Archiv für die Kategorie „Rhein-Main“

Blogdesign & Weihnachtsmarkt

Wenn ich nach meiner heutigen Blogrunde einen 1. Platz für tolles weihnachtliches Blogdesign vergeben müsste, dann ginge der ganz sicher an Annelie, Shayanna oder unter welchem Namen ihr sie kennt.  Mich hat das Design ihres Blogs “Nebenbei bemerkt” jedenfalls auf Anhieb verzaubert.

Heute Nachmittag bin ich dann doch noch nach Höchst runter gelaufen und habe den Weihnachtsmarkt beguckt. Es war voll (wie immer), es war nass (wie fast immer am 1.Advent) und es war bis zu 16°C warm – das habe ich noch nie erlebt.  Den ganz großen Spaß hat’s nicht gemacht. Erstens mag ich das Geschiebe und Gedränge nicht und wenn dann noch Regenschirme zu Waffen und Kinderwagen zu Bulldozern werden, dann reicht’s mir doch recht schnell. Liebe Leute, warum könnt ihr nicht Jacken oder Mäntel mit Kapuzen tragen anstelle des Regenschirms und liebe Eltern, Kleinkinder fühlen sich in einem solchen Gedränge auf Papas Arm, Schultern oder der Babytrage sicher wohler als zwischen den Stiefeln und Schuhen der Weihnachtsmarktbesucher.

Aber die irische Flötenmusik war schön und ebenso das Orgelkonzert in der Justinuskirche. Ich muss unbedingt die Justinuskirche mal wieder in Ruhe und gründlich in Augenschein nehmen. Sie ist innen wirklich wunderschön.

Altarraum Justinuskirche

KinderkarussellIch schätze, das ist das kleinste Karussell, da ich je gesehen habe.
Es wird von Menschenkraft angetrieben.

weinkellerUnd  hier geht’s zum Weinkeller unter dem Alten Schloss -
von außen sieht’s gemütlich aus, innen fast mittelalterlich

weihlinie1

Im Gartenblog gibt’s heute Katzenfotos  katzeschwarz

Vor 33 Jahren

. . . war ich sicher einer der (von ca. 17)  glücklichsten Menschen der Welt, naja zumindest in Frankfurt. Das zahnmedizinische Staatsexamen war endlich bestanden, all der Stress, die Plackerei, die Ängste waren vorbei. Ich war gerade mal 23 Jahre alt und dachte, nun steht dir die Welt offen, liebe Elke. Letztendlich waren die Jahre des Studiums trotz allen Stresses und die folgenden Jahre meiner Assistenzzeit bis zur Praxisgründung 1980 vermutlich auch wirklich die freiesten meines Lebens. Wenn ich aus dieser Zeit überhaupt etwas bereue, dann dass ich mir nicht mehr Freiheiten erlaubt habe, einen Auslandsaufenthalt etwa.  Aber diese Denkweise, mal nur was für mich zu tun, die war mir leider nie gegeben.  Egal – es war eine gute Zeit!

examen1Und waren auch geschafft!

examen2Den Sekt tranken wir natürlich stilecht aus den Mundspülbechern

Karin, Lutz und ich – wir drei trafen uns bis zu Karins viel zu frühem Tod vor zwanzig Jahren regelmässig Ende November mit unseren Partnern zu einem gemeinsamen Staatsexamens-Gedenk-Essen und auch sonst sehr häufig.  So eine gemeinsame Prüfungsgruppe über gut ein halbes Jahr, das schweisst zusammen. Und wir verstanden uns auch vorher einfach schon sehr gut, so fand man sich in den Prüfungsgruppen zusammen. In meinem Buch klingt das übrigens so:

