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Keltenpark
Was war das heute doch unerwarteterweise für ein herrliches Wetterchen! Und so habe ich mich wieder einmal nach Hattersheim aufgemacht, um an der Führung durch den Keltenpark teilzunehmen. Nun ja – Keltenpark! Also man darf sich da wahrhaftig nichts Großartiges drunter vorstellen und es wundert mich nicht, dass mir dieser Park bisher unbekannt war. Aber damit will ich den Park und seine Bedeutung nicht schmälern, Keltenweg wäre mir passender erschienen, aber er ist andererseits als Grünzug quer durch ein Neubaugebiet auch wieder mehr als nur ein Weg.
13.000 qm, Kunstwerke, Informationen, Kinderspielplatz und vieles mehr

Man hat hier versucht durch eine schmale aber langgestreckte Anlage Verschiedenes miteinander zu verbinden: Erstens will man die Erinnerung an das große keltische Gräberfeld bewahren, das sich während der Erschließung des Neubaugebietes dort ab 1999 auftat, zweitens ist es gleichzeitig Spazierweg, Kinderspielplatz und sogar Trimmpfad für Erwachsene.
Einige der Hattersheimer Kelten waren Zeitgenossen der Fürsten vom Glauberg (die mit den Mickey Mouse Ohren), die dort am Glauberg prunkvoll beigesetzt wurden. Die Hattersheimer Kelten waren eher einfache, bäuerliche Menschen, die das fruchtbare Land der Mainebene zu nutzen wussten. Arm waren sie aber keineswegs, was durch Grabbeigaben belegt wurde. 1999 wurde ein Doppelgrab gefunden, in dem zwei Frauen bestattet waren, von denen eine Schmuck trug, der aus einer anderen Gegend Deutschlands stammte. Dieser Fund war aber vor allem deshalb so erstaunlich, weil Doppelgräber sonst nicht bekannt waren.

Von den Ausgrabungen sieht man heute natürlich nichts mehr, sie sind nur auf Tafeln dokumentiert. Die Funde befinden sich im Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden und werden dort restauriert und ausgewertet. Es wurden 27 Skelette gefunden und 20 Brandgräber. Außerdem wurden zwei große Kreisgräben lokalisiert. In einem der Kreise war genau in der Mitte eine Bestattung. Zwei Männern wurden Schwerter mit ins Grab gegeben. Diese Informationen habe ich von einer Internetseite über das historische Hattersheim.

Noch erstaunlicher war der Fund eines steinzeitlichen Grabes, das unweit der keltischen Gräber entdeckt wurde.

Das “Ü” – Ei > Spielzeug und Kunstwerk

Neben den Tafeln mit Fotos der Ausgrabungen und Informationen dazu wurde der Grünzug mit Stelen und anderen kunsthandwerlklich bearbeiteten Steinen geschmückt – teilweise sind sie noch in Arbeit.
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Die Steine gestaltet der Hattersheimer Bildhauer Kai Wolf,
von dem auch die Stelen des Keltenkreisels stammen.

Der einzige Kreisel weit und breit, der mir einigermaßen gefällt. Es gibt nur keine vernünftige Stelle, um ihn ordentlich zu fotografieren. Er sieht in Wirklichkeit schöner aus.
Details der mittleren Stele
Viel Grünzeug will im Keltenpark erst noch wachsen. So gibt es rund um den Hügel mit dem kleinen Palisadendorf für die Kinder einen keltischen Baumkreis, der aber noch ein paar Jahrzehnte braucht, bis man ihn mal als solchen erkennen wird. Große Pflanzquader aus Mainsandstein sind aber bereits sehr schön bepflanzt.
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Und am Ende stellte sich heraus, dass die Kelten auch schon die (Ski-)Bar im Freien erfunden hatten
. Was habe ich doch neuerdings für ein Glück, dass es am Ende der historischen Spaziergänge immer was zum Trinken gibt. Diesmal war es kein Gespritzter sondern etwas nobler: Sekt und/oder Orangensaft.


