Archiv für die Kategorie „Frankfurt“

Schön war’s

. . . im Tigerpalast. Doch – es war teilweise wirklich atemberaubend. Zunächst wurden wir ins Bistro geleitet, wo man uns das 3-Gänge Menu servierte. Es gab für jeden Geschmack etwas und es war köstlich und auch optisch ein Genuss.  Ich hatte als Vorspeise einen frischen, bunten Salat mit geräuchertem Waller (Catfish, Wels) und einem fruchtigen Dressing.  Danach gab es mit Kräutern gefüllte Perlhühnchenbrust mit einer Art Kartoffelgratin und wunderbar zubereitetem  Wirsing, der auch jeden Wirsinggegner überzeugen konnte.  Der GöGa hatte als Vorspeise ein Kürbiscremesüppchen mit einem Krevettenspieß – ebenfalls sehr lecker – und anschließend Zanderfilet auf irgendeinem kunstvoll aufgetürmten Püree mit – ach ich weiß nicht was – lecker, sagte er  und toll sah es aus.  Zum Dessert nahmen wir beide eine Komposition aus Crème brûlée, Minzeparfait und Ananasirgendwas. Letzeres fand ich zur Crème und dem Eis unpassend und hab’s weggelassen. Fotografiert habe ich nicht, nur mal kurz das Gewölbe. Mehr hätte ich in dieser Umgebung doch unpassend gefunden.

bistro

Das Bistro hat mehrere Räume. Im Nachbarraum saß z.B. eine sehr große Gruppe, schätzungsweise Weihnachtsfeier einer Firma. Es gibt im Tigerpalast eine frühe Vorstellung (ab 19 Uhr) die wir besucht haben und eine Spätvorstellung. Die hier leeren Tische waren sicher schon für die nach uns Kommenden reserviert.

conference

Im Varieté war das Fotografieren dann sowieso nicht erlaubt. Ich habe vor der Vorstellung mal kurz zur Band hoch fotografiert und ebenfalls die Conférencieuse Alix Dudel, dann wurde man schon höflich aber bestimmt gebeten das Fotografieren zu unterlassen. Das Varieté ist im Grunde winzig und somit schon für sich ein Wunder an Raumausnutzung. Das Orchester sitzt also auf einer Empore und die Mitte des Raumes hat eine Art Kuppel für Hochseilartisten und ähnliches.  In der zweiten Hälfte der Vorstellung mussten wir und alle  Gäste aus der Raummitte umziehen auf die Bühne, als der Platz unter Kuppel gebraucht wurde. Ich habe das für mich “aktives Zuschauen” getauft, fand’s aber gut, weil ich auf der Bühne mal die Beine durchstrecken konnte.

bandLinks die Bühne, in der Mitte und somit schon oben die Band, ganz oben die Kuppel

Das Programm war toll. Am meisten haben uns der Artist Darkan aus Kasachstan an den Strapaten begeistert und die Grynchenkobrüder aus der Ukraine. Alle drei hatten eine schier unglaubliche Körperbeherrschung. Strapaten, das sind zwei Bänder, die unter der Kuppel befestigt sind, an denen der Akrobat sich in die Höhe schraubt und unglaubliche Dinge vollführt. Ich frage mich, wie die Gelenke das aushalten.  Die absolute Glanzleistung der Ukrainer war der Moment, als der Eine einen Kopfstand auf dem Kopf des anderen machte, ohne die Hände, ohne irgendeinen Halt – Wahnsinn!

Die Conférencieuse Alix Dudel unterteilte die einzelnen Darbietungen durch gekonnt vorgetragene Chansons mit meist sehr hintergründigen Texten ( z.B. von Georg Kreisler) und kleinen Gedichten.

Es war ein rundum gelungener Abend und gerade die Kleinheit des Theaters erzeugt eine Intimität, die den Zuschauer direkt in das Geschehen mit einbezieht. Ich muss meine Einstellung zum Varieté als solchem überdenken! Schließlich haben wir sogar bei uns in Höchst im Neuen Theater eins. Da war ich noch nie.

Varieté

. . . ist für mich nicht unbedingt das Größte, was ich erleben kann, aber wir haben seit letztem Weihnachten! zwei Karten für den Frankfurter Tigerpalast samt 3-Gänge-Menü im dortigen Restaurant rumliegen. Die bekam der GöGa von Geschäftspartnern geschenkt. Erst haben wir gesagt, das hat ja keine Eile, können wir mal im Sommer machen . . . und nun wären sie beinahe abgelaufen. Heute Abend steht also der Dieschärrpalast auf dem Programm und wir lassen uns überraschen. Wir waren vor vielen Jahren einmal dort, das war kurz nachdem  er eröffnet wurde.  Das Programm ist schon ziemlich spektakulär und damals liefen sogar zeitweise echte Tiger über die Bühne. Das ist heute nicht mehr der Fall. Aber ich erinnere mich an einen genialen Taschendieb, der wirklich jedem alles abnahm und wenn man zehnmal aufpasste wie ein Luchs. Der Tigerpalast bezeichnet sich selbst als das führenste Varietétheater Deutschlands.