“Ganz wichtig ist die richtige Zusammensetzung der Prüfungsgruppe! Da gibt es im Vorfeld Koalitionsverhandlungen – Sie glauben es nicht! Natürlich spielen Sympathien eine wichtige Rolle, aber auch ganz praktische Überlegungen. Und die Zeit der Prüfungen und  Prüfungsvorbereitungen  schweißt die Gruppe zusammen wie kaum etwas Anderes. Meine eigene Gruppe fand ich wirklich ideal. Wir hatten mit L. einen Kopf, einen Vordenker, der für alle ungeklärten Fragen gut war. Sein IQ war vermutlich Schwindel erregend. Und wir hatten einen Techniker im wahrsten Sinne des Wortes. Bevor W. Zahnmedizin studierte, war er bereits Zahntechniker gewesen. Meine Freundin K. und ich waren der weibliche Part, normal, fleißig, zuverlässig. Was sollte da schief gehen?”  Na ja – es hätte einiges schiefgehen können und es sind auch nicht alle aus dem Semester durchgekommen.

Genug der Nostalgie – heute war ich in Wiesbaden auf dem Neroberg. Das Wetter war schön, die Wiesbadener Innenstadt verstopft und bis ich auf Wiesbadens  Hausberg war, wurde es leider schon duster. Aber schön war trotzdem.

Der Neroberg ist gerademal 245 m hoch aber weithin sichtbar durch eine russisch-orthodoxe Kirche mit fünf goldenen Kuppeln. Diese Kirche  wurde 1847 bis 1855 von Herzog Adolf von Nassau anlässlich des frühen Todes seiner Gemahlin, der 19-jährigen russischen Prinzessin Jelisaweta (Elisabeth) Michailowna, Großfürstin von Russland und Herzogin von Nassau (1826-1845) erbaut. Sie war die Tochter von Michael Romanow (1798-1849), dem jüngeren Bruder der Zaren Alexander I. Dass bei uns in Hessen überall russisch-orthodoxe Kirchen rumstehen, habe ich schon damals bei Darmstadt und der Mathildenhöhe erwähnt. Als ich zum Neroberg hochfuhr, leuchteten mir die Kuppeln in der Abendsonne entgegen.

kapellehoch

kapellekuppeln

prinzessDas Medaillon über dem Westeingang stellt die Heilige Helena dar,
Mutter des römischen Kaisers Konstantin

Geweiht ist die Kirche allerdings der Heiligen Elisabeth, deren Medaillon sich auf der Südseite befindet. Dort wurde der Eingang, der sowieso immer nur dem Adel vorbehalten war, nach dem Sturz des letzten russischen Zaren zugemauert.

Zwischen Frühling und Herbst führt auf den Neroberg vom Nerotal aus seit 1888 die Nerobergbahn hinauf, eine mit Wasserballast betriebene Standseilbahn.  Oben auf dem Berg steht ein kleiner Tempel, den man auch Monopteros nennt, ein Begriff aus der Architektur, der mir bisher fremd war.

tempelMonopteros

Es gibt einiges zu entdecken auf dem Neroberg, nur sollte man in einer anderen Jahreszeit herkommen. Sogar einen Weinberg hat Hessens Landeshauptstadt hier oben. Selbst der Name “Neroberg” leitet sich davon ab, denn er hat nichts mit Kaiser Nero zu tun. Zunächst hieß der Hügel „Ersberg“ (“Der hintere Berg”), was im 17. Jahrhundert zu „Mersberg“ oder „Neresberg“ wurde. Das Umwandeln von alten Namen in gefälligere (in Frankfurt z.B das Galgenfeld  in Gallusviertel ) oder eben antikisierende war zu Zeiten groß in Mode.

weinbergFasziniert hat mich der Strauch mit den vielen Misteln -
dieser Weinberg wäre was für Miraculix und andere Druiden ;-)

Vom Weinberg aus und auch von einer speziellen Plattform hat man einen tollen Panaromablick auf Wiesbaden und ins Land drumrum. Mir fehlt da aber ein bisschen die Spannung im Bild. Anders als Frankfurt hat Wiesbaden halt keine Skyline zu bieten.

panorama

leuAussichtsplattform mit Sandsteinlöwen in der Abenddämmerung

kapellenblick

Bevor es dann ganz finster wurde, ging’s wieder abwärts Richtung Auto und ich hatte nochmal einen schönen Blick auf die Südseite der russischen Kirche.