Tag des …
. . . offenen Denkmals ist mal wieder am kommenden Wochenende. Es gibt ja kaum noch einen Tag im Jahr, der nicht irgendwas gewidmet wird, aber solche Tage mag ich. Helmut hat schon gefragt, was ich denn an diesem Wochenende unternehmen werde. Ich weiß es noch nicht, hängt auch vom Wetter ab. Aber morgen am Freitag gibt es schon eine Begehung des neugestalteten Keltenparks in Hattersheim. Wie bereits des öfteren in letzter Zeit erwähnt, ist Hattersheim in jeder Beziehung eine interessante Stadt. Und es gab dort in den letzen Jahres bedeutende archäologische Funde aus der Keltenzeit. Ich kannte bislang nur den interessant gestalteten Keltenkreisel an der Ortsausfahrt. Der Keltenpark muss noch neueren Datum sein und liegt im Neubaugebiet der Schlockerstiftung unweit dieses Kreisels. Also wenn mir nichts anderes einfällt, werde ich dort morgen um 17 Uhr schonmal unterwegs sein. Am Wochenende könnte ich mir ebenfalls in Hattersheim den kürzlich erwähnten Nassauer Hof angucken. Denn in Hattersheim (oder überall???) steht dieser Tag des offenen Denkmals unter dem Motto “Historische Orte des Genusses”.
Was macht ihr denn so am kommenden Wochenende?
Industriedenkmäler
An diesem Wochenende kann man bei uns wieder eine Reihe von Industriedenkmälern besuchen. Auf der Route der Industriekultur sollte heute ein ganz und gar historischer Postbus fahren (siehe hier), aber der stand dann wohl nicht zur Verfügung. Deshalb mussten wir uns mit einem etwas jüngeren Oldtimer begnügen.

Mit ihm ging es vom S-Bahnhof in Hattersheim über die alte Wasserwerkschaussee zum Historischen Wasserwerk, das mitten im Wald liegt. Der Eine oder Andere erinnert sich vielleicht noch daran, dass ich im letzten Jahr mal diesen ewig langen Weg zu Fuß durch den Wald gedackelt bin und dann vor einem leider verschlossenen “Schlößchen” stand.

Damals habe ich euch auch die schaurige Geschichte von meinem einsamen Waldspaziergang und der Begnung mit dem roten Abt erzählt
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Heute also stattdessen mit dem gelben Oldie:
Eine ziemlich holprige Sache, aber wie sagt man? Besser schlecht gefahren als gut gelaufen!
Das 1909 im Jugendstil erbaute Wasserwerk ist normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es ist nämlich keineswegs nur Museum, wie ich heute gelernt habe, sondern sogar noch funktionsfähig, auch wenn es nicht genutzt wird. Aber man könnte es im Notfall innerhalb weniger Tage einsetzen.

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Das ist es! Sieht doch toll aus und liegt zudem in einem wundervollen Waldpark.
Im Garten darf natürlich auch ein Teich nicht fehlen
Der Vorraum ist mit wundervoll blau glasierten Kacheln gestaltet.
Hier gibt es auch eine große Schnittzeichnung durch das Wasserwerk.
Und einen Trinkwasserbrunnen mit Wasserspeier
Gelernt habe ich heute – und das war mir so nicht wirklich klar – dass unser Frankfurter Trinkwasser tatsächlich eines der saubersten und trinkbarsten Wasser ist und grundsätzlich aus dem Boden kommt. Wir haben zwar auch Wiederaufbereitungsanlagen, die Wasser aus Main und Rhein aufbereiten, so dass es fast Trinkwasserqualität besitzt, aber dieses Wasser wird dann wieder dem Boden zugeführt. Hier versickert es wieder und später dann erst wieder aus den tieferen Schichten quasi naturgefiltert entnommen. Anders als ich dachte, ist unser Trinkwasser nicht gechlort. Aktivkohlefilter bewirken die notwendige Entkeimung. Das ist in anderen Ländern ganz anders. Frankreich z.B. klärt und chlort. Kein Wunder, dass die Franzosen also lieber Quellwasser trinken. Wir hätten das im Grunde nicht nötig. Übrigens – das wusste ich aber schon früher – beruhen viel sogenannte “Tafelwässer”, die in schicken Flaschen teuer verkauft werden – schlicht und einfach auf Leitungswasser. Ich selbst trinke übrigens nur Wasser aus der Leitung, was meine Männer eher verschmähen. Aber ich kann’s ihnen gut gekühlt mit Sprudel versetzt servieren und sie merken es garantiert nicht.
Blick in das Pumpwerk
Ich habe noch mehr Fotos gemacht und die kommen dann mit diesen hier auf die Mainzauber Homepage. Schließlich liegt Hattersheim auch am Main. Es war ein wirklich interessanter und vergnüglicher Nachmittag, mal wieder solo. Der Gatte musste wieder im Tennisclub die “Keule schwingen”.
Hochsommerwetter
. . . herrscht heute in Frankfurt und Umgebung. Am Nachmittag hat das Thermometer mühelos die 30°c geschafft und ich bin total geschafft von dieser ungewohnten Hitze. Am Vormittag ging’s noch und da bin ich dann auch mal kurz nach Hattersheim zu den Lufthansa-Klassiker-Tagen gedüst, die mich im letzten Jahr so begeistert hatten. In diesem Jahr fehlten ein bisschen die “Wow-guck- mal da”-Oldtimer, aber das lag auch daran, dass 2009 den Zweirädern viel Platz eingeräumt wurde. Und das war auch ganz lustig. Daneben gab es massenhaft Oldtimer jüngeren Datums, also Autos die meien Generation noch aus eigener Anschauung kennt und Traktoren.
Ich habe mal fix drei Collagen zusammengestellt, zu mehr bin ich bei diesem Wetter nicht in der Lage. Lieber suche ich mir im Garten noch ein schattiges Plätzchen und lass es mir gutgehn.