tiger Als 1988 der Tigerpalast von Johnny Klinke und Margareta Dillinger gegründet wurde, war das Varieté als gehobene klassische Abendunterhaltung fast in Vergessenheit geraten. Der Erfolg des Frankfurter Tigerpalastes führte zu einer Renaissance derartiger Unterhaltungsstätten.  Übrigens wird auch inzwischen verstorbene Kabarettist Matthias Beltz als Gründungsmitglied genannt. Frankfurts Alt-68ziger werden sich erinnern, dass Johnny Klinke gemeinsam mit Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit  einst Mitglied der Antiautoritären Studentenbewegung Revolutionärer Kampf war.

Wir lassen uns überraschen und freuen uns darauf. Das Programm verspricht einen vergnüglichen Abend und sicher wird auch das Essen im Palast-Bistro, das sich in einem historischen Backstein-Kellergewölbe befindet, etwas ganz Besonderes sein.

Apropos Alt- 68ziger: Es sieht ja dieser Tage in Frankfurt so aus, als würde die studentische Revoluzzerszene fröhliche Urständ’ feiern – allerdings eine ganz neue Generation.

Alles im GRÜNEN

… Bereich hieß es heute bei mir gleich dreimal. Erstens grünt es in Frankfurt auch am 1. Dezember noch – soll heißen, wir haben nach wie vor zweistellige Temperaturen auf den Außenthermometern – zweitens war’s mir heute morgen zwar irgendwie schwindlig, aber eine sofortige Überprüfung des Blutdrucks ergab auch hier den grünen Bereich und drittens beschloss ich darauf hin, dass ich unbedingt an die frische Luft und etwas unternehmen müsste. Kurzerhand hab ich mir mal wieder den Frankfurter Palmengarten ausgeguckt und das war eine prima Idee. Im ausgedehnten Freigelände ließ es sich noch wunderbar flanieren, die Schauhäuser waren auch wieder mal interessant, weil sich immer wieder was Neues tut und von der Weihnachtsausstellung habe ich euch gleich eine Karte mitgebracht:

weihsternkarte

Klick!

Die ist natürlich nicht von der Ausstellung sondern von mir, aber die Weihnachtssterne hab ich dort fotografiert. Wenn ihr draufklickt, könnt ihr sie in groß auch gleich verschicken (oben im Menu bei den Ecards gibt es noch mehr).

Jetzt werde ich erst mal eine Blogrunde drehn. Sicher gibt’s am 1. Dezember überall eine Menge anzugucken. Meine Bilder von heute werde ich so nach und nach zeigen. Vielleicht (hoffentlich nicht!) brauch ich ja auch noch was, falls mal ein geplantes Türchen ausfällt.

rosarose

Auch im Palmengarten blühen im Freien noch vereinzelte Rosen, wobei der große  Rosengarten im barocken Stil von den Gärtner schon wieder piccobello winterfein gemacht wurde.

rosengarten011209

Blogdesign & Weihnachtsmarkt

Wenn ich nach meiner heutigen Blogrunde einen 1. Platz für tolles weihnachtliches Blogdesign vergeben müsste, dann ginge der ganz sicher an Annelie, Shayanna oder unter welchem Namen ihr sie kennt.  Mich hat das Design ihres Blogs “Nebenbei bemerkt” jedenfalls auf Anhieb verzaubert.

Heute Nachmittag bin ich dann doch noch nach Höchst runter gelaufen und habe den Weihnachtsmarkt beguckt. Es war voll (wie immer), es war nass (wie fast immer am 1.Advent) und es war bis zu 16°C warm – das habe ich noch nie erlebt.  Den ganz großen Spaß hat’s nicht gemacht. Erstens mag ich das Geschiebe und Gedränge nicht und wenn dann noch Regenschirme zu Waffen und Kinderwagen zu Bulldozern werden, dann reicht’s mir doch recht schnell. Liebe Leute, warum könnt ihr nicht Jacken oder Mäntel mit Kapuzen tragen anstelle des Regenschirms und liebe Eltern, Kleinkinder fühlen sich in einem solchen Gedränge auf Papas Arm, Schultern oder der Babytrage sicher wohler als zwischen den Stiefeln und Schuhen der Weihnachtsmarktbesucher.

Aber die irische Flötenmusik war schön und ebenso das Orgelkonzert in der Justinuskirche. Ich muss unbedingt die Justinuskirche mal wieder in Ruhe und gründlich in Augenschein nehmen. Sie ist innen wirklich wunderschön.