Der Kaiserdom

Ein bisschen Lust auf  Geschichte? Ich kann ja nicht immer nur das schöne Wetter preisen. Trotzdem – hätte mir wer Ende Oktober  – als es so s*ukalt war – oder beim Dauerregen letzte Woche gesagt, dass ich heute im T-Shirt in der Sonne stehen würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Aber nun zum Kaiserdom St. Bartholomäus.

nordeingangEingang auf der Nordseite (Braubachstraße / Domplatz)
links von den Bäumen verdeckt das Kaiserportal

kaiserportalDie Figuren (aus dem 19.Jahrhundert) stellen Jesus und seine Apostel
sowie weitere Verwandte Jesu dar.

Der Hügel, sprich Römerberg, auf dem auch der Dom steht, war in alten Zeiten eine Maininsel. Der Main fließt südlich daran vorbei, aber damals existierte ein Seitenarm – die Braubach – der nördlich floß. Dieses Flussbett ist heute die Braubachstraße. Die Ursprünge unseres Doms liegen vermutlich mit einer ersten Bebauung um 500 n. Chr.  Es gibt im Dom eine Tafel, welche die einzelnen Erweiterungs- und Umbauten sehr schön verdeutlicht. Im Bereich der ersten kleinen Saalkirche wurde ein merowingisches Mädchengrab gefunden. Der heutige Bau ist eine dreischiffige, gotische Hallenkirche, in der es enorm viel zu bestaunen gibt.  Trotz vielen prunkvollen Altäre und trotz der verschiedenen Einflüße besticht mich doch die eigentlich schlichte Klarheit des gesamten Baus. Alles wirkt in sich stimmig. Im Mittelalter war der Dom, der nie Bischofskirche war, Sitz des kaiserlichen Domstiftes St. Bartholomäus, seit 1356 Wahlort der Deutschen Könige und ab 1562 Krönungsort der römischen Kaiser.

mhimmelaltarDie Vorhalle mit dem barocken Maria-Himmelfahrt-Altar

langschiffBlick durch das Mittelschiff nach Süden zum Hochchor

gewölbeBlick nach oben im Mittelschiff mit den bemalten Kapitellen

altarraumblau

Der gotische Hochaltar im Hohen Chor, ursprünglich aus Sachsen stammend (15.Jahrhundert)
Der Altarraum kann nicht betreten werden

wahlkapelleDie ehemalige Wahlkapelle / Raum für das stille Gebet

Die Wahlkapelle des Domes, in der die Deutschen Könige gewählt worden sind, ist heute ein Raum für das stille Gebet. Sie befindet sich süd-westlich des Hohen Chores.  Frankfurt war in der Goldenen Bulle Karls IV. von 1356 als Ort der Königswahl festgelegt worden. Seit der Zeit Maximilians I. galt der von den Kurfürsten zum König Gewählte auch ohne Zustimmung und Krönung durch den Papst als Erwählter Römischer Kaiser. In der Folge galt auch die Königs- zugleich als Kaiserkrönung. Sie fanden von 1562 an – in der Regel wenige Tage nach der Wahl – ebenfalls in Frankfurt statt. Diese Tradition endete erst mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation (Zitat aus Wikipedia). Vorher fanden die Kaiserkrönungen in der Peterskirche in Rom durch den Papst statt.

Ich glaube, das reicht erstmal. Ich bin selbst immer noch überwältigt von dem, was ich alles im Dom gesehen habe und von dem, was ich inzwischen über den Dom und seine Geschichte nachgelesen habe. Ganz sicher werde ich ihn bald wieder aufsuchen und diesmal etwas besser vorbereitet. Das war wieder so eine typische Lehre: da lebe ich seit 56 Jahren in Frankfurt, schau mir überall sonst in der Welt Kirchen an, aber unseren Dom kenne ich kaum. Das gilt außerdem für so manches andere in Frankfurt und Umgebung, aber ich bin ja nun – versehen mit der nötigen Zeit – dabei, es endlich in Angriff zu nehmen. Die heutigen Fotos und weitere gibt es jetzt auch auf der MainZauber Homepage unter “City” zu sehen.

