Archiv für 27. September 2009
ABC Projekt “T”
Also normalerweise widme ich mich dem nächsten Buchstaben ja frühestens montags, aber weil mir der Taunus schon die ganze Zeit im Kopf herumspukt und das Wetter heute nochmals einfach nur spitze war, fang ich mal an:
Neulich beim “Q” habe ich ja geschrieben, dass Hessen ein ausgesprochenes Quellen- und somit Bäderland ist. Das hat – habe ich gemerkt – doch so manchen überrascht. Hessen ist aber auch ein ausgesprochen waldreiches Bundesland und ein Land der Burgen und Schlösser - ein geschichtsträchtiges Land. Glaubt ihr das wieder nicht? Besonders in unserem schönem Taunus – damit also wären wir beim “T” – gibt es jede Menge Geschichte anzugucken, wenn auch oft nur in Form von Ruinen. Und weil der Taunus direkt vor meiner Haustür anfängt, will ich versuchen, ihn euch diese Woche näher zu bringen, sofern das Wetter mitspielt.
Heute habe ich mich auf den Weg nach Falkenstein gemacht. Falkenstein ist mittlerweile ein Ortsteil von Königstein im Taunus und besitzt wie dieses eine Burgruine, genauer gesagt sogar zwei (na ja). Direkt neben der Burgruine Falkenstein hat man nämlich inzwischen die Mauern eines noch älteren Turmes ausgegraben, der zur Burg Nürings gehörte. Der Ort Falkenstein selbst hieß bis ins 17. Jh. noch Nürings. Nach dem Aussterben des Geschlechtes der Gaugrafen von Nürings übernahmen die Herren von Bolanden-Falkenstein die Grafschaft und ließen eine neue Burg errichten. Die salischen Burgen zählten im Mittelalter mit Mauerstärken von vier und mehr Metern zu den mächtigsten Burgen im Süden Deutschlands. Gesinde- und Wirtschaftsgebäude waren jedoch oft aus Holz, sodass davon selten etwas übrig geblieben ist.


Vom Ende des 14. Jahrhunderts an wechselten in rascher Folge die Besitzer der Burg. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg Falkenstein schließlich aufgegeben und verfiel. – Wenn man den steilen Burgweg zur Burg aufsteigt, begegnet man schon unterwegs Reste der Burgruine, meist Fundamente alter Türme.

Das wirkt schon etwas wildromantisch

Ein hohes Schloß heißt Falkenstein,
es liegt ein Meil des Wegs vom Main
zur rechten Hand des Okzidents.
Es ist umher ein feine Grenz’
wie wohl Falkenstein sehr hoch
auf einem Felsen liegt …
Eramus Alberus (1500-1553)
Allzu viel sieht man also von der Burg nicht mehr, aber man hat einen grandiosen Ausblick auf Frankfurt und die gesamte Mainebene von Hanau bis fast zum Rhein. Nur war die Sicht bisher immer verschleiert, so leider auch heute. Ich habe ein paar Bilder gemacht, aber so richtig brauchbar ist keins davon.



Allmählich verfärbt sich der Taunus
Soviel erstmal zum meinem ersten Taunus-“T” – ich hoffe, ich kann im Laufe der neuen Woche noch mit mehr ankommen und natürlich hoffe ich auch, dass es den einen oder anderen interessiert. Nun brauch ich aber ein paar Socken und ein Jäckchen und will außerdem mal hören, was die Hochrechnungen so sagen.
Wahlsonntag
Habt ihr große Lust wählen zu gehn? Ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Seit Jahren habe ich schon den Eindruck, dass ich trotz aller Wählerei letztendlich doch nichts bewirken kann. Die beiden größten Parteien sind sich zudem viel zu ähnlich, die Kleineren haben an ihren Spitzen schon gar keine Menschen, dem ich vertrauen könnte. Letztendlich werde ich trotzdem wählen gehen, denn die niedrige Wahlbeteiligung der letzten Jahren waren mir zwar verständlich aber gut sind sie nicht. Ich hätte gerne ab und an Volksabstimmungen zu einzelnen Themen, die mich wirklich interessieren und über die sich Regierung und Opposition nie wirklich oder schnell genug einigen können. In anderen Ländern gibt es sowas, warum nicht bei uns? Mir kommen Bundes- und Landtagswahlen zunehmend so vor, als würden Eltern über die lieben Kleinen sagen: Also ein bisschen sollen sie ja mitreden dürfen, aber nicht bei den echten Entscheidungen. Dafür sind sie dann doch noch zu dumm.
Na ja, ich werde mich mal ans Kochen machen und nach dem Essen machen wir dann einen Verdauungsspaziergang zum Wahllokal. Ob uns das Ergebnis letztendlich auf den Magen schlägt, werden wir erst am Abend wissen – mein Braten hoffentlich nicht
Zu gestern Abend: Bülent Ceylan fand ich dann doch nicht so toll. Von Kaya Yanar ist er noch Lichtjahre entfernt. Sein Auftritt hatte fürchterliche Längen und ein reduzierter Gebraucht des Wortes ge*l, wäre auch nicht schlecht. Aber Potenzial hat er schon. Das dauert nur noch ein paar Jährchen, denke ich.

