Archiv für die Kategorie „Hessen“

Sonne pur

. . . hat uns heute in Frankfurt dieser 2. Weihnachtsfeiertag beschert. Das war natürlich Grund genug zum Spazierengehen und auch mir geht’s wieder besser.

Zunächst ging’s am Griesheimer (Frankfurt-Griesheim) Mainufer entlang, das sich derzeit sehr aufgeräumt präsentiert und somit einen guten Blick auf den Fluss bietet. Gegenüber der Hafnerstraße steht das Objekt “Memoria della Giudecca” des Künstlers Pino Castagna aus Baumstämmen, Stahlseilen, Tauen und Ketten.

Denkmal am Fluss

Auf einem Schild: “Erinnerung an die Giudecca bedeutet Erinnerung an Venedigs Gewässer. Der Canale della Giudecca ist ein großer, für die Schifffahrt bestimmter Kanal.  In der Lagune – gefährlich wegen ihrer Untiefen – dienen Bricola (die Stämme)  zur Orientierung für den Schiffsverkehr. Sie sind wie Flanken und Schultern, Stützpunkte für die Gondeln und alle anderen Wasserfahrzeuge.” Warum das Objekt hier steht, weiß ich nicht, es macht sich aber recht gut dort.

enten

Vor mir lief  – bis ich sie überholte – eine Frau mit einer riesigen Tüte voller Brotkrumen, mit denen sie die Wasservögel fütterte. An sich wird das wegen der Vermehrung der Ratten nicht gerne gesehen. Derzeit gibt es aber nur sehr wenig Gestrüpp, da wird’s wohl nicht so schlimm sein. Enten, Möwen und Schwäne waren jedenfalls begeistert.

Schwan
*

MöwenFür alle, die sich hier auskennen: ich habe auf diesem Foto unter künstlerischen
(*ähem*) Aspekten  dem Kraftwerk der Mainova am jenseitigen Ufer den Schlot
geklaut – sprich wegretouschiert.

Anlegestelle

Gegenlicht

Am Griesheimer Mainufer liegen im Sommer unzählige größere und kleinere Yachten. Die Anlegestellen sahen heute im Gegenlicht märchenhaft aus – zumindest diejenigen, die etwas bewachsen sind. Einige sind nur mit Stacheldraht gegen das Überklettern geschützt.

Schwanheimer BrückeSchwanheimer Brücke

Nach der Schwanheimer Brücke (große Autobrücke) ist der Weg Richtung Innenstadt dann nicht mehr so schön. Das Ufer ist dicht bewachsen und der Weg nur noch schmal.
Auf dem Rückweg fiel mein Blick dann auf der Straße noch auf dieses Haus:

Dekohaus GriesheimMehr Weihnachtsdeko geht kaum
Und wenn ich wählen dürfte – das Andere würde mir besser gefallen:

Giebelhaus

Als ich dann schon fast wieder zu Hause war, war das Wetter immer noch so schön, dass ich kurzentschlossen nochmal Richtung Taunus gefahren bin (meine Männer wusste ich anderweitig beschäftigt). Gelandet bin ich im Sodener Kurpark, der gegen den sonnendurchfluteten Mainweg wirklich noch winterlich anmutete. Mich haben die Licht- und Schattenspiele und die Formen der blattlosen alten Bäume fasziniert. Außerdem dampften die Thermalquellen vor sich hin – so stelle ich mir das auf Island nur in größer vor. Leider ließ sich das nicht im Foto einfangen.

Thermalsprudel
*

Collage Bad Soden

Morgen soll das Wetter schon wieder schlechter werden. Schade – solche sonnigen Tage sind auch ohne Schnee wunderbar.

