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Projekt52 & das “Ü”
. . . passen wunderbar zusammen. Damit kommen wir mal weg vom Advent, denn bei Sari heißt es diese Woche:
“Das neue Wochenthema ist dieses Mal ein Vorschlag von Latita und sehr speziell. Ich hoffe, Ihr seid damit alle einverstanden, denn das neue Wochenthema lautet: Spaß mit dem Ü-Ei”
Das “Ü” ist ja nun der definitiv letzte Buchstabe des ABC-Projektes und kann bestens mit dem Ü-Ei oder auch Überraschungsei verbandelt werden.
Überraschungseier gab es in meiner Kindheit noch nicht, aber natürlich hatten unsere Söhne ihre Ü-Ei-Phase. Die ging aber ziemlich schnell vorbei und war auch nie sehr ausgeprägt. Wahrscheinlich weil mein GöGa und ich nicht sonderlich begeistert waren von dieser sehr kommerziellen Müllansammlung. Es gab nur ganz selten mal Figürchen oder Inhalte, die so richtig niedlich waren und diese stehen tatsächlich auch heute noch in einem Setzkasten, der noch immer unser Wohnzimmer ziert. Ich glaube, ich könnte den Setzkasten nicht ohne Protest entfernen. Vor ein paar Jahren wachten die Herren Söhne noch mit Argusaugen über den Inhalt, heute ist das nicht mehr ganz so schlimm
Total “in” – die Happy Hippos
Sie präsentieren die Familienhobbies
Blick in den Setzkasten
ABC Projekt -Ä-
Soll ich schon wieder über’s Wetter schreiben? Nee – oder? Es ist auch immer noch unverändert >>> Sintflut eben.
Aber wir haben ja unsere Projekte der Woche, als da wären das “Ä” bei Kerkis ABC-Projekt und die “Horizonte” bei Sari bzw. dem Projekt ’52.
Beim “Ä” fällt mir doch als Erstes der Äbbelwoi ein, der von einer ignoranten jüngeren Generation vor Jahren in Äppler umgetauft wurde. Egal – ob Äppler oder Äppelwoi – das Frankfurter Stöffche fängt mit dem “Ä” an (manchmal auch mit “E”, der Frankfurter macht da in der Aussprache keine großen Unterschiede).

In Frankfurts Apfelweinwirtschaften wird für die größere Runde immer noch der “Bembel” auf den Tisch gestellt, ein Steingutkrug mit grau-blauer Glasur, aus dem der Apfelwein ausgeschenkt wird (schreibt sich das inwischen vielleicht aussch“ä”nken? Geschenkt kriegt man ihn in der Tat höchst selten.) Getrunken wird traditonell aus dem “Gerippten”, die Steingutkrüge sind dann eher was zur Zierde oder für den heißen Äbbelwoi im Winter.

