Archiv für die Kategorie „Erinnerungen“
2009
Kleiner Jahresrückblick > keine Reisen diesmal, dafür viele kleine Unternehmungen und vor allem die Neugestaltung des Gartens. Im Januar und im Februar hatten wir mehr Schnee als üblich und ich war viel mit der Kamera unterwegs, vor allem an der Nidda aber auch im Taunus. Weihnachten 2008 hatte ich ja die Jahreskarte für den Opelzoo bekommen, die ich auch genutzt habe aber vermutlich weniger als ich dachte. Mit der Gartenneuanlage und dem schönen neuen Teich wurde ich erstmal sehr häuslich. Im April wurde ich mal wieder ein Jahr älter, kann man nicht aufhalten. Kleinere Ereignisse wie die Lufthansaklassikertage und das Eisenbahnfest an Pfingsten wurden natürlich besucht und dokumentiert. Ansonsten drehte sich im Frühling und im Sommer alles in erster Linie um den Garten. Der Gartenblog lief entsprechend zur Hochform auf. Und Besuche bei diversen Gartenpflanzen- ausstellungen im Palmengarten und Hessenpark waren natürlich Pflichtprogramm.
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Zum Herbst wurden die Aktivitäten dann langsam wieder erweitert. Wiesbaden und kürzlich Darmstadt wurden zu interessanten Nahzielen (aber auch Frankfurt und Höchst) und haben meinen heimatlichen Horizont erweitert (mit der Nidda bin ich nicht weitergekommen *lach*). Sowas richtig Bedeutendes ist nicht passiert, aber das ist ja oftmals nur von Vorteil. Nun bin ich gespannt, was das Jahr 2010 bringt. Eins weiß ich ja, aber nicht, wie es sich auswirken wird: ab Sommer 2010 wird der GöGa ebenfalls zu Hause sein. Das wird sicher eine große Umstellung.
Zweiter Advent
. . . bei uns immer schon samstags. Beim gemeinsamen Kaffee hat der Kranz noch Platz auf dem Tisch, sonntags beim Mittagessen muss er weichen. Allmählich wird es in unserem Wintergarten doch etwas weihnachtlich dank der Pflanzen die dort stehen.

Der neue weiße Weihnachtskaktus hat sich zum roten Weihnachtsstern gesellt, dezent von der Palme begleitet. Früher hätte ich Rot, Orange und Lila nie zu kombinieren gewagt, aber – wie man sieht – es geht alles. Der Kaktus wird natürlich nochmal fotografiert, wenn er blüht.

In der Ecke, in der vorher der pinkfarbene Weihnachtskaktus dominierte – der ist schon verblüht – steht jetzt das Alpenveilchen vor der abgeblühten Orchidee. Die kleinen Teelichter mit LEDs machen sich im Dunkeln sehr gut – feine, kleine Lichttupfer, die man, weil nichts heiss wird oder brennen kann, auch unter Vorhänge usw. stellen darf.


Apropos Kerzen: neulich gab’s im TV eine Sendung, die zeigte, wie die Räumlichkeiten von Schloss Sanssouci zur Zeit des Alten Fritz beleuchtet waren. Das war ein einmaliges Experiment, weil das offene Kerzenfeuer als viel zu gefährlich für Mobiliar und Wanddekorationen gilt. Für diese Dokumentation hat man in einem der großen Säle die Glühlampen rausgeschraubt (überall, also aus den Kronleuchtern, den Wandlampen und den Tischlampen) und durch echte Kerzen ersetzt. Tatsache ist, dass Kerzen zwar eine damals sündhaft teure Beleuchtung darstellten, die Leuchter aus echtem Bergkristall fast unbezahlbar waren, aber die Lichtausbeute ging gegen Null. Wenn Friedrich am Abend schreiben oder lesen wollte, brachte höchstens der Tischleuchter, der den entsprechenden Platz direkt beleuchtete, das nötige Licht. Kerzen an sich konnten sich allenfalls reiche Menschen leisten, der Normalsterbliche erleuchtete sein Heim mit Talglichtern. Sie erzählten in der Sendung die Geschichte eines Arztes, der dem Sohn eines Fürsten das Leben rettete und sich sein Honorar in Kerzen auszahlen ließ. Das alles kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Kein Wunder, dass die Sonne von den Menschen verehrt wurde (siehe auch mein Türchen am 1.Advent).


