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Praktisch
Im Rahmen des Turnfestes gibt es derzeit eine Frankfurtbroschüre zum Download, die auch nach dem Turnfest noch sehr nützlich sein kann. Wer also vorhat demnächst mal nach Frankfurt am Main zu kommen, sollte sich diese Broschüre (pdf- datei) vielleicht einfach abspeichern. Hier finden sich nach dem Turnfestprogramm Hinweise auf kulturelle Angebote (Museumsufer), Verkehrsverbindungen, Restaurant- und Einkaufstipps – alles ganz aktuell (hier downloaden)
Ich glaube, das Wetter schlägt um. Heute Vormittag war es noch sehr sonnig, fast schon heiß (wir sagen dazu: die Sonne sticht), jetzt ziehen dicke Wolken auf und es grummelt auch schon irgendwie im Hintergrund. Da klingt nach Gewitter.
Kleiner Rundgang durch den Garten von heute:
Der Schelm von Bergen
Heute habe ich mal wieder meine Frankfurt-Spaziergänge aufgenommen, diesmal nicht entlang der Nidda, aber doch nicht weit davon, nämlich in Bergen-Enkheim. Bergen-Enkheim ist der höchstgelegenste Frankfurter Stadtteil und wurde erst 1977 von Frankfurt eingemeindet. Unterhalb des Berger Hangs liegt das rund achteinhalb Hektar große Enkheimer Ried eine ehemalige Moorlandschaft, die heute Naturschutzgebiet und Teil des Frankfurter Grüngürtels ist.Wie der Namen schon vermuten lässt, gab es früher das Dörfchen “Bergen” auch schon ohne das Anhängsel “Enkheim” und um Bergen rankt sich eine hübsche Geschichte.

Historisches Rathaus von Bergen
Schelm (= Todbringer) war im Mittelalter auch die Bezeichnung für den Schinder, den Abdecker. Kaiser Barbarossa soll sich einst in der Nähe von Gelnhausen im Wald verirrt haben und begegnete einem Fuhrkarren, der ihn aufnahm und zu seiner Jagdgesellschaft zurückbrachte. Ohne zu wissen, wen er vor sich hatte, dankte ihm der Kaiser, in dem er ihn in den Adelsstand erhob. Heinrich Heine schreib ein Gedicht, in dem ein Schelm auf einem Maskenball mit der Kaiserin oder einer anderen hochgestellten Dame (Herzogin) tanzte. Nach der Demaskierung wurde auch er in den Adelsstand erhoben, um die Ehre der Dame wieder herzustellen. Beides erscheint eher unwahrscheinlich, aber in Bergen ist ein Adelsgeschlecht nachzuweisen, das den Titel “Schelm von Bergen” führte.
“Der Herzog ist klug, er tilgte die Schmach
Der Gattin auf der Stelle.
Er zog sein blankes Schwert und sprach:
„Knie vor mir nieder, Geselle!
Mit diesem Schwertschlag mach ich dich
Jetzt ehrlich und ritterzünftig,
Und weil du ein Schelm, so nenne dich
Herr Schelm von Bergen künftig.”
Der “Fratzenstein” am Rathaus mit dem Spruch “Far du gauche” hat mit dem Schelm von Bergen eher nichts zu tun. Es war ein Abwehrspruch gegen das Fahrende Volk.
* * *
Eigentlich war ich aber auf einen Spaziergang durch das Enkheimer Ried aus, in der Hoffnung vielleicht einige seltene Blumen oder Insekten fotografieren zu können. Das ist mir leider nicht gelungen, denn das eigentliche Naturschutzgebiet ist abgezäunt und selbst ohne Zaun wäre es durch Brombeerhecken und mannshohen Brennesseln unzugänglich. Aber mein Spaziergang durch den Wald dort war trotzdem schön. Die ganze Zeit begleitete mich der Ruf eines Kuckucks, den ich noch selten gehört habe und außerdem der Duft von wilden Rosen und Holunderblüten. Ich habe ein bisschen mit der Makrovorsatzlinse rumgespielt und zeige euch einfach ein paar Fotos – nichts besonders Tolles.

