Archiv für 24. November 2009

Maledivenwetter

Ehrlich – dieses Wetter weckt bei mir Erinnerungen an den November 2003, an dem wir zum ersten Mal zwei Wochen auf einer Malediveninsel verbrachten. Wenn ich rausschau oder rausgehe – was auch hin und wieder sein muss – dann ist alles sowas von tratschnass und die 16°Celsius erinnern auch nicht an einen deutschen Winter.  Im November 2003 waren wir auf der Insel Fesdhu und hatten nicht damit gerechnet noch in die Regenzeit zu kommen. Später sind wir immer im Februar/März geflogen.  Es war natürlich noch wärmer auf Fesdhu, aber wenn man dort drei Tagen im Regen saß, dann hatte man keine trockenen Klamotten mehr. Ähnliches hatte ich schon mal im Januar auf Koh Samui/ Thailand erlebt.

fesduregenFesdhu im Regen

Aber es sah natürlich auch so aus:

fesdhu1

fesdhu3

fesdhu2

Weder auf Helengeli noch auf Eriyadu haben wir eine so enorme Blütenpracht erlebt wie damals auf Fesdhu, aber es gab auch viele Mücken und es war halt extrem nass von oben. Wobei es die Stechmücken auch auf Eriyadu gab, nur auf Helengeli blieben wir davon verschont.

frangipani

hibiskus

Meine Bilder auf der Insel habe ich damals mit einer der ersten Digis gemacht, die ich besaß. Unter Wasser musste ich 2003 noch analog fotografieren und diese Bilder sind auch zum größten Teil nichts geworden. Wobei man sagen muss, dass 2003 die Korallenriffe von dem vorangegangenen “El Niño” noch massiv zerstört waren.  2005 und 2007 haben wir viel schönere Unterwasserwelten erleben dürfen.

fische2

muschel

So – diese Fotos hab ich jetzt einfach gebraucht!!!

sundowneriyadu

Noch ein paar

. . . vorerst letzte Gedanken – ich will ja hier niemanden nerven – zu den DVDs über die deutsche Geschichte. Ich habe mir immer eingebildet mich gut auszukennen, aber langsam glaube ich, dass auch mein Geschichtswissen mehr oder weniger auf  Zahlen und Namen beruhte – Ende. Und je näher ich mit dem Betrachten der DVDs  dem modernen Deutschland komme, umso mehr merke ich, wieviel ich bisher nicht wirklich durchdacht, ja noch nicht mal gewußt habe. Hitler und das Dritte Reich – bisher habe ich nie wirklich verstanden, wie unsere Eltern, Großeltern auf diesen Mann und seine Ideen hereinfallen konnten. Die aktuelle deutsche Geschichte wurde auch während meiner Schulzeit nicht wirklich behandelt. Und vielleicht war das gut so, zumindest ist es mir inzwischen verständlich. Die meist alten Lehrer, die uns unterrichteten, sie hätten vermutlich garnicht objektiv dazu Stellung nehmen können. Ich selbst habe auch nur ein ganz geringes Nationalbewußtsein. Dass Deutschland in meinen jungen Erwachsenenjahren geteilt war in BRD und DDR fand ich zwar unangebracht und habe die DDR Regierung auch als Unrechtsregime gesehen, einfach weil sie ihre Bevölkerung wie in einem Gefängnis gehalten hat, aber ich habe die Wiedervereinigung nie unter dem Gedanken von Nationalbewußtsein gesehen. Jetzt verstehe ich allmählich, wie wichtig genau dieses Bewußtsein zu einer deutschen Nation zu gehören, für unsere Eltern und Großeltern noch gewesen sein muss. Mein Vater wurde 1909 geboren – hundert Jahre zuvor gab es noch kein Deutschland in unserem heutigen Sinne. Österreich, Preußen und der Rheinbund, das war, was damals “Deutschland” ausmachte. Und der Rheinbund paktierte mit Napoleon. Die Nation Deutschland entstand erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, war im Grunde eine ganz junge Nation, die nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 eine wirklich Identität bekam. Ich kenne die Geburtsjahre meiner Großeltern nicht, aber sie müssen um den Dreh herum geboren sein. Meine Oma väterlicherseits war einundachtzig als sie 1954 starb. Mir ist zumindest von der väterlichen Linie in Frankfurt nicht  bekannt, dass es dort aktive Nazis gegeben hätte. Aber wenn ich mir das alles jetzt so vergegenwärtige, kann ich zumindest besser verstehen, dass  im noch jungen Deutschland durchaus das Gefühl bestand, dass Nationalstolz etwas Gutes und zu verteidigendes sein musste.

Ja und heute? Wiederum knapp hundert Jahre später scheinen wir tatsächlich auf ein gemeinsames Europa hinzusteuern. Aber irgendwie scheint es mir auch verständlich, dass das Bekenntnis dazu noch nicht einheitlich positiv ausfällt. Wir leben in einer Zeit der enormen Beschleunigung auf allen Ebenen. Das habe ich jetzt schon mehrmals geschrieben. Die Frage ist, wie viel Beschleunigung der Mensch als solcher, wie viel Globalität der Rest Steinzeitmensch in uns überhaupt verträgt.

holzhausenEine weitere gotische Grabplatte aus dem Frankfurter Dom.
Sie zeigt den Bürgermeisters Johann von Holzhausen, gestorben 1393,
und seine 1371 verstorbenen Ehefrau Gundula Goldsteyn.

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