Humor
. . . ist, wenn man trotzdem lacht > das war so ein Spruch meiner Mutter, den sie an unserer Wohnungstür hängen hatte. Nicht unbedingt zur Erheiterung der noch im Haus wohnenden Verwandschaft, mit der sie ziemlich zerstritten war.
Heute ist der Tag der Philosophie, habe ich im Radio gehört (und außerdem noch Welttag der Toiletten – ein Schelm, wer Böses dabei denkt!).
Wusstet ihr, dass das Wort “humor” im Englischen noch als Begriff für Körperflüssigkeiten in Gebrauch ist? Was einem deutschsprachigen Menschen vielleicht merkwürdig vorkommt, ist jedoch mal wieder etymologisch zu erklären: das Stammwort dahinter kommt wie sooft aus dem Lateinischen “(h)umores = die Körpersäfte und diese waren ja in der antiken Medizin für die körperliche und seelische Gesundheit zuständig. Menschen, bei denen sich weiße Galle, schwarze Galle, Blut und Schleim nicht im Gleichgewicht befanden, wurden auch als cholerisch, melancholisch, sanguinisch oder phlegmatisch bezeichnet. Derjenige, bei dem aber alles in Ordnung war – die humores im Gleichklang schwangen – befand sich somit wohl. Ihn konnte so leicht nichts erschüttern – er zeigte Humor!
Somit kommen wir dann auch wieder auf den heutigen Tag zurück. Verbissene, verkniffene Menschen, deren humores gestört sind, leiden des öfteren auch unter Verstopfung. Heutzutage macht man das mit sich allein ab – am stillen Örtchen. In der Antike und selbst bei den alten Germanen war da noch ganz anders. Da gab es “Donnerbalken” mit oder ohne Wasserspülung, wo man sein Geschäft in Gesellschaft erledigen konnte und dabei ließ es sich trefflich philosophieren. Wenn dann der eine oder andere mal länger sitzen blieb, konnte man das gerne auf den interessanten Gesprächsstoff schieben. Und so schließt sich der Kreis vom Tag der Philophie, über den Humor bis hin zum Welttag der Toiletten. Hab ich das nicht genial hingekriegt – klopf mir mal wer auf die Schulter, bitte!

Im (heute türkischen) antiken Ephesos kann man die Gemeinschaftstoiletten übrigens immer noch bewundern.


Diese Fotos aus Ephesus (2003) dürften mit die ersten digitalen Bilder sein, die ich auf DVD gebrannt habe. So übel waren selbst die ersten noch recht einfachen digitalen Kameras wirklich nicht.


Hallo Elke,
an dir ist wahrlich eine Philosophin verloren gegangen (ganz-ausgiebig-Schulterklopf). Über die antiken Gesellschafts-Klos hatte ich schon bei Lucki etwas gelesen: Andere Zeiten, andere Sitten.
Wenn es in den heutigen öffentlichen WC-Anlagen die Trennwände zwischen den Örtchen nicht gäbe, dann könnte die auch niemand mehr mit seinen dummen Sprüchen à la “Edding grüßt alle Putzfrauen” beschmieren. Das wäre dann aber auch gar nicht mehr nötig, da man ja direkt mit seinen nebenan tronenden Nachbarn kommunizieren könnte. Außerdem würden dann auch die blöden Türen mit den Cent-Gräbern überflüssig werden. Dann könnte jede/r wenn sie/er mal muss – auch wenn sie/er unglücklicherweise gerade einmal nicht das passende Kleingeld dabei hat.
Aber vielleicht sind das ja auch alles ganz blöde Ideen und wir lassen besser alles so, wie es ist. Möglicherweise gibt es ja auch eine Toilettenlobby, die den Versuch der Demontage der Cent-Gräber an den Klotüren mit Euro-Gräbern an denselben beantworten würde.
Gruß von der Nordseeküste,
juwi
Liebe Elke
das hast du ganz genial hingekriegt, und so schön erklärt, dass selbst ich das jetzt verstanden habe.
Vielen Dank
Wünsch dir einen schönen Tag
Liebe Grüsse
Brigitte
Äh, Ute, das trifft jetzt nicht so ganz den Sinn meines Textes. Aber okay, es ging ja um Humor *lol* – also gut > Pupsverbotschild ist akzeptiert.
Irgendwo habe ich noch ein “Pups-Verbots-Schild”. Aber das Bedarf einer längeren Suche.
LG
Ute