Eines der teureren Gefährte

Im Hattersheimer Posthof

Der “Rote Baron” und dazu weiße Heckenrosen, die rund um den Posthof blühen
Demnächst gibt es dann noch ein paar Einzelfotos, sofern mich nicht vorher ein Hitzschlag getroffen hat.
Mein Wasserwerkskrimi
Sie zieht sich – die Wasserwerksallee. Einsam und allein spaziere ich todesmutig auf glattem Kopfsteinpflaster “so vor mich, das Wasserwerk zu entdecken, steht mir der Sinn”. Es ist später Nachmittag, die Sonne geht bereits unter, aber ich will es endlich wissen: gibt es dieses verwunschene Wasserwerk tatsächlich? Viele haben davon erzählt, aber hat es schon jemals wer gesehen? Leicht gewölbt, die Katzenköpfe von Generationen unbeirrter Sucher blank geschliffen, scheint der Weg kein Ende zu nehmen.


Ab und an vergessene Baumstämme . . .

undurchdringliches Grün . . .

der Weg zieht sich . . .

plötzlich leuchtet es blutrot . . .

der rote Abt hat sein Zeichen hinterlassen

Hinkelsteine künden von alten Zeiten . . .

Unheil verkündend schreit der Kauz (wo kommt der plötzlich her?) . . .

. . . der Weg zieht sich . . .

doch dann . . . Licht am Ende des Tunnels – äh – des Weges . . .

es ist geschafft – das Wasserwerk endlich erreicht!
Das historische Hattersheimer Wasserwerk ist tatsächlich nur über diese alte Allee zu erreichen ***, die nur für Fussgänger und Radfahrer zu begehen bzw. zu befahren ist (außer Forstfahrzeugen und vermutlich solchen, die zum Wasserwerk selbst gehören). Die Allee beginnt etwa auf der Höhe des Hattersheimer Rosariums, läuft dann linkerhand eine Weile an den Okrifteler Feldern vorbei, überquert eine S-Bahnlinie, die die Allee dann fast bis zu ihrem Ende linkerhand begleitet. Rechts befindet sich ein eingezäuntes Wasserschutzgebiet. Weil es im Grunde nichts zu beobachten gibt, zieht sich die Strecke für einen einsamen Spaziergänger wie Kaugummi. Und wer dann hofft, wenigstens dieses historische vom Jugendstil geprägte Industriedenkmal besichtigen zu können, wird zudem enttäuscht. Es gibt nur an wenigen Tagen im Jahr Führungen, man kommt noch nicht mal direkt an das Gebäude heran. Aber eine solche Führung soll sich lohnen und irgendwann werde ich den Termin mal erwischen. Und dann radel ich dahin, nochmal tu ich mir diesen Weg nicht an.Oder ich muss mir doch noch einen Hund zulegen

[ Beitrag wortgleich in den Fotoblog kopiert ]
*** Wenn ich mir den Hattersheimer Stadtplan so angucke, dann müsste es allerdings doch noch kürzere Wege zum Wasserwerk geben und auch zu anderen in der Nähe gelegenen Kunstwerken, Installationen oder wie man das nennen will. Man muss sich da nur erstmal orientieren. Von der Wasserwerksecke aus sollte es auch nicht mehr weit sein zu den Teilen des Naturschutzgebietes Weilbacher Kiesgruben, in denen sich die geschützten Teiche und der Silbersee befinden.

