Archiv für 19. November 2009
Wohin wollen wir?
An sich wollte ich heute nichts mehr schreiben. Ein philosophischer Erguss pro Tag sollte reichen. Aber bei Ocean bin ich auf die Frage gestoßen, ob die Deutschen (und nicht nur sie) das Lesen verlernen. Am besten lest ihr euch mal bei Ocean durch, was sie geschrieben hat, meinen Kommentar dort und auch den Link zu ZEIT online. Zuviel verlangt? Seht ihr, genau das ist das Problem! Wer mir dennoch folgen möchte, lese bitte HIER weiter
. Danke.
Gartenwetter
. . . wie im Frühling. Mehr dazu bei “Klick” aufs Bild!
Herr im Himmel! – ich höre gerade im Radio, dass im Westend eine Frau von einem 15m hohen Baum erschlagen wurde. Heute stürmt es doch garnicht mehr. Wir haben vor Urzeiten mal im Westend gewohnt – eine schöne Gegend (ganz in der Nähe befindet sich auch der Palmengarten).
Humor
. . . ist, wenn man trotzdem lacht > das war so ein Spruch meiner Mutter, den sie an unserer Wohnungstür hängen hatte. Nicht unbedingt zur Erheiterung der noch im Haus wohnenden Verwandschaft, mit der sie ziemlich zerstritten war.
Heute ist der Tag der Philosophie, habe ich im Radio gehört (und außerdem noch Welttag der Toiletten – ein Schelm, wer Böses dabei denkt!).
Wusstet ihr, dass das Wort “humor” im Englischen noch als Begriff für Körperflüssigkeiten in Gebrauch ist? Was einem deutschsprachigen Menschen vielleicht merkwürdig vorkommt, ist jedoch mal wieder etymologisch zu erklären: das Stammwort dahinter kommt wie sooft aus dem Lateinischen “(h)umores = die Körpersäfte und diese waren ja in der antiken Medizin für die körperliche und seelische Gesundheit zuständig. Menschen, bei denen sich weiße Galle, schwarze Galle, Blut und Schleim nicht im Gleichgewicht befanden, wurden auch als cholerisch, melancholisch, sanguinisch oder phlegmatisch bezeichnet. Derjenige, bei dem aber alles in Ordnung war – die humores im Gleichklang schwangen – befand sich somit wohl. Ihn konnte so leicht nichts erschüttern – er zeigte Humor!
Somit kommen wir dann auch wieder auf den heutigen Tag zurück. Verbissene, verkniffene Menschen, deren humores gestört sind, leiden des öfteren auch unter Verstopfung. Heutzutage macht man das mit sich allein ab – am stillen Örtchen. In der Antike und selbst bei den alten Germanen war da noch ganz anders. Da gab es “Donnerbalken” mit oder ohne Wasserspülung, wo man sein Geschäft in Gesellschaft erledigen konnte und dabei ließ es sich trefflich philosophieren. Wenn dann der eine oder andere mal länger sitzen blieb, konnte man das gerne auf den interessanten Gesprächsstoff schieben. Und so schließt sich der Kreis vom Tag der Philophie, über den Humor bis hin zum Welttag der Toiletten. Hab ich das nicht genial hingekriegt – klopf mir mal wer auf die Schulter, bitte!

Im (heute türkischen) antiken Ephesos kann man die Gemeinschaftstoiletten übrigens immer noch bewundern.


Diese Fotos aus Ephesus (2003) dürften mit die ersten digitalen Bilder sein, die ich auf DVD gebrannt habe. So übel waren selbst die ersten noch recht einfachen digitalen Kameras wirklich nicht.









