Archiv für die Kategorie „Politik“
Nicht vergessen …
. . . morgen ist Feiertag, Wochenendeinkäufe müsst ihr heute erledigen!
Aber im Grunde kann man diesen 3. Oktober kaum übersehen, zumindest im Fernsehn wird der Mauerfall des Jahres 1989 in sämtlichen Kanälen erwähnt. Und ich gebe zu, dass mich die Bilder auch nach zwanzig Jahren immer noch berühren. Kontakte in die DDR hatte ich nie, aber mein Mann und seine Familie stammten ja aus Leipzig, so dass die DDR immer Thema war. Stefans Bruder lebt(e) in Berlin und wann immer wir ihn besuchten, mussten wir durch diesen fürchterlichen Korridor fahren, der die Bundesrepublik von Westberlin trennte. Dieses mulmige Gefühl bei sämtlichen Kontrollen, dieses Gefühl durch “feindliches Gebiet” zu fahren, das Aufatmen, wenn wir in Westberlin an der Avus rauskamen, das werde ich nie vergessen. Der Kontrast war groß zwischen dem tristen Anblick im Zonenrandgebiet zwischen Hessen und Thüringen und dann dem pulsierenden Leben im Westen Berlins mit seinen Kneipen, seinen (Lebens-)Künstlern und dem ganz besonderen Flair dieser Stadt.
In der 11. Klasse waren wir in Ost-Berlin – Mauerbesuch war in den Sechzigern für Schüler der Oberstufe Pflichtprogramm. Auch so ein Eindruck, den ich nicht vergessen werde. Wir waren in einem Alter, in dem wir nichts ernstnahmen, gerne rumalberten. Dort waren wir ziemlich brav. Trotzdem wurde der mitgereiste Freund einer Klassenkameradin kurzzeitig verhaftet, weil er einem Gleichaltrigen auf dem Alex gegen D-Mark Bücher abgekauft hatte. Wir wohnten im glitzernden Westberlin in einer Jugendherberge und kamen in Ostberlin in tristes Einheitsgrau mit teilweise noch unbefestigten Straßen – für uns Wirtschaftswunderkinder fast unvorstellbar.
Später dann nach der Wende das unvergessene Lied der Scorpions: Wind of Change – grandios! Hier bei You Tube
Und schon war die DDR vom real existierenden Kapitalismus überholt worden.
Duett statt Duell
. . . so steht es heute morgen in den Zeitungen. Gemeint ist das Streitgespräch zwischen Merkel und Steinmeier gestern Abend im TV – und das gleich auf mehreren Sendern. Also ich fand, dass ein Tatort wäre sicher spannender gewesen wäre. Zunächst muss ich aber sagen, mir gefiel es gut, dass hier zwei zivilisierte Politiker interviewt wurden, die nicht mit Dreck um sich geworfen haben, wie wir es schon oft genug erlebt haben. In der Tat hat mir diese Sendung deshalb auch nicht mehr gegeben als das Gefühl, es ist vollkommen egal, ob wir von der CDU oder von der SPD regiert werden. Die Unterschiede sind wirklich nicht groß. Rein theoretisch entsprach das Ganze sogar meiner Vision einer möglichen Regierung, die sich nicht gegenseitig behindert sondern endlich mal in Eintracht Beschlüsse zum Wohle des Volkes fasst. Ich betone: Vision! In einer Satiresendung auf einem anderen Sender sah das dann so aus, dass die beiden dann in trauter Eintracht auseinander gingen>>> Merkel: Also eigentlich würde ich gerne Kanzlerin bleiben (grins) - Steinmeier: Stimmt, ich würde auch gerne Außenminister bleiben (grins). Na dann! Irgendwer sagte noch während der Sendung, die Beiden wirkten wie ein altes Ehepaar. Zumindest geh ich mal davon aus, dass keiner von beiden am Wahlabend so einen peinlichen Auftritt hinlegen wird, wie der Herr Schröder beim letzten Mal.
Was macht euer Wetter? Hier ist es kühl aber bisher noch ganz nett. Am frühen Morgen schien sogar für eine Weile die Sonne vom blauen Himmel. Der hat sich allerdings inzwischen wieder weitestgehend bedeckt. Ähnlich wie vergangene Woche soll es ja ab Mittwoch nochmal wärmer und schöner werden.
