Archiv für Oktober 2009
Veränderungen
. . . sind im menschlichen Leben normal und somit auch die im Stadtbild. Ich finde es manchmal schade, dass ich das alte Frankfurt vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt habe (bin aber viel froher, dass ich den Krieg ebenfalls nicht erlebt habe). In meiner Kindheit tat sich in der Frankfurter Innenstadt ganz viel und leider wurde bei der Notwendigkeit neuen, modernen Wohnraum zu schaffen oftmals nicht auf Ästhetik geachtet und manches noch abgerissen, was man heute erhalten würde. Inzwischen werden einige Zweckbauten aus den Fünfzigern und Sechzigern bereits wieder ersetzt.
Aber auch bei uns im Stadtteil Höchst tut sich ganz viel. Und weil hier später damit angefangen wurde, ist ein Großteil unserer Altstadt heute recht schön saniert. Aber es gibt nach wie vor eine ganze Menge Schandflecken, die vielerlei Ursachen haben. Außerordentlich unschön präsentiert sich, soweit ich zurückdenken kann, der Bereich zwischen dem Stadtteilende Richtung Nied (Zuckschwerdstraße), der Kasinostraße und der Königsteiner Straße im Bereich der Fussgängerzone. In diesem Bereich liegt der Andreasplatz, der wohl als PLATZ schon lange nicht mehr wahrgenommen wurde. Hier vergammeln viele alte Häuser, andererseits gibt es Baulücken, hässlich Hingeklatschtes, hier war viel zu viel Autoverkehr in engen Straßen und alles in allem ist dort außerdem ein Klein-Istanbul entstanden.


Im Moment ist dort alles aufgerissen, der Andreasplatz soll ein modernes, attraktives Gesicht erhalten. Und irgendwo hofft man auch immer noch, dass man den Autoverkehr in Zukunft irgendwie besser in den Griff bekommt. In der Emmerich Josef-Straße ist grad das Chaos ausgebrochen und genau dort sitzt mein Lieblingsoptiker, den ich heute aufsuchen musste. Also Auto stehen lassen und zu Fuß gehn. Und das war gut so. Plötzlich sind mir alle möglichen Fassaden mit Schmuckelementen aufgefallen, die ich vorher noch nie beachtet hatte. Es wäre schön, wenn einige dieser Häuser anschließend von den Eigentümern auch wieder auf Vordermann gebracht würden.


