Archiv für die Kategorie „Projekt52“
Unterwegs
. . . nach Süden – war schon immer eine gute Idee. Heute Mittag hab ich den Junior mal wieder nach Darmstadt kutschiert (knapp 40km von Frankfurt nach Süden) und wurde dort mit strahlend blauem Himmel und herrlicher Sonne belohnt, während Frankfurt unter einer dunklen Wolkendecke dahin vegetierte. Erst jetzt um 15 Uhr 30, also kurz vorm untergehen, lässt sich diese wankelmütige Dame namens Sonne jetzt auch mal über Frankfurt sehen. [Wieso ist die Sonne im Deutschen eigentlich weiblich? Und der Mond männlich?] Da ich im Zentrum Darmstadts, wo ich Andi absetzte, auch noch einen kostenlosen Parkplatz ergatterte, bin ich natürlich auch ausgestiegen. Am Stadtschloss, direkt am Weihnachtsmarkt . . . fast wie sechs Richtige im Lotto. Allerdings galt der nur für eine halbe Stunde. Na ja, ich habe den Spaziergang etwas ausgereizt – RISIKO – und hatte nach einer guten Stunde glücklicherweise keinen Strafzettel.
Dank der kleine Digi, die immer dabei ist, habe ich euch daher “Schöne Momente im Herbst/Winter 09” aus Darmstadt mitgebracht.
Vor ein paar Wochen habe ich euch die Mathildenhöhe - das Jugendstil- und Kunstzentrum Darmstadts – vorgestellt. Im Zentrum der Stadt sieht es anders aus. Das Darmstädter Residenzschloss begründet sich auf einer ersten Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert der Grafen von Katzenelnbogen (auch so ein in Hessen allgegenwärtiges Geschlecht). Als 1479 der letzte Graf von Katzenelnbogen starb, fiel Darmstadt an Landgraf Heinrich III. von Hessen.

Mir erschien das Residenzschloss von außen riesig und vor allem sehr verschachtelt (so im Vergleich zum Biebricher Schloss in Wiesbaden) und irgendwie ist es im Moment ein ziemliche Baustelle. Aber trotzdem sehr schön. Hier muss ich mal mit viel Zeit und am besten mit einem Plan herkommen.

Der Eingang zum Schlossmuseum
Das Schloss wurde mehrfach zerstört. 1715, nachdem die Kanzlei des Schlosses abgebrannt war, sollte unter dem Landgrafen Ernst Ludwig der französische Architekt Louis Remy de la Fosse ein neues Barockschloss mit vier großen Flügeln bauen. Dieses sollte das alte Schloss komplett ersetzen. Wegen Geldmangels blieb es allerdings bei zwei Flügeln. In der Darmstädter Brandnacht (Angriff der britischen Royal Air Force) vom 11. auf den 12. September 1944 brannte das Schloss bis auf die Außenmauern nieder. In zwanzigjähriger Arbeit wurde der äußere Zustand der Vorkriegszeit weitgehend detailgetreu wiederhergestellt. [Mir fällt gerade auf, dass der 11. September ein geschichtsträchtiges Datum ist.]
Blick auf den Glockenturm
Hessisches Staatsarchiv
Was hier im klassizistischen Stil wie ein griechischer Tempel daher kommt, heißt bei Wikipedia schlicht “Der Mollerbau” und ist auch tatsächlich wie so Vieles nach dem Bombardement im Zweiten Weltkrieg ein Neu- bzw. Wiederaufbau. 1817 hatte der Architekt Georg Moller das Theater in klassizistischem Stil errichtet. 1879 wurde es umgebaut, im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Innern gibt es nur wenige originalgetreu wieder hergestellte Räume. Ich hab’s in erster Linie trotz der Zelte davor wegen der unglaublich sommerlichen Farben mit dem strahlend blauen Himmel fotografiert.
Ein bisschen um die Ecke rum auf der anderen Seite befindet sich das ultramoderen Kongresszentrum das “Darmstadtium“, das seinen Namen hat von . . . . ? Tja – ich wüsste mir hier auf Anhieb nur eine Person, die damit vielleicht ohne zu googeln etwas anfangen kann. Als ich in die Schule ging, gab’s das definitiv noch nicht. Blechiiiiiiiii! – - – Noch ein Stückchen weiter breitet sich dann im Moment der Darmstädter Weihnachtsmarkt aus.
Auf dem Darmstädter Weihnachtsmarkt
Mit den beiden letzten Fotos hätte ich dann auch noch ganz ungeplant einen Beitrag zum Projekt 52, den ich mir an sich verkneifen wollte, weil es hier ja sowieso ständig weihnachtlich zugeht.
Kinderkarussell mit Eisenbahn
Projekt52 / Sonntage
Sonntage heißt das Thema der 47. Woche bei Saris Projekt 52. Sonntage verlaufen bei uns relativ unspektakulär, da es der fast einzige Tag in der Woche ist, an dem zumindest zum gemeinsamen Mittagessen alle vier Heinzes zusammenfinden. Und meist dehnt sich das dann. Im Sommer bleibt trotzdem genug Zeit noch etwas zu unternehmen, jetzt um diese Jahreszeit ist es nach Abschluss des Essens schon fast wieder dunkel.
Ich habe mir erlaubt, den Sonntag mit den Sonnentagen dieses Jahres zu verknüpfen und einfach mal eine Collage aus Sonn(en)tagen 2009 zusammengestellt:

