Archiv für die Kategorie „Hoechst/Höchst“

Alt-Höchst

Heute Vormittag habe ich endlich mal den historischen Altstadtspaziergang mit Gudula, dem Schlossgeist und Schorsch dem Bärenwirt (verkörpert von Silke Wustmann und Mario Gesiarz vom Frankfurter Mundart-Theater Rezi*Babbel*) mitgemacht. Das hat wirklich Spaß gemacht und ich hätte nicht gedacht, dass Höchst während des Mittelalters fast noch mehr Kneipen und Gasthöfe besessen hat als heute (wieder).  Die Höchster Geschichte ist mir zwar im Großen und Ganzen bekannt, aber dieser amüsante Spaziergang schärfte nochmal den Blick für Details. Los ging es am Alten Schloss, in dem Gudula vom Mainzer Ritter Hartmut eingemauert worden war, als er ihr überdrüssig wurde. Zeitgleich spielte dort eine Jazzband, sodass wir relativ schnell zum Neuen Schloss weiter gelaufen sind, weil man Schorsch und Gudula sonst nicht verstanden hätte.

schorsch1Der “Schorsch” (= Georg für Nichthessen!) auf dem Schlossplatz

gudulaUnd Gudula, der Schlossgeist (die arme, eingemauerte Exgeliebte des bösen Hartmut)

bergfried1Wir reden vom Alten Schloss – euch allen wohlbekannt.
Es entstand zwischen 1586 und 1608 unter dem Kurmainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg.

schlossdurchgangDurchgang ins Innere und zum Schlossgarten

schlossneu2Nur ein paar Schritte weiter: das Neue Schloss

Der ehemalige Adelshof aus dem späten 16. Jahrhundert wurde seit 1972 von der Hoechst AG als Gästehaus sowie als Tagungszentrum genutzt. Nach dem Verkauf des Konzerns wurde es für einen symbolischen Preis an die Deutschen Stiftung Denkmalschutz verkauft. Anders als das Alte Schloss ist kaum zugänglich, sondern wird nur hin und wieder für Veranstaltungen genutzt.

Weiter ging es zum Dalberger Haus, ebenfalls Adelssitz aus dem 16. Jahrhundert. Hier hat die weltbekannte, 1746 gegründete Höchster Porzellanmanufaktur ihren Sitz. Sie ist die zweitälteste Porzellan-Manufaktur in Deutschland und die einzige Porzellan-Manufaktur in Hessen.

dalberger1

Dass man in Höchst sooft auf die Familie von Dalberg trifft, liegt daran, dass Höchst lange bevor es zu Frankfurt eingemeindet wurde, zum Bistum Mainz gehörte. Deshalb trägt das Höchster Wappen auch das Mainzer Rad und die Höchster  und Frankfurter haben sich oft genug bekriegt. Die Bolongarostraße in Höchst (früher Hauptstraße) ist die Verlängerung der Mainzer Landstraße zwischen Frankfurt am Main und Mainz. Kein Wunder also, dass sich entlang dieser Straßen früher die Gasthöfe und Kneipen befanden, ebenso die “Rosengasse” (heute Antoniterstraße), das mittelalterliche Rotlichtviertel.

wedDieses wunderschön restaurierte Fachwerkhaus (in der Mitte) war bis vor Kurzem noch ein absoluter Schandfleck in der Höchster Altstadt. Es war so herunter gekommen, dass man glaubte, man könne es nur noch abreißen. Inzwischen hat es neue Besitzer, die es liebevoll restauriert haben. Das ist für mich  das Faszinierende in Höchst, dass fast alles was hier einen vor mehreren Jahrzehnten optisch ziemlich heruntergekommenen Stadtteil wiederbelebt, auf privater Basis passiert. Dem Höchster Altstadtverein sei Dank!

greiffenclau

Über den Platz “Die Wed” geht es an einem weiteren früheren Adelshof vorbei, der den Mainzer Herren von Greiffenclau gehörte und 1590 erbaut wurde. Zu diesem Haus gehört ein oktogonaler Treppenturm, der jahrzehntelang vergessen war und erst kürzlich wieder freigelegt wurde. Er ist heute nur über ein  Haus am Marktplatz zu erreichen (Höchster Markt3) und war ein Teil der alten Stadtbefestigung. Dieser Turm ist noch älter. Er wurde von der Zehntscheuer eines Fronhofes übernommen (mehr dazu für Interessierte Hier). Diese Dinge wurden übrigens nicht so ausführlich erzählt, das weiß ich alles schon länger. Übrigens: Unter Wed verstand man eine ummauerte Pferdeschwemme, wo die Pferde gesäubert wurden, ehe sie wieder in den Stall durften. (sprachlich mit dem engl. wet = nass verwandt). Die Höchster Wed war ein ehemaliger Bachlauf des Liederbachs mit Einleitung in den Höchster Burggraben. Genug der Theorie – weiter geht’s mit Fotos:

