Winterdepression?
Ach was – wenn doch schon ein Blick in die Tageszeitung Therapie genug ist. Da lacht mich doch heute Prof. Volk von der Hofheimer Klinik an und ich frag mich, warum manche Männer tatsächlich immer attraktiver werden, je älter sie werden. Äh – was wollte ich schreiben – ach ja, also mein Ex-Therapeut gibt nicht nur Ratschläge gegen den Novemberblues sondern verrät auch noch, dass er selbst bei jedem Wetter und noch bei Dunkelheit, wenn’s sein muss, seine täglichen Joggingrunden dreht. Wow – kein Wunder! Ich hab ja viel von ihm gelernt, aber leider muss ich sagen: Sport ist für mich heut noch Mord. Allerdings habe ich immerhin verinnerlicht, dass Bewegung und frische Luft wichtig sind und gut tun, so dass ich mich zumindest nach draußen begebe, sobald es mal einigermaßen trocken ist. Vom Joggen bin ich weit entfernt, aber Walking geht ja auch
Also Mädel, schnür die Schuh und auffi geht’s! Novemberblues muss nicht sein. Und gegen die Grunzgrippe dürfte viel frische Luft auch nicht so ganz verkehrt sein.


@Christoph Seidel: Herzlichen Dank für diese ausführlichen Erläuterungen.
Guten Tag, ich surfe hier zufällig herein und erlaube mir, ergänzende Infos zum Thema Licht & Winterblues zu geben.
a) Tageslicht-Energiesparlampen haben ein Lichtspektrum, dessen spektrale Bandbreite mit der Farbtemperatur 6500K dem Tageslicht eines bedeckten Tages um 12 Uhr mittags entspricht. Wenn eine Lampe dieses Licht nachbildet, wirkt es sehr funktional, kühl und technisch. Geeignet für Arbeitsplätze, nicht für die gemütliche Kuschelecke. Eine warmweiße Energiesparlampe entspricht darum mit nur 2700K den gängigen Glühlampen.
b) Tageslicht-Energiesparlampen (oder Leuchtstoffröhren) enthalten im Vergleich zu einer warmweißen Glühlampe oder Energiesparlampe relativ viel blaue Lichtanteile. Blaues Licht unterdrückt das sog. Schlafhormon Melatonin, mit dem Effekt, dass man wach ist. Ein tagsüber wünschenswerter Effekt, nachts eher nicht.
c) Tageslicht ist sehr hell. Beispiel: Bei einem gut ausgeleuchteten Büroarbeitsplatz sollten auf der Arbeitsfläche wenigstens 500 Lux Beleuchtungsstärke “ankommen”. In einem etwa 2,70 Meter hohen Zweierbüro erreichen Sie das z.B. mit 6 Leuchtstoffröhren á 36 Watt. Heute ist ein richtig ekliger, bedeckter, regnerischer Novembertag, 10.20 Uhr. Ich messe draußen bereits 2800 Lux!
d) Kein Kunstlicht kann das natürliche Licht ersetzen. Aber wir können Kunstlicht so einsetzen, dass es unserem biologisch angelegten Tagesablauf optimal entspricht.
Das bedeutet: Wenn wir tätig sind und arbeiten, sind möglichst helle und “kühle” Lichtfarben (>4000K) ideal. Tageslichtlampen haben den Vorteil, Lichtfarbenunterschiede zwischen dem natürlichen, durchs Fenster einfallenden Licht, und der künstlichen Beleuchtung nahezu vollständig zu vermeiden.
Logisch, jeder weiß: Wenn wir uns entspannen und am Abend den Tag ausklingen lassen wollen, sind warme und nicht so helle Lichtfarben ideal, Lichtfarbe <2700K. Dabei spielt es aber keine Rolle, mit welcher Technologie (Glühlampe, Halogenglühlampe, LED, Leuchtstoff) die Lichtfarbe erzeugt wird. Eine helle 100W Glühlampe mit 1340 Lumen Lichtstrom hat intensivere Blaulichtanteile und macht logischerweise sehr viel "wacher" als eine warmweiße 11 Watt Energiesparlampe mit nur 700 Lumen (der ohnehin ziemlich ahnungslose und effekthascherische Report-Beitrag zitiert in diesem Zusammenhang den Berliner Lichtforscher Dr. Kunz aus dem Kontext gezogen).
FAZIT:
Im Prinzip wären tageslichtfarbe Leuchtstoff- oder Energiesparlampen ideal gegen den Winterblues, weil ihre Lichtfarbe das Tageslicht mit seinen hohen Blaulichtanteilen sehr weit nachbildet.
In der Praxis sind die erreichbaren Helligkeiten der haushaltsüblichen Lampen zu gering, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. Deshalb wird man weder von den kalten Tageslichtlampen und erst recht nicht von den gemütlichen Warmlichtlampen krank. Man mache sich in diesem Zusammenhang bewusst, dass die Technologie der Energiesparlampen seit Jahrzehnten in Anwendung ist.