Unterwegs

. . .  nach Süden – war schon immer eine gute Idee. Heute Mittag hab ich den Junior mal wieder nach Darmstadt kutschiert (knapp 40km von Frankfurt nach Süden) und wurde dort mit strahlend blauem Himmel und herrlicher Sonne belohnt, während Frankfurt unter einer dunklen Wolkendecke dahin vegetierte. Erst jetzt um 15 Uhr 30, also kurz vorm untergehen, lässt sich diese wankelmütige Dame namens Sonne jetzt auch mal über Frankfurt sehen. [Wieso ist die Sonne im Deutschen eigentlich weiblich? Und der Mond männlich?] Da ich im Zentrum Darmstadts, wo ich Andi absetzte, auch noch einen kostenlosen Parkplatz  ergatterte, bin ich natürlich auch ausgestiegen.  Am Stadtschloss, direkt am Weihnachtsmarkt . . . fast wie sechs Richtige im Lotto. Allerdings galt der nur für eine halbe Stunde. Na ja, ich habe den Spaziergang etwas ausgereizt – RISIKO – und hatte nach einer guten Stunde glücklicherweise keinen Strafzettel.

Dank der kleine Digi, die immer dabei ist, habe ich euch daher “Schöne Momente im Herbst/Winter 09” aus Darmstadt mitgebracht.

Vor ein paar Wochen habe ich euch die Mathildenhöhe - das Jugendstil- und Kunstzentrum Darmstadts – vorgestellt. Im Zentrum der Stadt sieht es anders aus. Das Darmstädter Residenzschloss begründet sich auf einer ersten Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert der Grafen von Katzenelnbogen (auch so ein in Hessen allgegenwärtiges Geschlecht). Als 1479 der letzte Graf von Katzenelnbogen starb, fiel Darmstadt an Landgraf Heinrich III. von Hessen.

Residenzschloss

Mir erschien das Residenzschloss von außen riesig und vor allem sehr verschachtelt (so im Vergleich zum Biebricher Schloss in Wiesbaden) und irgendwie ist es im Moment ein ziemliche Baustelle. Aber trotzdem sehr schön. Hier muss ich mal mit viel Zeit und am besten mit einem Plan herkommen.

ludwappen

Der Eingang zum Schlossmuseum

Das Schloss wurde mehrfach zerstört. 1715, nachdem die Kanzlei des Schlosses abgebrannt war, sollte unter dem Landgrafen Ernst Ludwig der französische Architekt Louis Remy de la Fosse ein neues Barockschloss mit vier großen Flügeln bauen. Dieses sollte das alte Schloss komplett ersetzen. Wegen Geldmangels blieb es allerdings bei zwei Flügeln. In der Darmstädter Brandnacht (Angriff der britischen Royal Air Force) vom 11. auf den 12. September 1944 brannte das Schloss bis auf die Außenmauern nieder. In zwanzigjähriger Arbeit wurde der äußere Zustand der Vorkriegszeit weitgehend detailgetreu wiederhergestellt. [Mir fällt gerade auf, dass der 11. September ein geschichtsträchtiges Datum ist.]

glockenturmBlick auf den Glockenturm

mollerbauHessisches Staatsarchiv

Was hier im klassizistischen Stil wie ein griechischer Tempel daher kommt, heißt bei Wikipedia schlicht “Der Mollerbau” und ist auch tatsächlich wie so Vieles nach dem Bombardement im Zweiten Weltkrieg ein Neu- bzw. Wiederaufbau. 1817 hatte der Architekt Georg Moller das Theater in klassizistischem Stil errichtet. 1879 wurde es umgebaut, im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Innern gibt es nur wenige originalgetreu wieder hergestellte Räume. Ich hab’s in erster Linie trotz der Zelte davor wegen der unglaublich sommerlichen Farben mit dem strahlend blauen Himmel fotografiert.

