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Projekt52 / Woche 41

< Unverzichtbar > lautet das Thema der neuen Woche beim Projekt 52. Und ich muss sagen, ich habe keine Ahnung, ob ich mich diesem Thema auf die übliche Weise per Foto nähern kann. Viel mehr scheint es mir philosophische Betrachtungen zu erfordern. Oder doch nicht?
Es gibt sicher zweierlei Betrachtungsweisen
- Ich behaupte, dass nichts aber auch gar nichts unverzichtbar ist, wenn das Schicksal von uns fordert darauf zu verzichten.
- Oder aber ich sehe das ganz pragmatisch. Wenn ich z.B. im Hintertaunus wohne und in Frankfurt oder Wiesbaden arbeite, dann sage ich: es gibt hier keinen vernünftigen öffentlichen Nahverkehr, also ist mein Auto für mich unverzichtbar.
Ich denke, ihr versteht, was ich meine. Und deshalb finde ich es wirklich schwer dieses Thema so locker vom Hocker anzugehen wie andere Themen. Ein brauchbarer Kompromiss ist es vermutlich zu sagen: Dinge, Menschen oder Umstände auf die ich nur ungern verzichten würde. Das ist dann zwar nicht das Gleiche wie das absolute “Unverzichtbar” aber möglicherweise eher dem Projekt 52 angemessen.
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Und wo stehn wir in dieser Woche beim ABC Projekt? A, b, c, d ,e ……..u … genau, das “V” ist jetzt dran!



3x Venice Beach / Los Angeles – USA
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Und nicht zu vergessen: Heute startet Katinkas Projekt: Schöne Momente - Herbst/Winter 09. Ich glaube, wir haben jede Menge zu tun *lach*.
Kupferfelsenbirne – Hochstamm
Noch beschert mir unser Garten tägliche Highlights. Hier ein Blick auf die neue Kupferfelsenbirne als Hochstämmchen, die unseren im Februar gefällten Ahorn mal als Hausbaum und Schattenspender ersetzen soll. Im Hintergrund sieht man das golden verfärbte Laub einer der vielen Linden, die den Heimchenweg fast zur Allee machen. Ich liebe den Blick durch den Heimchenweg mit seinen Lindenreihen rechts und links zu jeder Jahreszeit.
Am Rosenbogen gerade wieder aufgeblüht – schön!
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Trauriger Nachtrag: Definitiv unverzichtbar sollte für jedes Neugeborene das Recht auf Leben sein! Gerade höre ich im Radio, dass man in der Taunusanlage in der Frankfurter City einen toten Säugling im Gebüsch gefunden hat.
Noch ein letztes
. . . “U” wie “Unter Wasser” für diese Woche und das ABC Projekt (Konserve natürlich – hach ich würd so gerne schon wieder tauchen fahren):

ABC Projekt “T”
Also normalerweise widme ich mich dem nächsten Buchstaben ja frühestens montags, aber weil mir der Taunus schon die ganze Zeit im Kopf herumspukt und das Wetter heute nochmals einfach nur spitze war, fang ich mal an:
Neulich beim “Q” habe ich ja geschrieben, dass Hessen ein ausgesprochenes Quellen- und somit Bäderland ist. Das hat – habe ich gemerkt – doch so manchen überrascht. Hessen ist aber auch ein ausgesprochen waldreiches Bundesland und ein Land der Burgen und Schlösser - ein geschichtsträchtiges Land. Glaubt ihr das wieder nicht? Besonders in unserem schönem Taunus – damit also wären wir beim “T” – gibt es jede Menge Geschichte anzugucken, wenn auch oft nur in Form von Ruinen. Und weil der Taunus direkt vor meiner Haustür anfängt, will ich versuchen, ihn euch diese Woche näher zu bringen, sofern das Wetter mitspielt.
Heute habe ich mich auf den Weg nach Falkenstein gemacht. Falkenstein ist mittlerweile ein Ortsteil von Königstein im Taunus und besitzt wie dieses eine Burgruine, genauer gesagt sogar zwei (na ja). Direkt neben der Burgruine Falkenstein hat man nämlich inzwischen die Mauern eines noch älteren Turmes ausgegraben, der zur Burg Nürings gehörte. Der Ort Falkenstein selbst hieß bis ins 17. Jh. noch Nürings. Nach dem Aussterben des Geschlechtes der Gaugrafen von Nürings übernahmen die Herren von Bolanden-Falkenstein die Grafschaft und ließen eine neue Burg errichten. Die salischen Burgen zählten im Mittelalter mit Mauerstärken von vier und mehr Metern zu den mächtigsten Burgen im Süden Deutschlands. Gesinde- und Wirtschaftsgebäude waren jedoch oft aus Holz, sodass davon selten etwas übrig geblieben ist.


