Archiv für 17. November 2009
Die Schachtel

Wenn man die Eindrücke eines jeden Jahres in eine Schachtel packen wollte, dann brauchte man dazu vermutlich Schachteln von ganz unterschiedlicher Größe. Manchmal scheinen Tage, Wochen, Monate einfach nur zu verfliegen ohne das etwas passiert, das man für erwähnenswert hält. Dann passiert plötzlich an einem Tag soviel auf einmal, dass man für diesen Tag fast schon eine eigene Schachtel haben müsste. Vor dem Digitalzeitalter packten viele Menschen ihre Fotos in Schachteln, immer mit dem Gedanken sie später mal in ein Album zu kleben. Meistens ist es dann dabei geblieben und plötzlich hat man sie wieder in der Hand und fragt sich: wie und wo war das damals eigentlich? Ich fürchte, es wird heute vielen Bilder auf den diversen Speichermedien ähnlich ergehen. Andererseits – die wirklich wichtigen Momente im Leben, die bleiben einem vermutlich auch so in Erinnerung? Tun sie das? Wir haben in den letzten Tagen viel über Depressionen gelesen. Zu vielen psychischen Erkrankungen gehört auch, dass man Dinge schlicht und einfach verdrängt. Das müssen garnicht nur schlimme Dinge sein. Aber manchmal fühlt man sich nicht mehr in Lage Neues und noch mehr und immer noch mehr aufzunehmen und dann schafft die Seele das irgendwo ins Abseits. Ich glaube, es ist gut, wenn man in diesen Zeiten Tagebuch schreibt. Das ist immer noch etwas anderes als Bloggen. Ich besitze stapelweise Tagebücher aus vergangenen Zeiten und oftmals erzählen sie mir von ganz anderen Gedanken als meine Fotos das vermuten lassen würden.
Wie ich darauf komme? Keine Ahnung – einfach so Gedanken, die mir vorhin bei einem kleinen Spaziergang im Nieselregen durch den Kopf gingen. Ich hatte ja gehofft, es sei nun mal trocken, aber das war wohl ein Irrtum.
Ach ja – die BlogSchachtel des heutigen Tages enthält mal wieder viel zu viel – insgesamt vier (4) Beiträge. Fühlt euch gefordert aber bitte nicht überfordert *lach*.
DAS . . .
. . . glaub ich jetzt nicht! Da habe ich doch gestern einen zwar kritischen aber wohl kaum beleidigenden Kommentar geschrieben und der wurde einfach gelöscht (und Einstein darf nun sogar noch die Zunge rausstrecken). Wow – die Erde mag ja weiter lächeln, ich lächle da wohl nicht mehr – sorry!
An dieser Stelle mal ein vermutlich schon lange überfälliges Dankeschön an alle BloggerINNen, die meine manchmal tatsächlich sehr sezierenden Kommentare seit Jahren ertragen, sie nicht löschen und mir auch nicht die Freundschaft deshalb kündigen. Ich bin kein Heile-Welt-Blogger, weder vermeide ich es, in meinen eigenen Beiträgen zu bestimmten Themen kritisch Stellung zu beziehen, noch tu ich das in meinen Kommentaren bei anderen. Niemals habe ich dabei die Absicht – auch wenn das manchmal bei einigen Leuten so ankommt – jemanden der anderer Meinung ist als ich, zu beleidigen. Aber was ich auf den Tod nicht ausstehen kann, das sind Menschen, die Halbwahrheiten verbreiten, vor allem wenn sie in vorgeblich spirituellen Blogs versuchen andere zu manipulieren. Nichts gegen spirituelle Blogs, ich bin ja esoterischen Themen gegenüber sogar ausgesprochen aufgeschlossen, aber gerade im Internet sind sie nicht ungefährlich. Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden, ich meine damit nicht den Blog, in dem mein Kommentar gelöscht wurde. Es ging um einen anderen Blog, der dort verlinkt ist.
Ach und noch etwas, was mir in diesem Zusammenhang gerade einfällt: Es gibt immer noch jede Menge Blogs, die über kein Impressum verfügen, die noch nicht einmal per email zu erreichen sind, allenfalls über Kontaktformular. Ehrlich gesagt ist mir diese Anonymität durchaus suspekt.
Projekt52 – Horizonte
Reisen bildet, sagt man – auf alle Fälle erweitet es den persönlichen Horizont gewaltig.
Um Horizonte geht es bei Saris Projekt ’52 in dieser Woche. Hier drei Fotos dazu:

Straßen ohne Ende – wie es scheint; hier im Joshua Tree NP

Einfach nur gewaltig – Blick in den Grand Canyon und darüber hinaus

Der amerikanische Pazifik bei Point Lobos
ABC Projekt -Ä-
Soll ich schon wieder über’s Wetter schreiben? Nee – oder? Es ist auch immer noch unverändert >>> Sintflut eben.
Aber wir haben ja unsere Projekte der Woche, als da wären das “Ä” bei Kerkis ABC-Projekt und die “Horizonte” bei Sari bzw. dem Projekt ’52.
Beim “Ä” fällt mir doch als Erstes der Äbbelwoi ein, der von einer ignoranten jüngeren Generation vor Jahren in Äppler umgetauft wurde. Egal – ob Äppler oder Äppelwoi – das Frankfurter Stöffche fängt mit dem “Ä” an (manchmal auch mit “E”, der Frankfurter macht da in der Aussprache keine großen Unterschiede).

In Frankfurts Apfelweinwirtschaften wird für die größere Runde immer noch der “Bembel” auf den Tisch gestellt, ein Steingutkrug mit grau-blauer Glasur, aus dem der Apfelwein ausgeschenkt wird (schreibt sich das inwischen vielleicht aussch“ä”nken? Geschenkt kriegt man ihn in der Tat höchst selten.) Getrunken wird traditonell aus dem “Gerippten”, die Steingutkrüge sind dann eher was zur Zierde oder für den heißen Äbbelwoi im Winter.

Im Sommer trinken wir unseren Äbbelwoi am liebsten mit viel Mineralwasser als Durstlöscher, dann heißt er einfach der “Gespritzte” (nix Schorle oder so). Nicht-Frankfurter und Kinder greifen auch schon mal zum Süßgespritzten, aber der echte Äbbelwoiliebhaber tut sich das nicht an. [Süß Gespritzter ist eher was für Weicheier und Warmduscher.] Ganz anders verhält es sich mit dem “Süßen” oder gar mit dem “Rauscher”. Der Süße ist im Grunde noch fast Apfelsaft, der Rauscher dagegen mit dem Federweißen beim Wein zu vergleichen.
Im Winter empfiehlt sich der “Heisse Äbbelwoi” – dem Glühwein vergleichbar. Deshalb bekommt man ihn auch auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt ausgeschenkt (aber es gibt dort auch normalen Glühwein. Nur wer will den schon, wenn er auch heißen Apfelwein bekommen kann?)
Heißer Äbbelwoi
Zutaten:
1 Liter Apfelwein
1/8 Liter Wasser
6o Gramm Zucker
1/4 Stange Zimt
3 Gewürznelken
Schale einer halben Zitrone
Zubereitung
Zucker und Gewürze mit Wasser und Apfelwein aufkochen und etwa 10 Minuten ziehen lassen.
Zum Wohl . . . oder einfach nur Prost!
Ach so: Auch wenn der Äbbelwoi nicht zu den hochprozentigen Spirituosen gehöt, man sollte ihn nicht unterschätzen. Zu ein bis zwei Gläsern empfiehlt sich zumindest eine Brezel, darüber sollte es besser Handkäs’ mit Musigg sein oder noch besser e Ribbsche mit Kraut.