Althaus und die Wahl
Thüringens Ministerpräsident und CDU- Landesvorsitzender Dieter Althaus ist zurückgetreten. Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht, warum er nach seinem monatlangen Krankenhaus- und Rehaaufenthalt mit Gedächtnisverlust und allem Drum und Dran überhaupt wieder angetreten ist. Was auf der Skipiste passiert ist, kann (aber sollte nicht) vermutlich jedem Skiläufer passieren: einen Moment nicht aufgepasst und man löst ein Drama aus. Das ist wie im Straßenverkehr. Da fällt mir grad wieder der Haider ein. Bei dem sind aber glücklicherweise keine anderen Menschen ums Leben gekommen. Nein, unglücklich war im Grunde, was sich nach dem Unfall von Althaus so abgespielt hat, Dinge die sich irgendwie an Vertuschung und “unter den Tisch” kehren angefühlt haben. Dass man außerdem das Gefühl bekam, Thüringens CDU ist ohne Althaus völlig aus dem Gleis geraten, kann mit niemandem aufwarten, der die Führung übernehmen könnte. Das fühlt sich an wie ehedem Frau Ypsilantin und die SPD in Hessen. Ich schätze daher, dass sich die Bundes CDU in Ruhe auf die Wahl vorbereiten kann. Das Ergebnis in Thüringen muss da garnichts heißen. Der Herr Steinmeier sollte nicht zu früh frohlocken. Allerdings ist der Zustand der etablierten Bundesparteien nach wie vor unbefriedigend, weil sich nichts mehr bewegt. Vermutlich werden die Kleinen weiterhin auftrumpfen und damit wieder zu einer unglücklichen Pattsituation führen. Und was da an rechten und linken Gespenstern aufmuckt, ist auch nicht unbedingt das, was ich gerne an der Regierung sehen würde. Vermutlich wird es am Ende wieder wie immer irgendso eine Schwarz-Rot-Grün-Gelb Koalition geben. Und ob die Großen nun gemeinsam in einer Koalition oder sich oppositionell gegenüber sitzen, irgendwie rührt sich nichts. Andererseits – was würde passieren, wenn ein wirklich entscheidender Umsturz käme, einer ins rechte oder linke Lager??? Ich glaube, mir ist da so eine Regierung, wie wir sie haben, gar nicht so unrecht. Nur ein bisschen mehr Wille wirklich zum Wohle des Volkes zu regieren, wäre dringend von Nöten.
Bella Italia
Gestern Abend habe ich im WDR einen Bericht gesehen, der sich mit dem heutigen Ialien unter Berlusconi beschäftigte. Das Wörtchen “unter” habe ich bewußt gewählt, denn mir war wirklich nicht klar, was da passiert. Die Sendung hatte den Titel “Die Diktatur des Lächelns”. Man könnte zunächst an eine Diktatur im fernen Asien denken. Bisher hatte ich Italiens Staatschef eigentlich nur für eine Witzfigur gehalten, einen alternden, sexbessenen Mann, der öfter mal nicht weiß, was er sagt. Sein Satz über den Campingurlaub in Zusammenhang mit den Notunterkünften in der Stadt Aquila nach dem Erdbeben stand ja dem Marie Antoinette nachgesagten “Kuchen statt Brot” in nichts nach. Der Bericht im WDR zeigte aber etwas völlig anderes: nämlich einen machtbessenen Menschen, unter dem der Faschismus fröhlich wieder aufzuerstehen scheint, einen Staatschef, der Gesetze, die im nicht passen, einfach umgeht, abschafft oder durch neue ersetzt. Korruption ist inzwischen in Italien an der Tagesordnung und Gesetze eigentlich nur noch Makulatur. Und wie durch eine Gehirnwäsche ist dieser Mann nicht nur von Ja-Sagern umgeben sondenr auch das italienische Volk jubelt ihm zu. Hatten wir das nicht schon alles einmal??? Es macht mir Angst, denn es spielt sich eben nicht im fernen Asien ab sondern im Grunde vor unserer Haustür. Auch Italien schickt Abgeordnete nach Brüssel, aber das sind nicht selten irgendwelche Gespielinnen Berlusconis, Showgirls, die von Politik nicht den blassesten Schimmer haben. Wehret den Anfängen kann man da nur sagen und unseren Politikern raten, mal ganz genau hinzugucken.
Abgekühlt hat es
Und das doch recht entschieden. Aber die Sonne scheint bereits wieder und der Himmel ist blitzeblank. Garten und Elke können mal wieder ordentlich durchatmen, das ist nicht zu unterschätzen. Das gestern angekündigte Gewitter ist an uns vorbeigezogen. Hier in Frankfurt hat der Himmel eher Drohgebärden vollführt – glücklicherweise kam nichts nach. In anderen Landesteilen muss es teilweise schlimm gewesen sein.
Dabei sollte sich meiner Meinung nach der Himmeslzorn im Moment nur an einer Ecke der Welt entladen – in Nord-Korea, über Kim Jong II und Konsorten. Vielleicht könnte man die bettelarmen Einwohner des Landes ja auf eine Arche verfrachtet und dann dem Diktator samt Anhang mal kurz einen Tsunami vorbeischicken. Ich bin ja mal gespannt, wie sich die USA unter Obama nun verhalten werden. Möglich wäre natürlich auch, dass ihm Entscheidung aus der Hand genommen wird und China mal eben zuschlägt. Bei diesem großen Land habe ich überhaupt keine Vorstellung zu was es letzten Endes fähig ist/wäre. Und ich weiß nicht, ob ich es überhaupt wissen möchte.