Der chinesische Pavillon in Schloss Sanssouci
So, genug Erinnerungen, jetzt geh ich mal eine Blogrunde drehen.
Rückblick November
Die Rückblicke “Das war mein XYZMonat“ sind allmählich in viele Blogs eingezogen und ich finde das wirklich eine feine Sache. Die Zeit rast und trotzdem weiß man am Monatsende oft schon nicht mehr, was man am Ersten so bedeutsam fand.
N - nass war’s zu Beginn und zwar fürchterlich nass!
O – ohne Zweifel war die Schweinegrippe das Thema dieses Monats überhaupt.
V – viel Laub musste im Garten noch zusammengerecht werden
E – echt englisch waren die Bücher von Ann Granger, die ich in die Hand bekam
M – Mitte November nahm das Projekt Adventskalender Gestalt an
B – blöd war die Sache mit den Flaschen, die man uns nachts in den Hof warf
E - endlich war die Regenzeit dann doch vorbei
R – reichlich schöne Motive bekam ich zum Monatsende noch vor das Objektiv

Simply the Best
Bei Inge aus HH wurde ich gerade daran erinnert, dass Tina Turner gestern ihren 70. Geburtstag feiern konnte, und ich finde, das ist eine Bemerkung wert. Für mich ist diese Frau ein Phänomen und ich bewundere sie wirklich – neidlos. Denn einfach hatte sie es nicht in ihrem Leben und ihre unglaubliche Fitness, die sie immer noch auf der Bühne zeigt, erfordert sicher jede Menge Selbstdisziplin. Ihre Stimme, die man wirklich man besten mit dem Begriff “Röhre” bezeichnet, ist mitreißend.
Zum ersten Mal ist sie mir zusammen mit ihrem damaligen Ehemann Ike Turner in den Sechziger Jahren aufgefallen. Proud Mary war damals eines der ganz bekannten Lieder. Aber so richtig in Schwung ist sie tatsächlich erst nach ihrem Comeback als Solosängerin in den Achtzigern gekommen: Privat Dancer war das erste große und erfolgreiche Album. Und danach ging es für Tina nur noch steil nach oben. Einer meiner Lieblingssongs ist “Simply the best“.
Ich gratuliere zum Siebzigtsen und sage: Tina, you are “Simply the Best”.
Livevideo von 1999 siehe HIER.
Vor 33 Jahren
. . . war ich sicher einer der (von ca. 17) glücklichsten Menschen der Welt, naja zumindest in Frankfurt. Das zahnmedizinische Staatsexamen war endlich bestanden, all der Stress, die Plackerei, die Ängste waren vorbei. Ich war gerade mal 23 Jahre alt und dachte, nun steht dir die Welt offen, liebe Elke. Letztendlich waren die Jahre des Studiums trotz allen Stresses und die folgenden Jahre meiner Assistenzzeit bis zur Praxisgründung 1980 vermutlich auch wirklich die freiesten meines Lebens. Wenn ich aus dieser Zeit überhaupt etwas bereue, dann dass ich mir nicht mehr Freiheiten erlaubt habe, einen Auslandsaufenthalt etwa. Aber diese Denkweise, mal nur was für mich zu tun, die war mir leider nie gegeben. Egal – es war eine gute Zeit!
Und waren auch geschafft!
Den Sekt tranken wir natürlich stilecht aus den Mundspülbechern
Karin, Lutz und ich – wir drei trafen uns bis zu Karins viel zu frühem Tod vor zwanzig Jahren regelmässig Ende November mit unseren Partnern zu einem gemeinsamen Staatsexamens-Gedenk-Essen und auch sonst sehr häufig. So eine gemeinsame Prüfungsgruppe über gut ein halbes Jahr, das schweisst zusammen. Und wir verstanden uns auch vorher einfach schon sehr gut, so fand man sich in den Prüfungsgruppen zusammen. In meinem Buch klingt das übrigens so:
“Ganz wichtig ist die richtige Zusammensetzung der Prüfungsgruppe! Da gibt es im Vorfeld Koalitionsverhandlungen – Sie glauben es nicht! Natürlich spielen Sympathien eine wichtige Rolle, aber auch ganz praktische Überlegungen. Und die Zeit der Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen schweißt die Gruppe zusammen wie kaum etwas Anderes. Meine eigene Gruppe fand ich wirklich ideal. Wir hatten mit L. einen Kopf, einen Vordenker, der für alle ungeklärten Fragen gut war. Sein IQ war vermutlich Schwindel erregend. Und wir hatten einen Techniker im wahrsten Sinne des Wortes. Bevor W. Zahnmedizin studierte, war er bereits Zahntechniker gewesen. Meine Freundin K. und ich waren der weibliche Part, normal, fleißig, zuverlässig. Was sollte da schief gehen?” Na ja – es hätte einiges schiefgehen können und es sind auch nicht alle aus dem Semester durchgekommen.
Genug der Nostalgie – heute war ich in Wiesbaden auf dem Neroberg. Das Wetter war schön, die Wiesbadener Innenstadt verstopft und bis ich auf Wiesbadens Hausberg war, wurde es leider schon duster. Aber schön war trotzdem.
Der Neroberg ist gerademal 245 m hoch aber weithin sichtbar durch eine russisch-orthodoxe Kirche mit fünf goldenen Kuppeln. Diese Kirche wurde 1847 bis 1855 von Herzog Adolf von Nassau anlässlich des frühen Todes seiner Gemahlin, der 19-jährigen russischen Prinzessin Jelisaweta (Elisabeth) Michailowna, Großfürstin von Russland und Herzogin von Nassau (1826-1845) erbaut. Sie war die Tochter von Michael Romanow (1798-1849), dem jüngeren Bruder der Zaren Alexander I. Dass bei uns in Hessen überall russisch-orthodoxe Kirchen rumstehen, habe ich schon damals bei Darmstadt und der Mathildenhöhe erwähnt. Als ich zum Neroberg hochfuhr, leuchteten mir die Kuppeln in der Abendsonne entgegen.


