Archiv für 27. Oktober 2009
Die Sorben
. . . sind ein Volksstamm, der mir völlig fremd ist. Um sie ging es gestern Abend im ZDF Film “Der Tote im Spreewald”. Ich habe gerade Blechi mal ein bisschen gekitzelt, damit sie bitte mal was über die Sorben schreibt. Ich bin mir sicher, sie weiß da viel mehr, als ich mir anlesen kann. Ich glaube, ich habe überhaupt zum ersten Mal nach der Wende etwas von den Sorben gehört, möglicherweise als wir damals in die neuen Bundesländer gereist und natürlich auch auf einem Kahn durch den Spreewald geschippert sind. Zunächst lag bei mir der Verdacht nahe, dass die Sorben etwas mit den Serben zu tun haben müssten, aber das stimmt wohl ganz und gar nicht. Heute sind sie praktisch gesehen Deutsche, aber als nationale Minderheit mit eigenem Status anerkannt (keine Ahnung, ob das so ähnlich ist wie mit den Basken in Spanien). Jedenfalls scheint ihre Sprache dem Polnischen und dem Tschechischen zu ähneln, was nicht verwundert, da ihr Gebiet – die Lausitz – an Tschechien und Polen grenzt. Städte wie Bautzen, Cottbus oder Görlitz tragen alle auch einen sorbischen Namen. Wer von euch weiß mehr, kennt Sorben oder ist vielleicht selbst sorbischer Abstammung? Ich würde gerne mehr über eure Geschichte erfahren.
Veränderungen
. . . sind im menschlichen Leben normal und somit auch die im Stadtbild. Ich finde es manchmal schade, dass ich das alte Frankfurt vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt habe (bin aber viel froher, dass ich den Krieg ebenfalls nicht erlebt habe). In meiner Kindheit tat sich in der Frankfurter Innenstadt ganz viel und leider wurde bei der Notwendigkeit neuen, modernen Wohnraum zu schaffen oftmals nicht auf Ästhetik geachtet und manches noch abgerissen, was man heute erhalten würde. Inzwischen werden einige Zweckbauten aus den Fünfzigern und Sechzigern bereits wieder ersetzt.
Aber auch bei uns im Stadtteil Höchst tut sich ganz viel. Und weil hier später damit angefangen wurde, ist ein Großteil unserer Altstadt heute recht schön saniert. Aber es gibt nach wie vor eine ganze Menge Schandflecken, die vielerlei Ursachen haben. Außerordentlich unschön präsentiert sich, soweit ich zurückdenken kann, der Bereich zwischen dem Stadtteilende Richtung Nied (Zuckschwerdstraße), der Kasinostraße und der Königsteiner Straße im Bereich der Fussgängerzone. In diesem Bereich liegt der Andreasplatz, der wohl als PLATZ schon lange nicht mehr wahrgenommen wurde. Hier vergammeln viele alte Häuser, andererseits gibt es Baulücken, hässlich Hingeklatschtes, hier war viel zu viel Autoverkehr in engen Straßen und alles in allem ist dort außerdem ein Klein-Istanbul entstanden.


Im Moment ist dort alles aufgerissen, der Andreasplatz soll ein modernes, attraktives Gesicht erhalten. Und irgendwo hofft man auch immer noch, dass man den Autoverkehr in Zukunft irgendwie besser in den Griff bekommt. In der Emmerich Josef-Straße ist grad das Chaos ausgebrochen und genau dort sitzt mein Lieblingsoptiker, den ich heute aufsuchen musste. Also Auto stehen lassen und zu Fuß gehn. Und das war gut so. Plötzlich sind mir alle möglichen Fassaden mit Schmuckelementen aufgefallen, die ich vorher noch nie beachtet hatte. Es wäre schön, wenn einige dieser Häuser anschließend von den Eigentümern auch wieder auf Vordermann gebracht würden.


Ich habe mir vorgenommen immer mal wieder aufmerksam durch solche Gegenden zu laufen (und zu fotografieren), wo sich genau solche Veränderungen vollziehen. Zu gucken, was daraus wird, kann doch ganz spannend sein.
Die Fotos von heute habe ich als Galerie in die Höchst-Seite der MainZauber Homepage eingefügt.
Großes Lob muss ich jetzt aber unbedingt noch meinem Optiker zollen: meine Brille bekam neue Nasenstützen, neue “Überzieher” an den Bügeln, wurde auf Hochglanz gebracht – sieht aus wie neu! Und das alles kostenlos, als Service des Hauses. Ich weiß schon, warum ich seit Jahr und Tag dorthin gehe.