pflanzenWo ein Wille ist, ist auch ein Weg für’s Grünzeug ;-)

muenzeKneipe reiht sich an Kneipe (jedenfalls wenn man dem Schorsch glaubt)

ebbelwei

Und in der Tat erwartet uns plötzlich ein “Gespritzter” (mit Wasser gespritzter Apfelwein)

anno1525Ein Lob sei dem Wirt der historischen Altstadtkneipe “Anno 1525″

So allmählich komme ich nun auch zum Ende, aber Höchst hat noch sehr viel mehr zu bieten. Hier noch ein Blick auf das Alte Rathaus, bevor wir wieder am Schlossplatz landen. In der Nähe befindet sich auch die historisch bedeutsame Justinuskirche, die gerade mal wieder aufwändig restauriert wurde. Noch stehen die Bauzäune, aber demnächst kann man sie wieder besichtigen.

rathausDas Alte Rathaus im Allmeygang 4, ein repräsentativer Treppengiebel-Bau
zwischen 1593 und 1595 errichtet. Teilweise wurde hier ein noch früherer mittelalterlicher Bau integriert.

Wollt ihr noch wissen, was “Allmeygang” bedeutet? Mich fasziniert es immer wieder hinter solche Namen zu gucken, die nicht auf den ersten Blick verständlich sind. Die Allmey (Allmende) war der gemeinsam genutzte Besitz an Wasser, Wald und Weide, eine  ehemalige Kuhweide, im Mittelalter „allmey zu den dieffen wegen“. Durch gemeinsame jährliche Begehungen im Mai, dem „Allmeygang“, wurden die Grenzen der einzelnen Eigentümer überprüft.

So, hier will ich Schluss machen, sonst wird es zuviel. Ich hoffe, euch hat der Spaziergang durch Alt-Höchst ebenso viel Freude gemacht wie mir.

Feucht und kühl

. . .  so sollten Hochsommerabende eigentlich nicht sein. Sind sie aber und kurz nach halb Zehn ist es zudem dunkel. Heute habe ich mir wie immer am Monatsende in der Zeitung den kommenden Sternenhimmel angeguckt. Missfallen hat mir der letzte Satz:  Mit Ablauf des Monats August ist unser Tag um 1 Stunde und 44 Minuten kürzer – arrrgh!

Während ich an einem lauen Sommerabend normalerweise auf der Terrasse sitzen würde, sitze ich nun am PC (und merke gerade, dass ich mir eigentlich auf arte hätte was angucken wollen) . . . und habe meine Bilder von gestern samt Information auf der Homepage untergebracht. Wer also Lust hat mit mir einen Spaziergang an der alten Höchster Stadtmauer zu unternehmen, der klicke auf Mainzauber/Höchst , wer lieber durch die Schwanheimer Dünen und Streuobstwiesen marschiert, der klicke HIER. Ihr dürft natürlich auch Beides ;-)   Wer mit Höchst anfängt, findet Schwanheim unter dem Reiter “Süden”.


Mirabellen auf den Schwanheimer Streuobstwiesen


Das Wappen des Mainzer Erzbischofes Dieter von Ysenburg in der Höchster Stadtmauer  (Ysenburger Bastion) -
Das Mainzer Rad auf rotem Grund ist noch heute das Höchster Stadtwappen. Höchst wurde im 8. Jahrhundert von den Erzbischöfen von Mainz als Tochterstadt gegründet, rund 25 km östlich von Mainz auf einer Anhöhe über der Mündung der Nidda in den Main > Höchst = Hostat = Hohe Stadt am Main

Höchst am Main

Heute mal wieder unterwegs mit  fiffi – yep, genau – mit Fiffi. Wurde auch mal wieder Zeit. Gestern Abend habe ich an einem neuen August Outfit für den Blog rumgebastelt. Das Ergebnis gefällt mir gar nicht mal so schlecht, aber nicht für den August. Obwohl die Farben von reifem Korn und Beeren ja schon zum Erntemonat August passen, erinnert mich das schon zu sehr an Herbst. Also mussten neue Fotos her. Und damit die Homepage “MainZauber” endlich auch mal ein paar Fotos vom Main bekommt, bin ich zunächst durch die Schwanheimer Dünen gestreunt und später noch am Höchster Mainufer entlang.  Das war richtig schön. Heute war es zwar ziemlich stürmisch aber warm und sonnig, da konnte ich mich nicht beklagen. Das Wetter war zum Laufen ideal. Bloß doof, dass ich schon den ganzen Tag Kopfschmerzen habe. Bestimmt auch der Sturm.