Ein bisschen um die Ecke rum auf der anderen Seite befindet sich das ultramoderen Kongresszentrum das “Darmstadtium“, das seinen Namen hat von . . . . ? Tja – ich wüsste mir hier auf Anhieb nur eine Person, die damit vielleicht ohne zu googeln etwas anfangen kann.   Als ich in die Schule ging, gab’s das definitiv noch nicht. Blechiiiiiiiii! – - – Noch ein Stückchen weiter breitet sich dann im Moment der Darmstädter Weihnachtsmarkt aus.

pyramideAuf dem Darmstädter Weihnachtsmarkt

Mit den beiden letzten Fotos hätte ich dann auch noch ganz ungeplant einen Beitrag zum Projekt 52, den ich mir an sich verkneifen wollte, weil es hier ja sowieso ständig weihnachtlich zugeht.

eisenbahnKinderkarussell mit Eisenbahn


Vor 33 Jahren

. . . war ich sicher einer der (von ca. 17)  glücklichsten Menschen der Welt, naja zumindest in Frankfurt. Das zahnmedizinische Staatsexamen war endlich bestanden, all der Stress, die Plackerei, die Ängste waren vorbei. Ich war gerade mal 23 Jahre alt und dachte, nun steht dir die Welt offen, liebe Elke. Letztendlich waren die Jahre des Studiums trotz allen Stresses und die folgenden Jahre meiner Assistenzzeit bis zur Praxisgründung 1980 vermutlich auch wirklich die freiesten meines Lebens. Wenn ich aus dieser Zeit überhaupt etwas bereue, dann dass ich mir nicht mehr Freiheiten erlaubt habe, einen Auslandsaufenthalt etwa.  Aber diese Denkweise, mal nur was für mich zu tun, die war mir leider nie gegeben.  Egal – es war eine gute Zeit!

examen1Und waren auch geschafft!

examen2Den Sekt tranken wir natürlich stilecht aus den Mundspülbechern

Karin, Lutz und ich – wir drei trafen uns bis zu Karins viel zu frühem Tod vor zwanzig Jahren regelmässig Ende November mit unseren Partnern zu einem gemeinsamen Staatsexamens-Gedenk-Essen und auch sonst sehr häufig.  So eine gemeinsame Prüfungsgruppe über gut ein halbes Jahr, das schweisst zusammen. Und wir verstanden uns auch vorher einfach schon sehr gut, so fand man sich in den Prüfungsgruppen zusammen. In meinem Buch klingt das übrigens so:

“Ganz wichtig ist die richtige Zusammensetzung der Prüfungsgruppe! Da gibt es im Vorfeld Koalitionsverhandlungen – Sie glauben es nicht! Natürlich spielen Sympathien eine wichtige Rolle, aber auch ganz praktische Überlegungen. Und die Zeit der Prüfungen und  Prüfungsvorbereitungen  schweißt die Gruppe zusammen wie kaum etwas Anderes. Meine eigene Gruppe fand ich wirklich ideal. Wir hatten mit L. einen Kopf, einen Vordenker, der für alle ungeklärten Fragen gut war. Sein IQ war vermutlich Schwindel erregend. Und wir hatten einen Techniker im wahrsten Sinne des Wortes. Bevor W. Zahnmedizin studierte, war er bereits Zahntechniker gewesen. Meine Freundin K. und ich waren der weibliche Part, normal, fleißig, zuverlässig. Was sollte da schief gehen?”  Na ja – es hätte einiges schiefgehen können und es sind auch nicht alle aus dem Semester durchgekommen.

Genug der Nostalgie – heute war ich in Wiesbaden auf dem Neroberg. Das Wetter war schön, die Wiesbadener Innenstadt verstopft und bis ich auf Wiesbadens  Hausberg war, wurde es leider schon duster. Aber schön war trotzdem.