Oben links ein sonniger Sonntag im Januar am verschneiten Weiher des Höchster Stadtparks > im Uhrzeigersinn weiter: Traktor auf den Lufthansaklassikertagen im Mai in Hattersheim, Glocken von einer Ausstellung im Hessenpark, Besuch im Opelzoo, Kloster Seligenstadt, Zaun der Villa Meister in Sindlingen, Mühle im Hessenpark, Erdbeertorte sonntags im April, alte Lok an Pfingsten in Königstein/Taunus.
Projekt52 – Horizonte
Reisen bildet, sagt man – auf alle Fälle erweitet es den persönlichen Horizont gewaltig.
Um Horizonte geht es bei Saris Projekt ’52 in dieser Woche. Hier drei Fotos dazu:

Straßen ohne Ende – wie es scheint; hier im Joshua Tree NP

Einfach nur gewaltig – Blick in den Grand Canyon und darüber hinaus

Der amerikanische Pazifik bei Point Lobos
Projekt52-Spieltrieb
Das war für mich kein leichtes Thema. Derzeit kann ich weder kleine Kinder noch junge Katzen fotografieren, auch meine Zoofotos zeigten in diesem Jahr kaum was Verwertbares. Also muss ich auf die Stadt der Laster zurückgreifen, dort wo auch die Großen dem Spieltrieb verfallen und Haus und Hof verzocken: Las Vegas.
Willkommen, bienvenu, welcome . . .
. . . alles dient dem schönen Schein (oder den schönen Scheinen)
Eine ganz und gar künstliche Welt . . .
. . . streckt sämtliche Finger nach deinem Geld aus und nennt es “Spiel”
Ich selbst besitze keinerlei Spieltrieb und das jetzt nicht auf Las Vegas bezogen. Manchmal ist das schade, denn ich muss mich immer dazu zwingen mitzuspielen, wenn in froher Runde Karten oder Brettspiele ausgepackt werden. Höchstens Wissensspiele interessieren mich. Ich schätze, das liegt daran, dass ich schon als Kind spielen nicht “gelernt” habe, keiner hat mich dazu animiert. Ich hatte zwar Spielsachen, aber ich konnte wenig damit anfangen. Ich war in keinem Kindergarten und später gab ich dann dem Lesen den Vorzug, sobald ich lesen konnte. Mein Mann ist da ganz anders. Das war nicht immer einfach, aber wenigstens hatten die Jungs einen “Homo ludens” zum Vater.
ABCprojekt “Y”
. . . und das Projekt 52 mal wieder in trauter Eintracht: Ich glaub’, ich steh’ im Wald heißt es nämlich in dieser Woche bei Sari. Und weil der Buchstabe “Y” in der deutschen Sprache vermutlich noch seltener ist als das “X”, freue ich mich doch, dass ich für beide Projekte zunächst mal auf Bilder vom Yosemite Nationalpark in den USA zurückgreifen kann.