Altarraum Justinuskirche

KinderkarussellIch schätze, das ist das kleinste Karussell, da ich je gesehen habe.
Es wird von Menschenkraft angetrieben.

weinkellerUnd  hier geht’s zum Weinkeller unter dem Alten Schloss -
von außen sieht’s gemütlich aus, innen fast mittelalterlich

weihlinie1

Im Gartenblog gibt’s heute Katzenfotos  katzeschwarz

Der Kaiserdom

Ein bisschen Lust auf  Geschichte? Ich kann ja nicht immer nur das schöne Wetter preisen. Trotzdem – hätte mir wer Ende Oktober  – als es so s*ukalt war – oder beim Dauerregen letzte Woche gesagt, dass ich heute im T-Shirt in der Sonne stehen würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Aber nun zum Kaiserdom St. Bartholomäus.

nordeingangEingang auf der Nordseite (Braubachstraße / Domplatz)
links von den Bäumen verdeckt das Kaiserportal

kaiserportalDie Figuren (aus dem 19.Jahrhundert) stellen Jesus und seine Apostel
sowie weitere Verwandte Jesu dar.

Der Hügel, sprich Römerberg, auf dem auch der Dom steht, war in alten Zeiten eine Maininsel. Der Main fließt südlich daran vorbei, aber damals existierte ein Seitenarm – die Braubach – der nördlich floß. Dieses Flussbett ist heute die Braubachstraße. Die Ursprünge unseres Doms liegen vermutlich mit einer ersten Bebauung um 500 n. Chr.  Es gibt im Dom eine Tafel, welche die einzelnen Erweiterungs- und Umbauten sehr schön verdeutlicht. Im Bereich der ersten kleinen Saalkirche wurde ein merowingisches Mädchengrab gefunden. Der heutige Bau ist eine dreischiffige, gotische Hallenkirche, in der es enorm viel zu bestaunen gibt.  Trotz vielen prunkvollen Altäre und trotz der verschiedenen Einflüße besticht mich doch die eigentlich schlichte Klarheit des gesamten Baus. Alles wirkt in sich stimmig. Im Mittelalter war der Dom, der nie Bischofskirche war, Sitz des kaiserlichen Domstiftes St. Bartholomäus, seit 1356 Wahlort der Deutschen Könige und ab 1562 Krönungsort der römischen Kaiser.

mhimmelaltarDie Vorhalle mit dem barocken Maria-Himmelfahrt-Altar

langschiffBlick durch das Mittelschiff nach Süden zum Hochchor

gewölbeBlick nach oben im Mittelschiff mit den bemalten Kapitellen

altarraumblau

Der gotische Hochaltar im Hohen Chor, ursprünglich aus Sachsen stammend (15.Jahrhundert)
Der Altarraum kann nicht betreten werden

wahlkapelleDie ehemalige Wahlkapelle / Raum für das stille Gebet

Die Wahlkapelle des Domes, in der die Deutschen Könige gewählt worden sind, ist heute ein Raum für das stille Gebet. Sie befindet sich süd-westlich des Hohen Chores.  Frankfurt war in der Goldenen Bulle Karls IV. von 1356 als Ort der Königswahl festgelegt worden. Seit der Zeit Maximilians I. galt der von den Kurfürsten zum König Gewählte auch ohne Zustimmung und Krönung durch den Papst als Erwählter Römischer Kaiser. In der Folge galt auch die Königs- zugleich als Kaiserkrönung. Sie fanden von 1562 an – in der Regel wenige Tage nach der Wahl – ebenfalls in Frankfurt statt. Diese Tradition endete erst mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation (Zitat aus Wikipedia). Vorher fanden die Kaiserkrönungen in der Peterskirche in Rom durch den Papst statt.

Ich glaube, das reicht erstmal. Ich bin selbst immer noch überwältigt von dem, was ich alles im Dom gesehen habe und von dem, was ich inzwischen über den Dom und seine Geschichte nachgelesen habe. Ganz sicher werde ich ihn bald wieder aufsuchen und diesmal etwas besser vorbereitet. Das war wieder so eine typische Lehre: da lebe ich seit 56 Jahren in Frankfurt, schau mir überall sonst in der Welt Kirchen an, aber unseren Dom kenne ich kaum. Das gilt außerdem für so manches andere in Frankfurt und Umgebung, aber ich bin ja nun – versehen mit der nötigen Zeit – dabei, es endlich in Angriff zu nehmen. Die heutigen Fotos und weitere gibt es jetzt auch auf der MainZauber Homepage unter “City” zu sehen.

Ich habe mir übrigens gerade die DVDs  “The Tudors” gekauft, die ich teilweise im Fernsehn in englischer Sprache gesehen habe. Auch die englische Geschichte um Heinrich VIII., die ja mit der Geschichte ganz Europas innig verflochten ist, ist höchst interessant. Wobei die Fernsehserie bei mir viele Fragen offen lässt, aber es gibt ja Bücher und das Internet ;-)

Apropos Bücher. Da brachte mir doch heute die Post völlig überraschend ein Bücherpaket, Absender eine ganz liebe Internetfreundin, die ich vor einigen Jahren auch persönlich kennengelernt habe. Das hat mich total vom Sockel gehauen. Ein dickes Dankeschön und liebe Grüße nach Nürnberg!!!

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