Vom Ende des 14. Jahrhunderts an wechselten in rascher Folge die Besitzer der Burg. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg Falkenstein schließlich aufgegeben und verfiel. – Wenn man den steilen Burgweg zur Burg aufsteigt, begegnet man schon unterwegs Reste der Burgruine, meist Fundamente alter Türme.

Das wirkt schon etwas wildromantisch

Ein hohes Schloß heißt Falkenstein,
es liegt ein Meil des Wegs vom Main
zur rechten Hand des Okzidents.
Es ist umher ein feine Grenz’
wie wohl Falkenstein sehr hoch
auf einem Felsen liegt …
Eramus Alberus (1500-1553)
Allzu viel sieht man also von der Burg nicht mehr, aber man hat einen grandiosen Ausblick auf Frankfurt und die gesamte Mainebene von Hanau bis fast zum Rhein. Nur war die Sicht bisher immer verschleiert, so leider auch heute. Ich habe ein paar Bilder gemacht, aber so richtig brauchbar ist keins davon.



Allmählich verfärbt sich der Taunus
Soviel erstmal zum meinem ersten Taunus-“T” – ich hoffe, ich kann im Laufe der neuen Woche noch mit mehr ankommen und natürlich hoffe ich auch, dass es den einen oder anderen interessiert. Nun brauch ich aber ein paar Socken und ein Jäckchen und will außerdem mal hören, was die Hochrechnungen so sagen.
Projekt 52 & “S”
&
So, heute mal keine Konserve. Ich bin extra für die Kombi aus Projekt 52 “Vergangene Zeiten” und ABC-Projekt “S” nach Seligenstadt gefahren. Naja – ich wollte schon lange dorthin und erst hatte ich ja die Saalburg im Taunus im Hinterkopf, aber darüber habe ich doch schon ziemlich häufig geschrieben.
Blick auf Klostergarten und Einhardbasilika
Seligenstadt liegt etwa eine halbe Autostunde südöstlich von Frankfurt entfernt ebenfalls am Main. Die Stadt ist ein Touristenmagnet aufgrund ihrer wunderschönen Altstadt, der Einhardbasilika und des ehemaligen Klosters mit einem traumhaft schönen Klostergarten.
Einhardbasilika
Die Basilika St. Marcellinus und Petrus liegt in Seligenstadt, das von Einhard, dem Biographen Karls des Großen als Kloster der Benediktiner gegründet wurde. 815 war Seligensstadt noch eine fränkische Siedlung mit dem Namen “Obermulinheim” (von Obermühle). Einhard bekam die fränkische Siedlung von Ludwig dem Frommen (Sohn Karls des Großen) als Schenkung.
Blick durch das Mittelschiff zum Altarraum
Benannt wurde die Basilika nach den römischen Märtyrern Marcellinus und Petrus, den Schutzpatronen Seligenstadts, die während der letzten großen Christenverfolgung 304 in Rom starben. Ihre Gebeine wurden von Einhard 828 nach Seligenstadt geholt und ruhen heute in einem Schrein unter dem Hauptaltar der Basilika. Diese Reliquienverschiebungen – oft genug Raubzüge – waren damals sehr häufig. Das Ganze erinnert mich ziemlich an die Geschichte unserer Höchster Justinuskirche, so wie mich Seligenstadt überhaupt sehr an die Höchster Altstadt erinnert.
Blick durch die Absperrung in den Altarraum
Der Altarraum ist durch ein massives, teilvergoldetes und verschnörkeltes Eisengitter vom Rest der Kirche abgetrennt und wird nur während der Gottesdienste geöffnet. Die Basilika hat eine eigene Homepage. Obwohl der Bau bei weitem nicht mehr der ursprünglichen Kirche entspricht, trägt die Basilika seit 1925 den Ehrentitel “Basilica minor”. Am Außenportal sieht man das Wappen des jeweils amtierenden Papstes, im Moment also das Wappen Benedikts XVI.
Wappen Benedikts XVI.
Erklärung (Quelle: Webseite der Basilika):
Papst Benedikt wählte für sein Papstwappen Symbole, die sich bereits in seinem erzbischöflichen Wappen fanden.