Am 24. September letzten Jahres schrieb ich hier im Blog:” Heute war der Tag des Yosemite Nationalparks. Irgendwie dachte ich immer, dieser Park wird das absolute Highlight unserer Reise – warum auch immer. Eins vorweg: der Yosemite NP ist ein Highlight, er ist großartig, aber nachdem wir schon so viel Gigantisches gesehen haben, ist er tatsächlich eher ein idealer Abschied von den Naturwundern des Südwestens. Der Yosemite ist ein riesiges Gebiet – wie alles in den USA riesig ist – aber er ist mehr der Erholungspark, ein Gebiet, in dem man gerne zwei Wochen am Stück verbringen würde. Er hat Sequoias, aber nicht in den Größen und Mengen wie der Sequoia NP, er hat Berge und Canyons, aber ohne den Boah-Effekt wie der Grand Canyon oder der Bryce Canyon und vor allem muss man wieder enorme Strecken zurück legen – Strecken, an denen es aussieht wie bei uns (nur alles ein bisschen kleiner). Allerdings ist mir im Taunus und auch im Schwarzwald noch nicht, ein Hirsch oder Rehbock auf dem Parkplatz vor die Füße gelaufen.


Blick auf die gigantischen Berge der Sierra Nevada
Zum Größenvergleich: dort wo der Pfeil hinzeigt, stehen Menschen!

Links die Steilwand des “El Capitan”

“Y” -berraschung:
Auch dieses Holz könnte sich das mit dem “Ich glaub … usw.” gedacht haben,
denn es liegt im Kronberger Opelzoo, stammt aber- wenn ich mich recht erinnere – aus den USA.
Und dann gäbe es da noch die Y-Wanzen, umgangssprachlich auch Feuerwanzen genannt ![]()
Na ja, wenn man genau hinguckt, könnte man natürlich auch von Kelch oder Gralswanzen sprechen
Alles nur eine Frage der Betrachtungsweise.
Kennt ihr noch die Yps-Hefte? Gestern zu Mittag kamen wir zufällig auf sie zu sprechen. Yps mit Gimmick – die Dinger waren ein Phänomen und alle liebten die Urzeitkrebse. Ach ja – und Scrabble. Gibt es davon eigentlich inzwischen eine deutsche Fassung ohne die viel zu vielen Ypsilons? Also, als Scrabble nämlich damals in einem anderen Leben bei mir “in” war, da ärgerte sich jeder, der die Ypsilons bekam, weil ja nur deutsche Wörter gelegt werden durften. Wahrscheinlich macht man heute einfach diese Einschränkung nicht mehr. Wäre ja auch doof, wo spätestens seit den Beatles jeder das Wort “yeah” kennt und heute youtube in aller Munde ist.
Was machen denn unsere Schweizer Bloggerfreunde mit dem “Y”? Da heißt es – so habe ich gelesen – nämlich:[ˈiɡrɛk], „i grec“ = griechisches i), was ja auch durchaus logisch ist. Aber Igrectube . . . klingt auch komisch.
Eigentlich ist das “Y” ein griechischer Buchstabe, der noch ältere Vorgänger hat und auch die Römer haben ihn erst spät in ihr Alphabeth aufgenommen. Daher kommt es, dass es in verschiedenen Sprachen auch unterschiedlich ausgesprochen wird. Im Mittelalter kam es übrigens auch im Deutschen noch häufiger als heute, meist als Ersatz für das “I” vor, während wir es inzwischen eigentlich immer wie “Ü” aussprechen. Und deshalb fahren wir Deutschen im Sommer nach Sült, im Winter dagegen immer wieder gerne in die Schwiez. Das “Y” – fast schon ein mysthischer Buchstabe!
Alter Torbogen in der Höchster Schlossmauer, der zurück geht auf die Ysenburger Bastion