Im Sommer trinken wir unseren Äbbelwoi am liebsten mit viel Mineralwasser als Durstlöscher, dann heißt er einfach der “Gespritzte” (nix Schorle oder so). Nicht-Frankfurter und Kinder greifen auch schon mal zum Süßgespritzten, aber der echte Äbbelwoiliebhaber tut sich das nicht an. [Süß Gespritzter ist eher was für Weicheier und Warmduscher.] Ganz anders verhält es sich mit dem “Süßen” oder gar mit dem “Rauscher”. Der Süße ist im Grunde noch fast Apfelsaft, der Rauscher dagegen mit dem Federweißen beim Wein zu vergleichen.
Im Winter empfiehlt sich der “Heisse Äbbelwoi” – dem Glühwein vergleichbar. Deshalb bekommt man ihn auch auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt ausgeschenkt (aber es gibt dort auch normalen Glühwein. Nur wer will den schon, wenn er auch heißen Apfelwein bekommen kann?)
Heißer Äbbelwoi
Zutaten:
1 Liter Apfelwein
1/8 Liter Wasser
6o Gramm Zucker
1/4 Stange Zimt
3 Gewürznelken
Schale einer halben Zitrone
Zubereitung
Zucker und Gewürze mit Wasser und Apfelwein aufkochen und etwa 10 Minuten ziehen lassen.
Zum Wohl . . . oder einfach nur Prost!
Ach so: Auch wenn der Äbbelwoi nicht zu den hochprozentigen Spirituosen gehöt, man sollte ihn nicht unterschätzen. Zu ein bis zwei Gläsern empfiehlt sich zumindest eine Brezel, darüber sollte es besser Handkäs’ mit Musigg sein oder noch besser e Ribbsche mit Kraut.
ABC Projekt “Z”
Was fiel mir wohl bei “Z” als Erstes ein? >>> Zähne, ja klar, aber das lassen wir lieber. Wer mein Büchlein “Wer den Nerv trifft, hat verloren” – Zahnärzte sind auch nur Menschen, noch nicht kennt: guckst du HIER.
Das Z iel – die Anreise über den Wolken (hier über dem Nordmeer) ist immer wieder kribbelnd
Im Zoo von San Diego kamen “die Zwei” ganz prima miteinander aus
Z abriskie Point – eine der gigantischen Steinwüsten im Death Valley/Kalifornien
vor allem bekannt durch den gleichnamigen Kultfilm von Michelangelo Antonioni (1970)
mit Musik von Pink Floyd, den Rolling Stones und anderen Bands
Macht ihr eigentlich noch weiter mit Ä, Ö und Ü ???
ABCprojekt – “X”
Tja also das “ICKS” – das ist ein echtes Problem. Im Grunde kennen wir Deutschen doch gar kein “ICKS” , auch kein “X” – allenfalls ein “CHS”. Sämtlich Wörter, die mir mit “X” vorne einfallen, sind Lehnwörter aus dem Griechischen: Xylophon zum Beispiel, jenes Musikinstrument mit dem neben der unsäglichen Blockflöte meist die kindliche Musikerziehung beginnt. Oder Xanthippe, die zänkische Ehefrau des armen Sokrates. Immerhin gibt es am Niederrhein die deutsche Stadt Xanten – das ist außergewöhnlich. Aber sonst? Noch nichtmal in unseren Wörtern gaanz innen drinnen erlaubt man uns das “x”. Wo der Engländer auf die Foxjagd geht, schießen wir Deutschen den Fuchs und wenn in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett das Material auf den Boden tropft, so ist es eigentlich Wax. Und der Volksstamm der Sachsen heißt in England “The Saxons”. Und wo wir wirklich im Inneren eines Wortes ein “x” nutzen, stammt dieses Wort dann eher aus dem Lateinischen, ist was Böses (Hexe) oder was Unanständiges
Insofern macht das deutsche “chs” allerdings Sinn bei der Zahl Sechs: sie lässt sich für Erstklässler wenigstens von Sex unterscheiden.
Ich wundere mich ja, dass noch keine Rechtschreibreform sich dieses Problems angenommen hat. Allerdings sähe Chsülofon ja schon etwas merkwürdig aus.
Ich selbst bin da für viel Flexibilität – Lehnwort aus dem Lateinischen! – mir macht es überhaupt nix, wenn ich z.B. den Buchs(-baum) einfach mal als Bux bezeichne. Wobei das im Frankfoderischen nicht ganz unproblematisch ist, bezeichnet die “Bux” doch eigentlich eine Unterhose, sprich Schlüpfer. Tja so hat man als Deutsche(r) so seine Probleme mit dem “X” und ob ich im Laufe dieser Woche zu diesem Thema ein Foto finde, das kann ich noch nicht versprechen.

Die Redewendung “Jemandem ein X für ein U vormachen”, versteht man auch nur richtig, wenn man zumindest ein bisschen Latein kann. Das “U” wurde von den Römern nämlich wie ein “V” geschrieben und das bedeutete die Zahl “5“. Verlängerte man nun die beiden Striche des V nach unten, dann entstand ein X. Das “X” aber bedeutet die Zahl “10″. Man konnte somit jemanden betrügen, wenn man aus dem “V” ein “X” machte.
Oh – da fällt mir ein: es gibt immerhin die Axt und die Nixe, es gibt auch den Boxer . . . sind das jetzt Lehnwörter oder sind die so richtig durch und durch deutsch?
(Beitrag wortgleich auch im LitBLoG, weil er da hin passt.)
ABCprojekt “W”
. . . und dann auch gleich noch zauberhafte Herbstmomente kann ich euch heute liefern. Waren die Turmbeiträge gestern aus dem Archiv, so sind die neuen Bilder noch ofenwarm.