Der Neroberg ist gerademal 245 m hoch aber weithin sichtbar durch eine russisch-orthodoxe Kirche mit fünf goldenen Kuppeln. Diese Kirche  wurde 1847 bis 1855 von Herzog Adolf von Nassau anlässlich des frühen Todes seiner Gemahlin, der 19-jährigen russischen Prinzessin Jelisaweta (Elisabeth) Michailowna, Großfürstin von Russland und Herzogin von Nassau (1826-1845) erbaut. Sie war die Tochter von Michael Romanow (1798-1849), dem jüngeren Bruder der Zaren Alexander I. Dass bei uns in Hessen überall russisch-orthodoxe Kirchen rumstehen, habe ich schon damals bei Darmstadt und der Mathildenhöhe erwähnt. Als ich zum Neroberg hochfuhr, leuchteten mir die Kuppeln in der Abendsonne entgegen.

kapellehoch

kapellekuppeln

prinzessDas Medaillon über dem Westeingang stellt die Heilige Helena dar,
Mutter des römischen Kaisers Konstantin

Geweiht ist die Kirche allerdings der Heiligen Elisabeth, deren Medaillon sich auf der Südseite befindet. Dort wurde der Eingang, der sowieso immer nur dem Adel vorbehalten war, nach dem Sturz des letzten russischen Zaren zugemauert.

Zwischen Frühling und Herbst führt auf den Neroberg vom Nerotal aus seit 1888 die Nerobergbahn hinauf, eine mit Wasserballast betriebene Standseilbahn.  Oben auf dem Berg steht ein kleiner Tempel, den man auch Monopteros nennt, ein Begriff aus der Architektur, der mir bisher fremd war.

tempelMonopteros

Es gibt einiges zu entdecken auf dem Neroberg, nur sollte man in einer anderen Jahreszeit herkommen. Sogar einen Weinberg hat Hessens Landeshauptstadt hier oben. Selbst der Name “Neroberg” leitet sich davon ab, denn er hat nichts mit Kaiser Nero zu tun. Zunächst hieß der Hügel „Ersberg“ (“Der hintere Berg”), was im 17. Jahrhundert zu „Mersberg“ oder „Neresberg“ wurde. Das Umwandeln von alten Namen in gefälligere (in Frankfurt z.B das Galgenfeld  in Gallusviertel ) oder eben antikisierende war zu Zeiten groß in Mode.

weinbergFasziniert hat mich der Strauch mit den vielen Misteln -
dieser Weinberg wäre was für Miraculix und andere Druiden ;-)

Vom Weinberg aus und auch von einer speziellen Plattform hat man einen tollen Panaromablick auf Wiesbaden und ins Land drumrum. Mir fehlt da aber ein bisschen die Spannung im Bild. Anders als Frankfurt hat Wiesbaden halt keine Skyline zu bieten.

panorama

leuAussichtsplattform mit Sandsteinlöwen in der Abenddämmerung

kapellenblick

Bevor es dann ganz finster wurde, ging’s wieder abwärts Richtung Auto und ich hatte nochmal einen schönen Blick auf die Südseite der russischen Kirche.

Mein Lustschloss

. . . zu Halloween habe ich heute definitiv schon gefunden – wer will da noch nach England oder gar Transsylvanien reisen?

mosburg1

Wer mir auf Anhieb sagt, wo diese Gemäuer stehen, ist entweder richtig gut . . .
oder aus Wiesbaden ;-)

Ich bin nämlich heute weder in den Taunus gefahren noch zur Nidda, nein  – ich war erneut in unserer Landeshauptstadt. Diesmal aber direkt am Rhein in Wiesbaden-Biebrich. Den Schlosspark wollte ich mir schon lange ansehen. Außerdem reizte mich das milde Klima. Wer will schon frieren, wenn es auch noch anders geht. Die Burg oben im Bild ist aber nun beileibe nicht das Biebricher Schloß sondern die Mosburg am Ende des Schloßparks. So – jetzt aber mal ganz systematisch.

biebschloss1So schaut es aus, das Biebricher Schloss und zwar von der Rheinseite aus

biebschloss2Mit großer geschwungener Freitreppe (gegengleich auch von links)

biebschloss5. . . und so vom großen Park aus.