Das Medaillon über dem Westeingang stellt die Heilige Helena dar,
Mutter des römischen Kaisers Konstantin
Geweiht ist die Kirche allerdings der Heiligen Elisabeth, deren Medaillon sich auf der Südseite befindet. Dort wurde der Eingang, der sowieso immer nur dem Adel vorbehalten war, nach dem Sturz des letzten russischen Zaren zugemauert.
Zwischen Frühling und Herbst führt auf den Neroberg vom Nerotal aus seit 1888 die Nerobergbahn hinauf, eine mit Wasserballast betriebene Standseilbahn. Oben auf dem Berg steht ein kleiner Tempel, den man auch Monopteros nennt, ein Begriff aus der Architektur, der mir bisher fremd war.
Monopteros
Es gibt einiges zu entdecken auf dem Neroberg, nur sollte man in einer anderen Jahreszeit herkommen. Sogar einen Weinberg hat Hessens Landeshauptstadt hier oben. Selbst der Name “Neroberg” leitet sich davon ab, denn er hat nichts mit Kaiser Nero zu tun. Zunächst hieß der Hügel „Ersberg“ (“Der hintere Berg”), was im 17. Jahrhundert zu „Mersberg“ oder „Neresberg“ wurde. Das Umwandeln von alten Namen in gefälligere (in Frankfurt z.B das Galgenfeld in Gallusviertel ) oder eben antikisierende war zu Zeiten groß in Mode.
Fasziniert hat mich der Strauch mit den vielen Misteln -
dieser Weinberg wäre was für Miraculix und andere Druiden
Vom Weinberg aus und auch von einer speziellen Plattform hat man einen tollen Panaromablick auf Wiesbaden und ins Land drumrum. Mir fehlt da aber ein bisschen die Spannung im Bild. Anders als Frankfurt hat Wiesbaden halt keine Skyline zu bieten.

Aussichtsplattform mit Sandsteinlöwen in der Abenddämmerung

Bevor es dann ganz finster wurde, ging’s wieder abwärts Richtung Auto und ich hatte nochmal einen schönen Blick auf die Südseite der russischen Kirche.



