Archiv für die Kategorie „TV“

Blow Up

Gestern Abend gab es um Mitternacht rum im WDR mal wieder eine Ausstrahlung des Kultfilmes “Blow Up” von Michelangelo Antonioni aus dem Jahr 1966. Ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen und bin heute Nacht richtig fasziniert davor sitzen geblieben. Es ist einerseits eine fantastische Dokumentation des Lebensgefühls der späten Sechziger, andererseits wirklich inzwischen ein Film “aus dem letzten Jahrhundert“.  Und das finde ich schon fast verstörend, denn es war meine Jugend. Spannend aber auch zu sehen, wie der technische Fortschritt in der Fotografie und im Film unsere Art zu sehen und zu analysieren verändert hat. Welche Geduld musste man damals aufbringen, wenn es galt einen Film zu entwickeln und die Bilder zu vergrößern. Und wie spannend war es, in der Dunkelkammer über den Schalen zu hängen und zuzusehen, wie  die Motive langsam auf dem Fotopapier auftauchten. Wenn ein Bild nicht so wurde, wie man es sich dachte,  ging das Spiel von vorne los und man hatte außer Nachbelichten und Abwedeln nicht viele Möglichkeiten. Ausschnitt- vergrößerungen gingen bis zu einem gewissen Grad. Im Film kann man gut sehen, wie der Fotograf den größten Abzug im Studio erneut fotografiert, um noch mehr zu sehen.  Letztendlich begrenzte die Körnigkeit der Auflösung – wir sprechen heute von Pixeln – die Darstellung.  Kein Gedanke damals an digitale Aufbereitung, die noch das Letzte aus einem Bild herausholt, wie wir es heute bei der Aufklärung von Verbrechen oft in den Krimis sehen.

Ich kann gut verstehen, dass professionelle Fotografen heute in manchen Fällen auch nochmal gerne zum S/W-Film greifen und analog fotografieren. Das muss sich so ähnlich anfühlen wie alte Beatlessongs von einer LP statt von einer CD zu hören. Trotzdem möchte ich in meinem Hobbyfotografenalltag nicht mehr auf die Digitalkamera verzichten. Und auch die “amerikanische Nacht” im Film sieht schon irgendwie witzig aus.

Die Filmbesetzung von damals: David Hemmings, Vanessa Redgrave, Sarah Miles, Jane Birkin, Veruschka von Lehndorff -alle längst Filmgeschichte.

Bye, bye Johnny

Gerade in den Nachrichten gehört und es macht mich traurig: Patrick Swayze ist tot. Mit 57 Jahren ist er dem Bauchspeicheldrüsenkrebs erlegen, gegen den er knapp zwei Jahre angekämpft hat.  Ich habe gerade daran gedacht, dass es 1989 war, als ich einerseits Dirty Dancing im Kino sah und andererseits damals meine Freundin an eben genau diesem Krebs starb. Seitdem weiß ich, dass das Pankreaskarziom als unheilbar gilt.

Dirty Dancing – was hab ich diesen Film geliebt – ich steh dazu. Aber Patrick Swayze gefiel mir auch gut in Filmen wie Ghost – Nachricht von Sam an der Seite einer damals noch natürlich hübschen Demi Moore, in Gefährliche Brandung mit Keanu Reeves als Partner oder dem weitestgehend unbekannten Film Stadt der Freude, der in den Armenvierteln von Kalkutta spielte. Und – bar jeder Angst sich lächerlich zu machen (vielleicht kämpfte er auch nur gegen das Johnny-Image) – war er zum Brüllen komisch in To Wong Foo, Thanks for Everything, Julie Newmar als Dragqueen Miss Vida Boheme. Und dann gab es ja auch noch vor Dirty Dancing die Fernsehserie “Fackeln im Sturm“, in der Patrick Swayze als Plantagenbesitzer Orry Main  in South Carolina in die Mühlen des amerikanischen Bürgerkriegs gerät. Bereits 1983 debütierte er in “The Outsiders” von Francis Coppola neben anderen damals noch unbekannten Jungschauspielern wie Tom Cruise, Matt Dillon und Rob Lowe.

Wer Patrick Swayze auf Dirty Dancing reduziert, wird ihm nicht wirklich gerecht. Aber natürlich hat ihn die Rolle als Johnny Castle überall auf der Welt bekannt gemacht und sowas wird kein Schauspieler mehr los (wer denkt nicht auch bei Sean Connery automatisch an James Bond).

Time of my Life – unvergessen – bei you tube

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