Blühendes Gras

Diesmal “erwachsene” Feuerwanzen auf einer Baumrinde

Heckenrose mit Hummel (leider unscharf, war zu “hummelig”)

Miniblüten ganz groß (muss ich noch rauskriegen, was das ist)
Könnte es Wiesenschaumkraut sein (Cardamine pratensis) ?

Geschmökertes
Im Moment lese ich nicht viel (außer Gartenbüchern) und mehr so nebenbei, deshalb habe ich eine Weile hier auch keine Bücher mehr vorgestellt. Es ist auch nicht viel Bedeutendes dabei gewesen. Im Moment ist es ein Buch von Utta Danella “Das Hotel im Park“. Es ist gar nicht übel, aber auch nicht mitreißend. Ein Roman, der das Schicksal einer Familie im Nachkriegsdeutschland behandelt mit einigen Rückblenden in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in Schlesien. Das Witzige daran ist, dass der Hauptteil der Story in Frankfurt am Main angesiedelt ist, aber in einem Frankfurt, das es so nicht gibt und nie gegeben hat. Ich übe ja öfter mal daran Kritik, dass viele moderne Romane seitenlang mit Beschreibungen aus dem Stadtführer gefüllt werden. Hier ist es nun andersrum. Die Autorin lässt vor den Augen der Leser eine Stadt entstehen, die auch München sein könnte, Hamburg, Berlin oder was auch immer. Manchmal habe ich schon in der Geschichte zurück geblättert, um mich zu überzeugen, ob es denn wirklich Frankfurt sein soll oder vielleicht doch Darmstadt, Bad Homburg, Wiesbaden . . . Der Geschichte tut dies keinen Abbruch, wer nicht aus Frankfurt kommt, wird auch nichts vermissen, aber zum ersten Mal seit langem empfinde ich eine solche Schreibweise doch wieder als Manko. Als Frankfurterin würde ich meine Stadt doch gerne wiedererkennen. Oder ist es gar Frankfurt an der Oder? Trotzdem . . . es liest sich ganz nett, eine unterhaltsame Nebenbeilektüre, manchmal sogar spannend.
März 1944
Mein “großer” Bruder hat heute Geburtstag. Seinen achten Geburtstag hat er bestimmt in keiner guten Erinnerung. Am Abend des 22. März 1944 hatte Frankfurt den schwersten Luftangriff des Zweiten Weltkrieges erlebt. Und es fiel nicht nur eine der schönsten Altstädte Deutschlands den Bomben zum Opfer, auch viele Menschen wurden getötet. Auch ein kleines Mädchen – Ingrid – noch keine vier Jahre alt. Sie war erst wenige Tage zuvor wegen einer damals noch schlecht zu behandelnden Infektionserkrankung in die Frankfurter Kinderklinik gebracht wurden. Die Klinik wurde von den Bomben der Alliierten dem Erdboden gleich gemacht. Ich schätze, am achten Geburtstag meines Bruders irrte unsere Mutter durch die Ruinen und suchte nach der kleinen Leiche, die nie gefunden wurde. Es gibt ein Massengrab auf dem Hauptfriedhof und bei uns in Unterliederbach nur einen Gedenkstein auf dem Grab meiner Eltern und Großeltern. Nein, ein schöner Kindergeburtstag war der 25. März 1944 sicher nicht. Mich würde es allerdings ohne die Bombennacht vermutlich auch nicht geben.
Bruderherz, ich wünsche dir alles Liebe zum Geburtstag. Ein bisserl schöneres Wetter hätte ich dir schon gewünscht. Als leidenschaftlicher Gärtner juckt es dir sicher genau so in den Finger wie mir
Saugnapf
In diesen Minuten zerschneidet OB Petra Roth das berühmte “rote Band” - vor dem neuen My Zeil (siehe auch 24.2. – 2 Beiträge). Gestern Abend wurde es bereits diversen Honorationen und Promis vorgestellt. Ab sofort dürfen sich auch Otto und Emma Normalverbraucher vom Trichter ins Innere saugen lassen.
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