Irgendwie zu spät

. . . kam der ansonsten sehr, sehr gute Film in der ARD gestern Abend: Frau Böhm sagt Nein – mit Senta Berger in der Hauptrolle. Zunächst Hut ab vor Senta Berger in dieser Rolle. So unprätenziös und uneitel habe ich sie noch selten erlebt. Und man konnte – nebenbei – auch wieder mal feststellen, was Kleidung und Frisur doch aus einem Menschen machen. Es ging um die feindliche Übernahme eines Konzerns mit vielen dreckigen Mitteln, gerade so wie es heute üblich ist.  Und mich als “Höchster Mädchen” hat das ganze Spiel natürlich sehr an die Zerschlagung der Hoechst AG erinnert und sehr betroffen gemacht. Mit dem “irgendwie zu spät” meine ich übrigens nicht die Sendezeit sondern eben die Tatsache, dass genau diese Dinge inzwischen schon mehrfach passiert sind. Aber andererseits – was nutzt das ganze Aufrütteln, ich fürchte, das geht auch in Zukunft so weiter. Bis wir alle auf der Straße sitzen.  Es ist wirklich zum kot*en.

7 Kommentare zu „Irgendwie zu spät“

  • Logischerweise kann ich hier nicht das deutsche Fernsehen sehen, aber was ich aus dem Zusammenhang entlocken konnte, handelt es sich wieder einmal um die finanzielle Ungerechtigkeit in der Gesellschaft, was man wohl in allen Länder mehr oder weniger finden kann.
    Dann las ich den Beitrag von Irmgard, wo sie von der Pleite bei Quelle erzählte und das sie da mal früher gearbeitet hat. Auch bei uns sind riesige Versandhäuser schon vor Jahren Pleite gegangen. Schade, denn damit geht eine Ära zu ende. Ich habe als ich noch in Deutschland lebte, gerne bei Quelle oder Karstadt eingekauft und wenn ich es richtig verstanden habe, sieht es bei Karstadt auch nicht rosig aus und weitere Leute werden ihren Job verlieren.
    Vieles wird heute in anderen Ländern für weniger Kosten hergestellt und immer mehr Leute werden dadurch arbeitslos – ist in den USA genauso. Nur Lebensmittel und Service sind weitgehend im Lande geblieben. Ich sehe da auch in Zukunft keine bemerkenswerten Änderungen.

  • Liebe Elke,
    ich hab den Film leider nicht gesehen. Ich mag Senta Berger. Doch solch deprimierende Sachen schaue ich eh nicht gerne an, es hilft ja eh nichts. Reicht schon die aktuelle Quelle-Pleite. In Nürnberg und Fürth eine Katastrophe, wo es eh sehr viele Arbeitslose gibt. Ich hab dort gearbeitet, als ich in Nürnberg wohnte. Als die Gründer, das Ehepaar Schickedanz, noch lebten, ging es den Arbeitern noch gut. Auch ich merkte, dass dort ein gutes Arbeitsklima war. Doch die Erben oder später die Manager haben doch gar keinen Bezug mehr dazu und richten die Firma dann zu Grunde. Meist die traurige Wahrheit.
    Liebe Grüße, Irmgard

  • @Helmut: Glaub doch nicht, dass in Frankreich alles besser ist. Bestes Beispiel, Sanofi-Aventis! >>> Sanofi-Aventis entstand im Juni 2004 aus einer Fusion der beiden französischen Pharma-Unternehmen Sanofi-Synthélabo und Aventis. Beide Vorgängerunternehmen waren 1999 ebenfalls aus Fusionen hervorgegangen: Sanofi-Synthélabo aus den beiden französischen Unternehmen Sanofi (vorher Teil des Ölkonzerns Elf Aquitaine) und Synthélabo, das zur Kosmetikgruppe l’Oréal gehört hatte, und Aventis aus der Fusion der deutschen Hoechst AG (Frankfurt am Main) mit dem französischen Pharmakonzern Rhône-Poulenc (Lyon). – Da passiert doch überall das Gleiche!

  • Es gibt vieler solcher Beispiele im richtigen Leben, sie alle aufzuzählen ist mühevoll. So lange die Menschen nicht zu radikalen Mitteln greifen (siehe Frankreich) wird sich an den Gegebenheiten NICHTS ändern. In den USA hat Obama der Boni metalität einen Riegel vorgeschoben zumindest bei den Banken, die durch Staatsgelder gestützt werden. Was passiert in Deutschland? Da wird von verantwortlicher Seite herr Nonnenmacher von der HSH Bank eine Bleibeprämie bezahlt…
    Im übrigen plädiere ich für die Zerschlagung der Gross-Banken.
    In Karlsruhe entdeckte ich einen wunderbaren Kalender für dich, den du sicher schon kennst: den Literarischen Gartenkalender…
    Ich wünsche dir einen guten Tag.
    Lieben Gruß
    Helmut

  • Elke:

    @Jürgen: Ja, du hast völlig recht. Der Hammer war dann noch die Sache mit der Kirchensteuerbefreiung. “Er hatte keine Lust auf die 50 Millionen Kirchensteuer zu zahlen . . . “

  • für mich – viel zu spät, dafür sah ich einen bericht über die “machenschaften” der http://de.wikipedia.org/wiki/Insolvenzverwalter
    insolvenzverwalter.
    dazu die erfolgsquote im nachbarstaat österreich, warum wird ein erfolgreiches modell nicht kopiert?
    da wird verwaltet und nicht auf die interessen anderer geachtet.
    auch die qualifikation ist mehr als fraglich…
    nun ja, wo kann mensch sich nicht überall aufregen, dagegen ist eine sandkiste im haus noch harmlos

  • Besonders übel ist mir der Schluß aufgestoßen, als Frau Berger über die Abfindungen, sonstige Geschenke und Steuerbefreiungen gesprochen hat — wie im richtigen Leben.
    Wie Du schon sehr richtig sagtest, Elke, es ist wirklich zum kot*en, aber der Film war allererste Sahne!

    Herzliche Grüße
    Jürgen

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