Archiv für 3. Oktober 2009

DA-Mathildenhöhe

Ich finde es immer prima, wenn ich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden kann und umgekehrt. Heute durfte ich am frühen Nachmittag den Junior ohne fahrbaren Untersatz nach Darmstadt kutschieren, wo er sich mit Klassenkameraden vom Hessenkolleg zum Lernen traf (sowas muss Muttern ja unterstützen).  Da das Wetter gerade bombastisch aufklarte und die Sonne heraus kam, beschloss ich, endlich mal zur Mathildenhöhe zu fahren. Die Mathildenhöhe ist ein einzigartiges Kulturdenkmal des Jugendstils, weit über Hessens Grenzen hin bekannt.

turm1Der Hochzeitsturm – Wahrzeichen der Matildenhöhe

Bereits 1830 war an dieser prominenten Stelle eine Parkanlage für Erbprinzessin Mathilde angelegt worden und Zar Nikolaus II. und die Zarin Alexandra, eine Prinzessin von Hessen-Darmstadt, ließen 1897 durch den Petersburger Architekten Louis Benois eine Kapelle errichten.

kapelle1Die russische Kapelle, davor das “Wasserlilienbecken”

Es war Großherzog Ernst Ludwig, der  als Mäzen der schönen Künste die Künstlerkolonie “Mathildenhöhe” gegen Ende des 19. Jahrhunderts ins Leben rief und damit dem Jugendstil eine einzigartiges Denkmal schuf. Zwischen 1900 und 1914 entstanden für mehrere große Kunstausstellungen einige Großbauten und zahlreiche Künstler- und Bürgerhäuser. Die meistenvon ihnen schuf  Joseph Maria Olbrich, von 1900 bis 1908 Leiter der Künstlerkolonie.

Der Hochzeitsturm mit seiner auffälligen Fünf-Finger-Architektur war ein Geschenk der Stadt Darmstadt an den Großherzog zu dessen Vermählung mit Eleonore Solms-Hohensolms-Lich. Eine Hochzeit, die einen großen Skandal darstellte, denn die erste Frau des Großherzogs lebte noch. Scheidung war damals also vermutlich nicht erlaubt.

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“Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst”
Großherzog Ernst Ludwig von Hessen

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Ernst Ludwig Haus

Als gemeinschaftliches Ateliergebäude wurde das Ernst-Ludwig-Haus nach Plänen von Joseph Maria Olbrich gebaut. Die sechs Meter hohen Kolossalfiguren „Mann und Weib“ oder „Kraft und Schönheit“ stammen von Ludwig Habich und flankieren den Eingang, der in einer Portalnische mit vergoldeten Pflanzenornamenten liegt. Mich stören dieses Figuren eher, passen für mein Empfinden nicht zum leichten, spielerischen Jugendstil.

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Schwanentempel

Derr Schwanentempel liegt etwas seitlich des Parks und  kann auch über eine Treppe vom Prinz-Christians-Weg her erreicht werden. Er wurde anlässlich einer Kunstausstellung 1914 von Albin Müller entworfen und ist ein sogenannter “Keramischer Gartenpavillon“.

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Es gibt auf der Mathildenhöhe einen wunderbaren Platanenhain mit vielen Skulpturen und mit Weisheiten in Bronze gegossen.

goethebrunnenBrunnen mit Gedicht von J.W. v. Goethe

lobgesang

Gesang der Geister über den Wassern

Des Menschen Seele
gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
zum Himmel steigt es,
und wieder nieder
zur Erde muss es.
Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen,
steilen Felswand
der reine Strahl,
dann stäubt er lieblich
in Wolkenwellen
zum glatten Fels,
und leicht empfangen
wallt er verschleiernd,
leisrauschend
zur Tiefe nieder.

Ragen Klippen
dem Sturz entgegen,
schäumt er unmutig
stufenweise
zum Abgrund.

Im flachen Bette
schleicht er das Wiesental hin,
und in dem glatten See
weiden ihr Antlitz
alle Gestirne.

Wind ist der Welle
lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
schäumende Wogen.

Seele des Menschen,
wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
wie gleichst du dem Wind!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

nische

Und weitere Impressionen

collageda

Sodele, das war’s. Ich hoffe, mein Spaziergang hat euch gefallen.

Herzliche Grüße

. . . heute ganz besonders an alle Ossis und Ex-Ossis unter den BloggerINNen. Ich habe keine Ahnung, wieviele das sind. Von einigen weiß ich es, von einigen nehme ich es an und bei anderen habe ich mir vermutlich noch nie darüber Gedanken gemacht. Ein ganz besonderer Gruß geht aber nach Schwarzenberg ins Erzgebirge zu einer besonderen “Ossine” – zur lieben Blechi nämlich. Wir trafen uns vor Jahren zum ersten Mal bei einem Internettreffen in Bamberg, dann bin ich nach Schwarzenberg gefahren und schließlich kam Brigitte in Frankfurt vorbei. Schön, dass es dich gibt, liebe Brigitte und schön, dass die Mauer gefallen ist.

collageeinheit

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