Obwohl das barocke Ensemble heute als einheitliche Anlage erscheint, entstand es nach und nach. Zunächst war es nur ein Sommersitz, den Fürst Georg August von Nassau-Idstein um 1700 errichtete. Zwischen 1707 und 1721 entstand die erste Version des barocken Lustschlosses mit Garten. 1734 wurde daraus eine dreiflügelige Schlossanlage mit Rotunde und gleichzeitig Residenz des Fürsten Karl von Nassau-Usingen (weit und breit tatsächlich keine Mainzer Erzbischöfe in Sicht!).

Die seitlichen Schlossflügel setzen sich in Kastanienalleen fort, während von der Rotunde aus die “Dicke Allee” nach Norden führt (ebenfalls eine Kastanienallee). Bis zur Fertigstellung des  Stadtschlosses 1841 in Wiesbaden war Schloss Biebrich Hauptresidenz der nassauischen Fürsten und Herzöge. Danach diente es bis 1866 nur noch als Sommerresidenz.

Interessant ist auch, dass 1868  Adolf von Nassau die 1844 bis 1848 errichteten Gewächshäuser mit dem wertvollen Baum- und Pflanzenbestand zusammen mit einem kleineren Pflanzenbestand aus dem Stadtschloss an die Stadt Frankfurt am Main verkaufte. Sie bildeten den Grundstock des Frankfurter Palmengartens. Zu diesem Zeitpunkt gehörte Nassau bereits zu Preußen, Wilhelm I. von Preußen überließ das Biebricher Schloß jedoch Adolf von Nassau.

orangerie1
Heute verfügt das Schloss nur noch über eine sog. Arbeitsorangerie, also mehr oder weniger Gewächshäuser, in denen auch die empfindlichen Pflanzen des großen Schloßparks überwintern. Während ich dort unterwegs war, kamen ständig kleine Traktoren angefahren und brachten Palmen in die Gewächshäuser. Interessant ist ja, dass man in diesen barocken Anlagen immer wieder auf die gleichen Namen trifft, wenn es um die Anlage der großen Parks und Gärten geht. Gute Gartenbaumeister waren hoch geehrte Leute (von Welsch, von Sckell, Siesmayer).

orangerie2

Der Schloßpark ist riesig. Neben den Kastanienalleen gibt es mehrere kleine Bäche, den natürlichen Mosbach, einen großen Weiher, den Prinzessinnenweiher hinter dem Eishaus (das Eishaus habe ich entdeckt, den Prinzessinnenweiher nicht) und am Ende dann die Mosburg.

Prinzessinnenweiher

Infotafel zum Prinzessinnenweiher

Zugeschüttet also – kein Wunder! Wie gut, dass ich immer die Infotafeln fotografiere!

Vor allem aber gibt es unendliche viele hohe Bäume und in all diesen Bäumen sitzen unendlich viele Sittiche und Papageien.  Seit heute ist mir klar, warum die Wiesbadener Sittiche mittlerweile als Plage empfunden werden. Das Gekreisch ist wirklich fürchterlich. Mit Kusshand bin ich heute zu meinen heimischen Elstern zurück und werde über diese nie wieder ein böses Wort verlieren.

sittichebiebrich
Schlecht zu erkennen, aber das sind die großen Alexandersittiche (Psittacula eupatria)

Im Moment gibt es erst wenige kahle Bäume wie diesen, so dass man unentwegt von dieser Kakophonie an Tönen begleitet wird, aber die Verursacher kaum zu Gesicht bekommt.

