Raubzüge – waren damals sehr häufig. Das Ganze erinnert mich ziemlich an die Geschichte unserer Höchster Justinuskirche, so wie mich Seligenstadt überhaupt sehr an die Höchster Altstadt erinnert.

altarBlick durch die Absperrung in den Altarraum

Der Altarraum ist durch ein massives, teilvergoldetes und verschnörkeltes Eisengitter vom Rest der Kirche abgetrennt und wird nur während der Gottesdienste geöffnet. Die Basilika hat eine eigene Homepage.  Obwohl der Bau bei weitem nicht mehr der ursprünglichen Kirche entspricht,  trägt die Basilika seit 1925  den Ehrentitel “Basilica minor”. Am Außenportal sieht man das Wappen des jeweils amtierenden Papstes, im Moment also das Wappen Benedikts XVI.

wappenWappen Benedikts XVI.

Erklärung (Quelle: Webseite der Basilika):

Papst Benedikt wählte für sein Papstwappen Symbole, die sich bereits in seinem erzbischöflichen Wappen fanden.

So zeigt es den gesattelten Bären des Diözesanpatrons Korbinian aus dem Stadtwappen von Freising und den gekrönten Mohren in Erinnerung an die Zeit Benedikts als Erzbischof von München und Freising.

Ergänzt wird das Bischofswappen durch eine Muschel – zum einen Symbol des “pilgernden Gottesvolkes” (Jakobs- oder Pilgermuschel), zum anderen Anspielung auf eine Legende des Heiligen Augustinus: Die Muschel ist ein Symbol für das Eintauchen in das unergründliche Meer der Gottheit. Der Heilige Augustinus soll bei einem Spaziergang am Meer einen Jungen getroffen haben, der versuchte, mit einer Muschel das Wasser des Meeres in eine kleine Grube zu schöpfen. Als Augustinus ihn darauf hinwies, dass dies ein unmögliches Unterfangen sei, sagte der Junge zu ihm: “Und du versuchst, mit deinem kleinen Geist die Größe Gottes zu fassen?”

Das Wappen des Papstes birgt auch eine Überraschung: Papst Benedikt XVI. ließ die Tiara (“Papstkrone”), die sich seit Jahrhunderten mit den gekreuzten Schlüsseln über dem Wappenschild befand, durch eine einfache Mitra (Bischofshut) ersetzen. Die drei goldenen Querstreifen der Mitra symbolisieren die Aufgaben des Papstes: Lehren, Lenken und Heiligen.

statueeinhardStatue von Einhard

Im angrenzenden Klostergarten werden derzeit drei große Sandsteinstatuen restauriert: eine Pieta, eine Constantia und die Statue von Einhard. Sie gehören normalerweise an die Außenfassade der Basilika.

Soviel also zu Seligenstadt, der Stadt mit dem “S” vorne und seiner großartigen Vergangenheit zur Zeit Karls des Großen. Natürlich habe ich auch im Klostergarten noch etliche Fotos gemacht, die stelle ich bei Gelegenheit aber in den Gartenblog. Im Gartenblog online: der Klostergarten.

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