Für das ABC Projekt mit dem Buchstaben “W” bin ich nämlich heute extra nach Wiesbaden gefahren. Das war schon lange fällig, denn obwohl unsere hessische Landeshauptstadt nur eine knappe halbe Autostunde vom Frankfurter Westen entfernt ist, kenne ich Wiesbaden kaum. Zunächst habe ich mal mein Auto in Höhe der Rhein-Main-Hallen abgestellt, einer der ganz wenigen Punkte, wo ich schon öfter mal war. Eine Grünanlage führt in der einen Richtung zum Wiesbadener Hauptbahnhof, in der anderen Richtung Innenstadt. Ich bin erstmal zum Bahnhof marschiert, durchaus willens nach einer Info zu gucken, um einen Stadtplan zu ergattern. Gab’s aber nicht (oder ich hab’s nicht gefunden).
Europa auf dem Stier (Reisinger Anlage)
Das einstige Reichsbahngelände, unmittelbar vor dem Wiesbadener Hauptbahnhof gelegen, wurde 1932 auf Initiative der Stifter Hugo Reisinger und Adam Herbert in eine Grünanlage umgewandelt. Diese Reisinger Anlage ist an sich recht hübsch gemacht und nimmt irgendwie Bezug auf die Mythen von Europa und Zeus. Leider ist das Säulentempelchen im Hintergrund mit Tafel und ursprünglicher Gestaltung völlig von Graffitis und Geschmiere verschandelt. Da könnt ich grad wieder die große Wut bekommen.
[Europa ist eine Gestalt der griechischen Mythologie, die Tochter des phönizischen Königs Agenor. Zeus verliebte sich in sie. Er verwandelte sich wegen seiner argwöhnischen Gattin Hera in einen Stier. Sein Bote Hermes trieb eine Kuhherde in die Nähe der am Strand von Sidon spielenden Europa, die der Zeus-Stier auf seinem Rücken entführte. Er schwamm mit ihr nach Matala auf der Insel Kreta, wo er sich zurückverwandelte. Der Verbindung mit dem Gott entsprangen drei Kinder: Minos, Rhadamanthys und Sarpedon. Auf Grund einer Verheißung der Aphrodite wurde der fremde Erdteil nach Europa benannt.]
Blick zum Hauptbahnhof
Wiesbaden liegt am Rhein und zwar als Landeshauptstadt Hessens der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz genau gegenüber. Es ist sogar noch verrückter, es gibt einen Wiesbadener Stadtteil, der Mainz Kastel heißt und somit zu Hessen gehört. Kastel liegt rund einen Kilometer unterhalb der heutigen Mündung des Mains in den Rhein. Hessen und Rheinland Pfalz sind durch eine Brücke zwischen Mainz-Kastel (Wiesbaden) und Mainz verbunden.
Hauptbahnhof mit Uhrturm (somit hätte ich auch noch einen Turm!)
Der aus rotem Sandstein erbaute Hauptbahnhof wurde 1906 im Beisein Kaiser Wilhelms II. eingeweiht. Der Bau ist vorwiegend in klassischem Neobarock gehalten. Die Anordnung seiner Einzelheiten wie Turm (40 m), Pavillon und Halle sind der Zeit entsprechend prunkvoll ausgestaltet. Wenn man durch Wiesbaden flaniert, fällt einem automatisch der bekannte Satz ein: Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wiederhaben. In Wiesbaden kann man noch sehr viel Architektur aus der Ära Wilhelms II. finden.
Vom Hauptbahnhof bin ich dann zum Auto zurück, mit diesem die Wiesbadener Prachtstraße hinauf, die – wie sollte es anders sein – Wilhelmstraße heißt. Hier gibt es übrigens keine Parkplätze am Straßenrand – nur falls es euch mal nach Wiesbaden verschlägt. Einen Parkplatz gefunden habe ich aber in der noblen Parkstraße (die nichts mit parken zu tun hat), die am Alten Kurpark entlang führt. Genau da wollte ich hin.
Kurparkweiher
Und damit kommen wir schon wieder zum Element Wasser, das in Wiesbaden allgegenwärtig ist. Der Kurpark ist wunderschön und der Weiher sehr groß.
In der großen Fontäne brach sich gerade das Sonnenlicht
Sittiche im Wiesbadener Kurpark
Insgesamt leben in Wiesbaden und Umgebung über 1000 Halsbandsittiche und mehrere hundert der großen Alexander-Sittiche frei in den Parkbäumen. Das kalte Winterwetter und Minusgrade machten den Tieren nichts aus. Halsband- und Alexander-Sittiche sind ziemlich robust.
In deren Heimatregionen in Indien und Afrika kann es – wie in Deutschland – empfindlich kalt werden. Limitierende Faktoren sind vielmehr das Angebot von Nahrung und Bruthöhlen. Dabei sind die Sittiche nicht wählerisch:Sie knabbern alle möglichen Blätter, Früchte und Samen – etwa von Eschen, Platanen, Hainbuchen und Linden, aber auch von Rosskastanien, Pappeln oder Ahorn. (Quelle: Die Papageienbäume von Wiesbaden)
Aber auch Eichhörnchen konnte ich im Kurpark beobachten, dieses hier war gleich mit einem ganzen Apfel unterwegs:


Richtung Kurhaus und Casino kam ich auch wieder an einer der typischen “Ruinen” vorbei, die zu den im englischen Landschaftsgartenstil angelegten Parks einfach dazu gehören.

In diesem Fall handelt es sich aber um einige Säulen des alten Kurhauses,
das dem 1907 eingeweihten neuen Bau weichen musste.
1810 – aber es sieht aus, als würde hinter dem “X” etwas fehlen.
Das herrliche Kurhaus von innen zeige ich euch morgen – hier nur noch einer der großen Brunnen in der Anlage davor:
Wasser in Wiesbaden – Brunnen in der Grünanlage vor dem Kurhaus/Casino