Ich habe mir vorgenommen immer mal wieder aufmerksam durch solche Gegenden zu laufen (und zu fotografieren), wo sich genau solche Veränderungen vollziehen. Zu gucken, was daraus wird, kann doch ganz spannend sein.
Die Fotos von heute habe ich als Galerie in die Höchst-Seite der MainZauber Homepage eingefügt.
Großes Lob muss ich jetzt aber unbedingt noch meinem Optiker zollen: meine Brille bekam neue Nasenstützen, neue “Überzieher” an den Bügeln, wurde auf Hochglanz gebracht – sieht aus wie neu! Und das alles kostenlos, als Service des Hauses. Ich weiß schon, warum ich seit Jahr und Tag dorthin gehe.
Crime Time
Ich bin ein Krimi Fan, geb ich gerne zu. Aber gut muss er sein. Fast immer sind es die Tatorte im Ersten, die mir besonders gut gefallen (es sei denn Andrea Sawatzki mischt mit). Das Interessante an den Tatorten ist, dass sie sich selten darauf beschränken einfache Mordfälle zu lösen, sondern fast immer auch brisante Themen angehen. Gestern war es mal wieder das Zölibatgebot der katholischen Kirche (Tempelräuber). Bisher habe ich mir so viele Gedanken dazu nicht gemacht. Ich finde das Zölibat einfach nur unnötig, antiquiert und unmenschlich. Wie unmenschlich es wirklich ist, wurde mir gestern Abend erst so richtig klar. Wir wissen ja längst, dass sich ein Großteil der katholischen Geistlichen nicht wirklich an die Enthaltsamkeit hält. Aber was das für die betroffenen Menschen, die Priester, ihre Lebensgefährtinnen und die gemeinsamen Kinder – vor allem für diese – tatsächlich bedeutet, das kann man sich gar nicht so richtig vorstellen. Man müsste alle Anwärter auf die Priesterweihe dazu kriegen, dass sie sich solidarisch erklären und sagen: So bitte nicht mehr. Da lobe ich mir doch die Religionen und Philosophien, die der Sexualität den naturgegebenen Platz im Leben eines jeden Menschen einräumen. Aber ich fürchte, die katholische Kirche hat einfach Angst davor, dass mit einer Lockerung des Zölibats letztendlich auch wieder das Dogma der Jungfräulichkeit der Maria in Frage gestellt wird. Aber das ist für mich sowieso der größte Blödsinn aller Zeiten. Und ich frage mich immer wieder, wie man einer Religion angehören kann, die von ihren Anhängern den Glauben daran einfordert. – Nee, ich hör auf. Das führt zu nichts.
Crime Time > Heute Abend könnte es im ZDF einen sehenswerten Krimi geben: Der Tote im Spreewald – soll atmosphärisch sehr dicht sein. Für gute deutsche Krimis lass ich alle amerikanischen sausen.
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Gerade via Kerstin (Terragina) entdeckt: 
eine ganz tolle Rezeptesammlung!
Spät aber doch
. . . kommt heute gegen 14 Uhr die Sonne raus. Bis eben herrschte noch Nebel und Kälte vor. Leider muss ich auf den Lieferanten einer neuen Waschmaschine für meine SchwieMu warten. Zwischen halb Zwei und halb Vier hieß es – wenn ich Pech habe, ist die Sonne schon wieder weg, wenn ich endlich Zeit für einen Spaziergang hätte.
Ich mach mir ein paar Gedanken zum neuen Sari Thema: Quadratisch, praktisch, gut. Klar denk ich zunächst an die allseits bekannte Schokolade, die ich auch im Header des LitBLoG verewigt habe. Die Täfelchen in edlem Gold schmecken übrigens ganz lecker. Aber da muss es doch noch was Anderes geben. Ich merke aber, ich mag das Quadratische nicht. Ich finde es sogar irgendwie störend – ehrlich. Mögt ihr quadratische Fotoalben oder Bücher? Ich nicht. Vielleicht liegt es daran, dass man mir als Kind keine Pixiebücher geschenkt hat. Aber irgendwie passen quadratische Bücher schlecht ins Regal. Rechteckig ist okay . . . aber quadratisch? Ich mochte auch Mathe nie, bin da völlig talentfrei. Aber die Schulhefte, die man dafür brauchte, hatten diese quadratischen Kästchen – ätzend!
Sowas war doch höchstens zum Schiffe versenken gut.
Immerhin ließ sich mit dem Quadrat noch einigermaßen rechnen, vier rechte Winkel – das war in Ordnung. Viel schlimmer war dann schon die Sache mit der Quadratwurzel. Kein Wunder, dass ich in meinem späteren Beruf von allen Arbeiten die Wurzelbehandlungen am wenigsten mochte. Da war ich mir mit meinen Patienten einig.
Ich mag keine Quadrate! In der Natur ist alles rund oder wenigstens abgerundet und selbst schroffe Berge sind trotzdem nicht quadratisch. So ein Quadrat ist was total künstliches. Stickkästchen- ach du lieber Himmel, nannte sich das Zeug Stramin? Damit hat man mich in der Schule doch auch gequält.
Dias? Waren Dias quadratisch? Ich glaube fast. Kein Wunder, dass ich Papierbilder vorgezogen habe. Ich kann mich in meiner Wohnung noch so sehr umgucken: es gibt da nichts Quadratisches außer . . . diesen da:

Aber so richtig gut ist das Zeug ja auch nicht! Da stecken die bösen Kalorien drin.
CD Hüllen sind quadratisch, stimmt! Quadratisch, praktisch aber gut? Irgendwann gehn sie meistens kaputt. Und wenn man sich den Inhalt anhört, weiß man nicht wohin mit der Hülle. Nein, ich mag keine Quadrate!
Übrigens: Alle Galerien mit den Fotos zu den Projekten sind tatsächlich mal wieder up to date *mirmalaufdieschulterklopf*. Wer will, kann sich die Bilder also hintereinander angucken. Zugang zu den Galerien? Oben unter dem Header in der Menüleiste.
Wusstet ihr
. . . (ihr Deutschen, mein ich jetzt mal), dass Google landesspezifische Logos präsentiert? Als ich eben in einem Blog aus Österreich sah, dass in unserem Nachbarland heute Nationalfeiertag ist, hab ich mal geguckt, ob Google da ein besonderes Logo zeigt – nö. Dann kam ich aber zum ersten Mal – wie peinlich – auf die Idee zu gucken, ob es ein google.at gibt. Und voila – natürlich und dort präsentiert die Suchmaschine auch prompt ein Bildchen zum Tag.

Aufgrund von politischen, sprachlichen und ideologischen Bedingungen wurde Österreich lange Zeit als Teil einer deutschen Identität aufgefasst (so steht’s in Wikipedia) und erst 1965 wurde der gegenwärtige Nationalfeiertag festgelegt, der mit der immerwährenden Neutralität Österreichs verknüpft ist.
Nun denn, ihr lieben Nachbarn – genießt das verlängerte Wochenende. Oder müsst ihr am Nationalfeiertag arbeiten?
ABCprojekt – “X”
Tja also das “ICKS” – das ist ein echtes Problem. Im Grunde kennen wir Deutschen doch gar kein “ICKS” , auch kein “X” – allenfalls ein “CHS”. Sämtlich Wörter, die mir mit “X” vorne einfallen, sind Lehnwörter aus dem Griechischen: Xylophon zum Beispiel, jenes Musikinstrument mit dem neben der unsäglichen Blockflöte meist die kindliche Musikerziehung beginnt. Oder Xanthippe, die zänkische Ehefrau des armen Sokrates. Immerhin gibt es am Niederrhein die deutsche Stadt Xanten – das ist außergewöhnlich. Aber sonst? Noch nichtmal in unseren Wörtern gaanz innen drinnen erlaubt man uns das “x”. Wo der Engländer auf die Foxjagd geht, schießen wir Deutschen den Fuchs und wenn in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett das Material auf den Boden tropft, so ist es eigentlich Wax. Und der Volksstamm der Sachsen heißt in England “The Saxons”. Und wo wir wirklich im Inneren eines Wortes ein “x” nutzen, stammt dieses Wort dann eher aus dem Lateinischen, ist was Böses (Hexe) oder was Unanständiges
Insofern macht das deutsche “chs” allerdings Sinn bei der Zahl Sechs: sie lässt sich für Erstklässler wenigstens von Sex unterscheiden.
Ich wundere mich ja, dass noch keine Rechtschreibreform sich dieses Problems angenommen hat. Allerdings sähe Chsülofon ja schon etwas merkwürdig aus.
Ich selbst bin da für viel Flexibilität – Lehnwort aus dem Lateinischen! – mir macht es überhaupt nix, wenn ich z.B. den Buchs(-baum) einfach mal als Bux bezeichne. Wobei das im Frankfoderischen nicht ganz unproblematisch ist, bezeichnet die “Bux” doch eigentlich eine Unterhose, sprich Schlüpfer. Tja so hat man als Deutsche(r) so seine Probleme mit dem “X” und ob ich im Laufe dieser Woche zu diesem Thema ein Foto finde, das kann ich noch nicht versprechen.

Die Redewendung “Jemandem ein X für ein U vormachen”, versteht man auch nur richtig, wenn man zumindest ein bisschen Latein kann. Das “U” wurde von den Römern nämlich wie ein “V” geschrieben und das bedeutete die Zahl “5“. Verlängerte man nun die beiden Striche des V nach unten, dann entstand ein X. Das “X” aber bedeutet die Zahl “10″. Man konnte somit jemanden betrügen, wenn man aus dem “V” ein “X” machte.
Oh – da fällt mir ein: es gibt immerhin die Axt und die Nixe, es gibt auch den Boxer . . . sind das jetzt Lehnwörter oder sind die so richtig durch und durch deutsch?
(Beitrag wortgleich auch im LitBLoG, weil er da hin passt.)

