Archiv für 20. Oktober 2009

Aquis mattiacis

Nochmal nach Wiesbaden. Aquis mattiacis, also die “Wasser der Mattiaker”,  steht in großen Lettern über dem Portal des Wiesbadener Kurhauses, das gleichzeitig Casino ist. Die Mattiaker waren wahrscheinlich ein germanischer Teilstamm der Chatten, der in der Umgebung von Wiesbaden,  im Taunus und in der Wetterau saß. Wobei mir hoffentlich SunnyLatinus erklären kann, warum das nicht Aquae Mattiacorum heißt. Ich dachte eigentlich, dass Aqua eine weibliche Deklination hat.

kurhausgreen

kurhausportal

Das Kurhaus Wiesbaden, Wahrzeichen seiner eleganten Stadt, ist umgeben von viel Grün und prunkvollen, historischen Gebäuden. 10 Säle und Salons verschiedener Größen und unterschiedlichen Stils, die Restaurants, die Spielbank Wiesbaden – alles unter einem Dach. Gleich daneben die Theater-Kolonnaden mit dem barocken Hessischen Staatstheater. Die Kolonnaden gegenüber sind mit 129 m die längste Säulenhalle Europas. Hier stehen zusätzliche Räume für weitere Veranstaltungen, Sondermessen und Ausstellungen zur Verfügung. Zwischen den Kolonnaden und vor dem Kurhaus liegt das Bowling Green mit seinen beiden dreischaligen Kaskadenbrunnen, eingerahmt von Platanen-Alleen.

grossehalle

Hier darf jeder gerne über den roten Teppich (außen) gehen und  gelangt dann in eine gigantische und prachtvoll ausgeschmückte Halle und vielen antiken Elementen. Das ist schon bombastisch, am Anfang weiß man kaum, wo man zuerst hingucken soll. Ich stelle hier mal eine Galerie zum Anklicken rein, sonst werden das zuviele Bilder und ihr müsst ewig scrollen.

Wem nach soviel hehrer Kunst die Sinne anders stehn, der darf hier auch gleich zocken:

spielbank1

Das Staatstheater befindet sich gleich nebenan und der Bau zeigt große Ähnlichkeit mit der Alten Frankfurter Oper. Während unsere Oper aber die Inschrift ziert: Dem Wahren,  Schönen, Guten – so mahnt man in Wiesbaden Folgendes an:

fassadetheater

Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,
bewahret sie!

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich wünsche euch einen schönen Abend und hoffe, dass euch der Spaziergang durch Wiesbadens Kurpark samt Kurhaus gefallen hat.

Kürbiscrèmesuppe

. . . im Teller und ein Wetterchen zum Helden zeugen draußen.

Deshalb bearbeite ich die nächsten Fotos auch erst heute Abend, das Wetter läd zum Genießen im Freien ein.

kurbiscremeKürbiscrèmesüppchen mit selbstgebackenem Vollkornbrot

Ich entdecke erst in diesem Jahr das Kochen mit Kürbissen für mich. Mir geht es nämlich wie vielen von euch: früher kannte ich nur Kürbis süß-sauer eingelegt und das fand ich fürchterlich.  Nun bin ich am Experimentieren. Vor ein paar Jahren auf Comino (Nachbarinsel von Malta) haben wir mehrfach Pumpkinsoup als Vorspeise bekommen und das war sehr lecker. Für die Suppe oben habe ich gebracuht:

1 Butternutkürbis
4-5 kleine Kartoffeln
1 aromatischer, säuerlicher Apfel
Wasser, Apfelsaft, fertige Brühe, etwas Sahne

und zum Würzen: Salz, Pfeffer, Knoblauch, Muskat, Zwiebeln, etwas Balsamicoessig und etwas Steirisches Kürbiskernöl.

Ich koche den Kürbis im Ganzen halb weich, um ihn besser weiterverarbeiten zu können. Er wird dann geschält, in Würfel geschnitten (die Kerne vorher entfernen) und mit den geschnippelten Kartoffeln und dem Apfel im Topf mit einer halben Zwiebel angebraten. Dann mit Wasser bzw. Brühe auffüllen. Ich habe mit Wasser aufgefüllt und Delikatessbrühe in Pulverform dazu gegeben, weil ich nichts anderes da hatte. Man kann jetzt gleich würzen oder nach dem Pürieren. Wenn alles weich ist, wird’s also mit dem Mixstab püriert und das ist es auch fast. Würzen und abschmecken kann man ja ganz individuell. Mir hat die Suppe sehr gut geschmeckt, mal sehn, was die Herrn der Schöpfung heute Abend dazu meinen. Allerdings würde ich beim nächsten Mal den Apfelsaft durch einen Schuß trockenen Weißwein ersetzen. Mir würde eine mehr säuerliche Note noch besser schmecken.

So, nun mach ich den PC wieder aus und geh in den Garten.

Nachtrag: Rasen nochmal komplett gemäht. Aber es wird so früh dunkel und gegen die tiefstehende Sonne kann ich so schlecht gucken. Und im Schatten ist es echt kalt, so ein richtiges Wechselbad ist das. Aber dennoch – es war wieder ein herrlicher Oktobertag, den kann mir niemand mehr nehmen. Und morgen soll es nochmal schön werden, sogar noch wärmer.

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