Ich habe mal fix eine Höchstcollage gebastelt, auf der Homepage ist noch nix. Ich sag Bescheid, wenn es da Neues zu gucken gibt.

collagemain

Auch heute

. . . war ich wieder unterwegs mit fiffi .   Diesmal habe ich mir den Osten Unterliederbachs ausgeguckt, wobei ich mich da im Grunde die meiste Zeit schon auf Höchster Boden befunden habe. Aber das ist im Gegensatz zu früheren Zeiten inzwischen ziemlich egal, weil die Übergänge eh kaum noch zu erkennen sind. Nein, sie sind gar nicht zu erkennen, man muss sie wissen. Mein Ziel war das neue Lindenviertel, dass entstanden ist, nachdem die McNair Kaserne Ende des letzten Jahrhunderts aufgelöst wurde. Seitdem hat sich dort zwischen der Kurmainzer Straße (Höchst) und Sossenheimer Weg (Unterliederbach) ganz viel getan.

Für diejenigen, die sich nicht erneut durch die Texte auf der Homepage durchlesen wollen, hier nur ganz kurz:

“Im Osten verschmilzt Unterliederbach ebenso nahtlos mit Höchst und Sossenheim, etwa auf der Höhe des Friedhofs und dem neuen “Lindenviertel” (früher McNair Kaserne, noch früher Höchster Oberfeld). Dort im Höchster Oberfeld plante die damals noch selbständige Stadt Höchst am Main zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen neuen Stadtteil mit Schule und Volkshaus als Zentrum. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Stadt dort aber zunächst die französische Besatzungsmacht mit ca. 3500 Soldaten unterbringen. Später übernahmen die Nazis die bereits bestehenden Gebäude und nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich die Amerikaner. Auch die Währungsreform von 1948 unter Ludwig Ehrhard wurde hier in die Wege geleitet. So kann’s gehen. Ganze hundert Jahre hat es gedauert, bis schließlich dieses neue Wohngebiet doch noch entstanden ist.”

collagemitsch

Links oben ließ sich ein Distelfalter auf einem Schmetterlingsflieder im Innenareal der früheren Kaserne nieder, rechts oben lacht uns die Psychoanalytikerin, Ärztin und Schriftstellerin Margarete Mitscherlich-Nielsen an, links unten sehen wir das Portal der ehemaligen McNair Kaserne, rechts unten empfehle ich eine Intimrasur ;-)

Auf der MainZauber Homepage findet ihr jetzt die Seite Unterliederbach unter dem Menue “Westen” !!! Die neuen Fotos sind noch teilweise in der oberen Galerie, dann aber vor allem in der zweiten Galerie untergebracht.

Montmartre am Main

Heute erhielt ich auf einen vorangegangenen Beitrag über Frankfurt einen interessanten Kommentar. Kathy schreibt, dass es am Höchster Mainufer inzwischen einen regelmäßigen Künstlermarkt gibt, der von ihr initiiert wurde und den Namen “Montmartre am Main” trägt. Das finde ich echt genial und habe vorher davon nichts gewusst. Ich kenne nur die Künstlermärkte während des Schlossfestes (erstmalig im letzten Jahr), die es wohl auch auf ihren entsprechenden Vorstoß bei unserer OB gibt. Montmartre am Main ist dagegen völlig privat und findet alle zwei Wochen statt. Klar, dass ich mir das ansehen werde. Da mich Kathy wegen einer Verlinkung gefragt hat – und ich finde die Idee so klasse, dass ich da nicht nein sage – habe ich auch gleich noch Banner gebastelt. Das Minibanner wird in der Seitenleiste zu sehen sein, das große Banner ist für Kathy zum Weiterverwenden.

montbannerklein
*

montbannergross

Das Ganze ist natürlich eher für Menschen aus Frankfurt und Umgebung interessant, aber ich hoffe ja, dass außerhalb unserer Bloggergemeinde genau von denen einige hier ab und an mitlesen.

Jetzt habe ich mich so lange auf Webseiten zum Thema Malerei rumgetrieben, dass ich direkt Lust bekomme, selbst mal wieder meine Acrylfarben rauszuholen.

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