So zeigt es den gesattelten Bären des Diözesanpatrons Korbinian aus dem Stadtwappen von Freising und den gekrönten Mohren in Erinnerung an die Zeit Benedikts als Erzbischof von München und Freising.
Ergänzt wird das Bischofswappen durch eine Muschel – zum einen Symbol des “pilgernden Gottesvolkes” (Jakobs- oder Pilgermuschel), zum anderen Anspielung auf eine Legende des Heiligen Augustinus: Die Muschel ist ein Symbol für das Eintauchen in das unergründliche Meer der Gottheit. Der Heilige Augustinus soll bei einem Spaziergang am Meer einen Jungen getroffen haben, der versuchte, mit einer Muschel das Wasser des Meeres in eine kleine Grube zu schöpfen. Als Augustinus ihn darauf hinwies, dass dies ein unmögliches Unterfangen sei, sagte der Junge zu ihm: “Und du versuchst, mit deinem kleinen Geist die Größe Gottes zu fassen?”
Das Wappen des Papstes birgt auch eine Überraschung: Papst Benedikt XVI. ließ die Tiara (“Papstkrone”), die sich seit Jahrhunderten mit den gekreuzten Schlüsseln über dem Wappenschild befand, durch eine einfache Mitra (Bischofshut) ersetzen. Die drei goldenen Querstreifen der Mitra symbolisieren die Aufgaben des Papstes: Lehren, Lenken und Heiligen.
Statue von Einhard
Im angrenzenden Klostergarten werden derzeit drei große Sandsteinstatuen restauriert: eine Pieta, eine Constantia und die Statue von Einhard. Sie gehören normalerweise an die Außenfassade der Basilika.
Soviel also zu Seligenstadt, der Stadt mit dem “S” vorne und seiner großartigen Vergangenheit zur Zeit Karls des Großen. Natürlich habe ich auch im Klostergarten noch etliche Fotos gemacht, die stelle ich bei Gelegenheit aber in den Gartenblog. Im Gartenblog online: der Klostergarten.
Das “Q” zum Zweiten
Von den Quallen (gestern) geht es heute zu den Quellen. Hessen ist ja bekanntlich Bäderland. Wir haben Heilquellen ohne Ende und jede Menge Orte bzw. Städte, die das Wörtchen “Bad” im Namen tragen. Oder direkt davor, wie Bad Soden, das bei uns direkt um die Ecke liegt (ein wenig weiter weg dann noch Bad Homburg, Bad Vilbel und die Landeshauptstandt Wiesbaden). Bei Bad Sodens Quellen kenne ich mich mittlerweile am besten aus und ihr vermutlich auch schon, denn den Quellenpark mit dem Hundertwasserhaus habe ich schon oft gezeigt. Deshalb bin ich gestern erstmal durch den Alten Kurpark gegangen (der Neue Kurpark grenzt übrigens direkt an den Eichwald, meine Lieblingslaufstrecke). Im Alten Kurpark sprudeln noch etliche gefasste Quellen, das alte Badehaus vermittelt schon von außen etwas vom Fin de Siècle (ich meine natürlich achtzehnhundertpaarundneunzig) und überall gluckert und rauscht es. Das gilt übrigens für ganz Bad Soden.



Im Alten Kurpark sind die meisten Quellen schwefelhaltig und somit nicht unbedingt zum Trinken geeignet, aber zum Beispiel wegen der zusätzlichen Sole zum Spülen für sie Atmungsorgane oder auch durch den Fluoridgehalt zur Zahnpflege. Der Schwefelgehalt ist aber nicht so stark, das man ihn riechen könnte. Die Quellen im Kurpark stinken also keineswegs nach faulen Eiern.
Die Quellen zum Trinken – z.B. bei Harnwegs- oder Magen-Darm-Erkrankungen liegen dagegen im Quellenpark oder dem angrenzenden Wilhelmspark. Einige schmecken wirklich lecker, so z.B. der Milchbrunnen oder der Warmbrunnen. Das Wasser aus dem Champagnerbrunnen schmeckt mir weniger gut als der Name vermuten lässt.

Die Sodenia Therme – Wahrzeichen von Bad Soden

Den Sauerbrunnen fand ich immer superlecker, aber inzwischen steht dort, dass man das Wasser nicht trinken soll – schade. Aber dann lass ich mal besser die Finger davon.

Wenn in Bad Soden eine Straße “An der Trinkhalle” heißt, hat das nichts mit den üblichen Büdchen zu tun