Ich habe mir übrigens gerade die DVDs  “The Tudors” gekauft, die ich teilweise im Fernsehn in englischer Sprache gesehen habe. Auch die englische Geschichte um Heinrich VIII., die ja mit der Geschichte ganz Europas innig verflochten ist, ist höchst interessant. Wobei die Fernsehserie bei mir viele Fragen offen lässt, aber es gibt ja Bücher und das Internet ;-)

Apropos Bücher. Da brachte mir doch heute die Post völlig überraschend ein Bücherpaket, Absender eine ganz liebe Internetfreundin, die ich vor einigen Jahren auch persönlich kennengelernt habe. Das hat mich total vom Sockel gehauen. Ein dickes Dankeschön und liebe Grüße nach Nürnberg!!!

Glück gehabt

. . . oder wie gut, dass es die “immer-dabei-hab-handtaschenkamera” gibt. Bei nach wie vor schönem Wetter bin ich heute Nachmittag in die City rein, um mich endlich mal fotografierenderweise um unseren Dom zu kümmern. Der steht ja – wie schon erwähnt – endlich mal wieder ohne Baugerüste da. Und als ich dann vor der Schirn stand, um genau dieses Bild zu machen . . .

domturm

. . . verkündete mir das Display meiner Lumix G1 doch tatsächlich: Keine Speicherkarte vorhanden! Arrrgh – die lag nämlich noch am Läppi auf dem heimischen Schreibtisch. Bevor ich aber einen Schreikrampf bekommen konnte, fiel mir ein, dass ich meine kleine Panasonic ja auch noch dabei hatte.  Normalerweise nehme ich die raus, wenn ich mit der Großen auf  Fotosafari gehe, um die Handtasche zu entlasten. Das hatte ich diesmal vergessen. Et voila – ich hatte eine Speicherkarte und der Domturm kam doch noch in die Kiste (und viele andere Fotos außerdem). Ob ich dir hier zeige, weiß ich noch nicht, aber sie kommen auf alle Fälle auf die Mainzauber Homepage.  Der Ordner “City” ist dort nämlich noch total leer – so geht’s ja auch nicht.

Auf dem Weihnachtsmarkt am Römerberg, der in wenigen Tagen (25.11.) öffnet, war kein Durchkommen. Da wird geackert wie verrückt.

weihmarkt

Cool!

Oder eigentlich ja eher hot, was ich euch jetzt zeige:

mainsonn800Das müsst ihr anklicken und auf 800 x 600 vergrößern, das ist sooo schön!

Der heutige Nachmittag hatte reichlich schöne Herbstmomente für mich parat.  Und dass ich zum Schluß noch diesen grandiosen Sonnenuntergang am  Main fotografieren konnte, das war das Tüpfelchen auf dem “i”.  Da war ich wirklich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Ich habe mich heute Nachmittag einige Stunden zum Fotografieren in Alt-Höchst rumgetrieben und jede Menge Bilder gemacht. Die Zeit ist jetzt ideal, weil einem weder Touristen die Sicht verstellen noch die Motive hinter dicht belaubten Bäumen verschwinden. War nur schade, dass die frisch renovierte Justinuskirche geschlossen war. Sie ist im Winter nur sonntags geöffnet. Es passiert da unten an der Mainpromenade noch immer ganz viel. Auch im Gärtchen der Kirche wird fleißig gearbeitet. Ich habe Steinmetze bei der Arbeit gesehen und im nächsten Frühjahr soll der alte Klostergarten wieder in neuer Schönheit erstehen.

justinuskirche181109aDie karolingische Justinuskirche in Frankfurt-Höchst

MöwenAm Main kann’s wirklich wunderschön sein!

Jetzt werde ich erstmal in Ruhe alle Bilder sichten und die meisten stelle ich dann vermutlich als Galerie auf meiner Homepage unter “Höchst”.  Vielleicht zeige ich morgen auch hier noch einige davon.

sonnunmain181109

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