Artikel-Schlagworte: „Banken“

Wut im Bauch

Heute könnte ich glatt an die Decke gehn. Vorhin verkündete mir der Geldautomat “Limit erreicht” als ich Geld abheben wollte – und das an einem 11. des Monats. Okay, es war wirklich mein Fehler. Ich hatte als Neu-Frührentner übersehen, dass ich jetzt vom Finanzamt schneller zur Kasse gebeten werde als jemals zuvor in meinem Leben. Nicht nur dass ich früher alle Zeit der Welt hatte, meine Steuererklärung von meinem Steuerberater verfassen und einreichen zu lassen, nein – auch die Vorauszahlungen kamen einigermaßen übersichtlich und in vier kleinen Häppchen. Jetzt muss ich pünktlich Ende Mai einreichen – hab ich gemacht – und dann krieg ich doch die vom Finanzamt vorausberechnete Einkommenssteuer (2009 wohlgemerkt) in zwei fetten Portionen noch vor dem Jahresende eingezogen. Soweit so gut, die Termine standen auf meinem Bescheid, die haben eingezogen, mein Konto war leer. Ich hab’s gleich zu Hause per Onlinebanking wieder aufgefüllt – ein paar Reserven hat frau ja glücklicherweise – da seh ich doch, dass die Bank mittlerweile die Abbuchung des Stromversorgers hat zurückgehen lassen. Jetzt schlägt’s aber wirklich dreizehn. Seit wie vielen Jahren bin ich denn da Kundin? Es war mein Praxiskonto und ich habe von denen noch nie einen Kredit beansprucht. Ich bin sowas von sauer!!!  Ich habe versucht da anzurufen (14 Cent pro Minute!) – meint ihr, da ginge wer ans Telefon? Stattdessen habe ich den Stromversorger angerufen und denen gesagt, dass wir den zurückgeorderten Betrag umgehend von einem anderen Konto überweisen. Das hätte mir jetzt gerade noch gefehlt, dass die mir den Strom abdrehen. Aber von dieser schwedischen Bank hab ich eindeutig die Nase voll. Ich werde meine Daueraufträge etc. auf ein anderes Konto übertragen und den Herrschaften endgültig den Rücken kehren. Banken und der Fiskus – ist doch beides zum ko**en.

Finanzkrise / Handy

Wir haben in den drei Wochen USA wenig vom Weltgeschehen mitbekommen, weder Zeitung gelesen noch fern gesehen – ganz bewusst. Seit gestern weiß ich erst wieder, dass derzeit eine Bankenkrise Europa und die USA schüttelt. Und interessanterweise ist es nun doch wieder die Politik, sind es die Regierungen die Hilfestellung leisten müssen. Wenn also unseren Regierungen doch soviel an finanzieller Macht gegeben ist – was ich bisher nicht für möglich gehalten habe – dann fragt es sich allerdings doch, warum sie diese Macht nicht auch einsetzen, um das Kapital zu kontrollieren. Die Konzerne brauchen die Banken und die Banken offenbar die Regierungen. Bisher habe ich Politik für relativ wenig einflussreich gehalten. Verhält es sich aber anders herum, dann zum Teufel sollten sie ihre Macht auch benutzen, um den ihnen anvertrauten Bürgern, das Leben zu verbessern.

Ich weiß natürlich, dass Politik nicht so einfach ist, keine Milchmädchenrechnung.  Aber um an meine Gedanken von gestern Abend anzuschließen: so wie im Moment kann und darf es nicht weiter gehen.

Übrigens: wisst ihr, was den durchschnittlichen Amerikaner in meinen Augen charakterisiert? Das Handy am Ohr. Ich habe im ganzen Leben noch nie so viele Menschen gesehen, die mit Handy am Ohr durchs Leben gehen. Es ist unglaublich! Ich hatte den Eindruck, der Amerikaner schlechthin telefoniert Tag und Nacht, egal was er sonst gerade noch macht. Und die Krönung ist das Bluetooth telefonieren, bei dem man das Mobiltelefon nicht mehr sieht. Da steht allenthalben ein scheinbar Debiler neben dir, der sich offenbar bestens mit sich selbst unterhält, meist ziemlich laut. Irgendwann merkst du dann, ach nee, der hat ja einen Knopf im Ohr, der telefoniert. Brabbel, brabbel, brabbel – auf der Straße, bei der Stadtrundfahrt, auf dem Schiff, im Supermarkt, in den Nationalparks, noch auf der Zubringerbrücke zum Flieger – alles brabbelt vor sich hin.

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