Die Tageslichtlampen sind geeignet, um unseren Biorhythmus tagsüber mit dem richtigen Licht zu unterstützen. Eine gezielte therapeutische Wirkung sollte man sich wie gesagt nicht erhoffen.
Spezielle handelsübliche Lichttherapiegeräte sind heller (2500 Lux). In einem richtigen Lichtlabor werden gut 10.000 Lux erreicht. Das vertreibt dann auch nachweisbar den Winterblues.
Unerreichbar gegen den Winterblues: Spazierengehen bei Tageslicht. Am besten mit dem Hund. Dem macht das Wetter nämlich so gut wie nie was aus.
@Pia: Für blinden Aktionismus halte ich das Verbot der Glühlampem allerdings auch. Aber die Gesundheitsschädlichkeit mit dem Blaulichtanteil zu begründen, der ja andererseits gerade gegen die Winterdepression empfohlen wird, ist für mich unsinnig. Wir lassen die Lampen ja nicht nachts im Schlafzimmer brennen.
Ich weiß es auch nicht genau Elke, aber ich weiß auch nicht genau was alles in diesen Energiesparlampen drinnen ist das evtl. Schäden hervorrufen könnte und ich habe im TV etwas darüber gesehen. Report aus München hatte einen Bericht und der nahm das Thema auf.
Wenn ich darf stell ich dir dazu mal einen Link rein, dort gibt es den Mitschnitt der Sendung zum lesen und als Video. Da geht es unter anderen auch um den medizinischen Aspekt dieser Lampen
http://deutschlandpolitik.wordpress.com/2009/08/17/forscher-warnen-vor-eu-gluhlampenverbot/
Tschüssi und hab einen schönen Abend
Ja, ich finde Patrick Stewart sieht immer besser aus, je alter er wird! Wegen den Katzengrass, meine Beiden gehen auch nach draussen und ich habe einen riesen Garten, aber hier in Michigan wird es ueber den Winter sehr kalt dass das Grass dormant wird–also gibt’s draussen nichts zu knapperen, von jetzt bis April/Mai!
@Pia: Ich kann das mit den Energiesparlampen nicht nachvollziehen. Wir haben inzwischen schon seit einigen Jahren kaum noch normale Glühbirnen im Haus. Ich habe z.B. in der Leselampe eine angenehme warmtonige Energiesparlampe, die mir durchaus gut tut. Seit einigen Tagen habe ich eine sog. Tageslichtleuchte aufgestellt, die gegen das mangelnden Licht helfen soll, aber damit komme ich garnicht gut klar. Die ist mir schlicht und einfach zu hell. Das einzig gewöhnungsbedürftige an Energiesparlampen ist für mich, dass sie diese (relativ kurze) Vorlaufzeit haben, bis sie richtig hell werden.
Hallo Elke,
bin auch kein Sportfreak! Und wenn ich in das manchmal verbissene Gesicht eines Joggers (in) sehe der mir bei meinem Gang (2-3 Stunden je nach Foto-Objekte) durch den Lieblingspark entgegen kommt, möchte ich es auch nicht. Zumal ich gestern gelesen habe, dass für die Fitness, gar nicht so viel Aufopferung nötig sind. 30Min. strammes Gehen täglich soll angeblich reichen….Und wenn es mich dann mal mächtig überkommt, mache ich Yoga….Gut für Körper und Seele….
Liebe Grüße von Monré
Joggen ist auch nicht gerade meine Welt, da halte ich es dann doch lieber mit ausgiebigen Spaziergängen, so es die Zeit denn erlaubt…
Sei lieb ggerüßt
Kvelli
Der absolut sportliche Typ bin ich ja auch nicht, aber mindestens 1 mal täglich eine große Tour von 1-2 Stunden mit dem Hund muss sein, nicht nur für den Hund, auch für mich. Schlechtes Wetter gibt eh nicht im Harz – es gibt nur unzweckmäßige Kleidung – und mir fehlt direkt etwas wenn ich nicht an die frische Luft komme. Die Wohnung habe ich jetzt schon mit Kerzen vollgestellt und das hebt bei mir auch deutlich die Stimmung.
Energieparlampen sollen ja auch die Winterdepression und das Hormonsystem durch ihr unnatürliches Licht noch negativer beeinflussen als die normale Glühlampe. Das unnatürliche Lichtspektrum der Sparlampen sorgt dafür, dass der Mensch vermehrt Stresshormone ausschüttet. Man wird sehen was der Herbst bringt und ob die Winterdepressionen aufgrund der Sparlampenumstellung zunehmen.
Bei uns ist es mit 10 Grad plus fast schon frühlingshaft.
Liebe Grüße von Pia