baumhoch

mosburg2

Anfang des 19. Jahrhunderts  in der  Epoche der Romantik erwarb Herzog Friedrich August von Nassau weiteren Grundbesitz zur Erweiterung des Parks, darunter auch die Ruinen einer ehemaligen Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. Ihr Äußeres entsprach ganz der Idealvorstellung einer mittelalterlichen Burg. Der Herzog beauftragte seinen Hofbaumeister mit dem Bau einer romantischen Wohnburg auf deren Fundamenten. Dieser erzeugte den Eindruck einer mittelalterlichen Burg u.a. durch die Verwendung von Abbruchmaterial der mittelalterlichen Liebfrauenkirche in Mainz. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mosburg erneut zur Ruine.

weiher

mosburg3

Und mit einem fast schon wieder abendlichen Blick auf den Rhein ging es kurz nach Vier dann zurück nach Frankfurt. Waren das genug “Schöne Momente” für diese Woche – oder waren es etwa zu viele? Ich hoffe wie immer, euch hat dieser kleine Ausflug ebenfalls Freude bereitet.

rhein

Eines noch: mir ist ein Laubbaum aufgefallen, der sehr seltsame bzw. mir völlig unbekannte Früchte trug, die vor allem im trockenen Zustand fast wie Zapfen von Nadelbäumen aussehen. Kennt jemand diesen Baum?

zapfenbaumUnbekannter Baum – wer kennt ihn?

Der mir unbekannte Baum ist übrigens ein Tulpenbaum – eine nordamerikanische Magnolie. Mehr dazu im Gartenblog und auch an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Sisah für die Identifizierung.

Aquis mattiacis

Nochmal nach Wiesbaden. Aquis mattiacis, also die “Wasser der Mattiaker”,  steht in großen Lettern über dem Portal des Wiesbadener Kurhauses, das gleichzeitig Casino ist. Die Mattiaker waren wahrscheinlich ein germanischer Teilstamm der Chatten, der in der Umgebung von Wiesbaden,  im Taunus und in der Wetterau saß. Wobei mir hoffentlich SunnyLatinus erklären kann, warum das nicht Aquae Mattiacorum heißt. Ich dachte eigentlich, dass Aqua eine weibliche Deklination hat.

kurhausgreen

kurhausportal

Das Kurhaus Wiesbaden, Wahrzeichen seiner eleganten Stadt, ist umgeben von viel Grün und prunkvollen, historischen Gebäuden. 10 Säle und Salons verschiedener Größen und unterschiedlichen Stils, die Restaurants, die Spielbank Wiesbaden – alles unter einem Dach. Gleich daneben die Theater-Kolonnaden mit dem barocken Hessischen Staatstheater. Die Kolonnaden gegenüber sind mit 129 m die längste Säulenhalle Europas. Hier stehen zusätzliche Räume für weitere Veranstaltungen, Sondermessen und Ausstellungen zur Verfügung. Zwischen den Kolonnaden und vor dem Kurhaus liegt das Bowling Green mit seinen beiden dreischaligen Kaskadenbrunnen, eingerahmt von Platanen-Alleen.

grossehalle

Hier darf jeder gerne über den roten Teppich (außen) gehen und  gelangt dann in eine gigantische und prachtvoll ausgeschmückte Halle und vielen antiken Elementen. Das ist schon bombastisch, am Anfang weiß man kaum, wo man zuerst hingucken soll. Ich stelle hier mal eine Galerie zum Anklicken rein, sonst werden das zuviele Bilder und ihr müsst ewig scrollen.

Wem nach soviel hehrer Kunst die Sinne anders stehn, der darf hier auch gleich zocken:

spielbank1

Das Staatstheater befindet sich gleich nebenan und der Bau zeigt große Ähnlichkeit mit der Alten Frankfurter Oper. Während unsere Oper aber die Inschrift ziert: Dem Wahren,  Schönen, Guten – so mahnt man in Wiesbaden Folgendes an:

fassadetheater

Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,
bewahret sie!

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich wünsche euch einen schönen Abend und hoffe, dass euch der Spaziergang durch Wiesbadens Kurpark samt Kurhaus gefallen hat.

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