Artikel-Schlagworte: „TV“
Alle Jahre wieder
. . . rennen die Leute nach den Feiertagen sofort wieder in die Einkaufszentren. Als ich heute Mittag Richtung MTZ gedüst bin – wollte nur tanken, weil’s da immer am preiswertesten ist – staute sich die Autoschlange schon am Ortsausgang von Unterliederbach, dort wo die Autobahnausfahrt runter kommt. Da hab ich gleich gesehen, dass ich am Stau vorbei nach Oberliederbach raus gefahren bin. Dort hab ich dann getankt und bin auch gleich zum Al*i einkaufen gegangen. Nebenbei bemerkt – es herrscht ein absolutes Schietwetter. Es regnet, am Anfang war’s so eine Art Eisregen, nun ist es normaler, aber alles andere als schön. Ich hab gemacht, dass ich wieder nach Hause gekommen bin. So richtig gut drauf bin ich eh nicht. Die Rückenschmerzen und Verspannungen machen mir immer noch zu schaffen und wenn ich es zulassen würde, könnte ich mir eine kleine Winterdepression einreden. Aber das lass ich nicht zu.
Gestern Abend ziemlich spät gab’s auf Pro7 die dritte Tudorstaffel. Also ich muss sagen, es war ein Fehler, dass der Heinrich seine Anne Boleyn hat hinrichten lassen. Seitdem diese kapriziöse Dame aus der Serie verschwunden ist, ist es doch ziemlich öde dort. Außerdem hat man die Darstellerin der Jane Seymour ausgetauscht, was mich ausgesprochen irritiert, obwohl die neue Schauspielerin vermutlich der echten Jane sogar näher kommt. Die soll ja auch ziemlich langweilig gewesen sein. Also insgesamt reißt mich die drittel Staffel bisher nicht vom Hocker. In erster Linie ging es gestern Abend um den Aufstand der katholischen Landbevölkerung gegen Cromwell, der mit des Königs Einverständnis die Klöster enteignete, ausraubte und ziemlich viel Kulturgut zerschlug. Die englische Bevölkerung konnte einem in dieser Zeit eh leid tun, aber wo war das eigentlich anders? Bis ins letzte Jahrhundert hinein haben ja immer die Machthaber ihre Spielchen spielen können, ob in Europa oder anderswo. Und ist das heute anders? So sehr viel, will mir scheinen, auch nicht. Oder fragt irgendwer unsere Bundeswehrsoldaten, ob sie in Afghanistan den Kopf hinhalten wollen?
Die Technik / Verena
. . . hat’s manchmal in sich.
1) Inge aus HH hat offenbar PC-Probleme und bittet mich jemanden zu finden, der an ihrer Stelle das Türchen am 19. Dezember gestaltet. Das ist jetzt etwas kurzfristig, aber vielleicht findet sich wer. Bitte schnell bei mir melden!!!
2) Mein Webhostingserver scheint im Moment abends etwas schwach auf der Brust zu sein, jedenfalls komme ich oft schlecht ins Netz, wenn ich hier ein Posting loswerden will und einige von euch haben über’s Kommentieren ähnliches berichtet. Tut mir leid, ich hoffe, dass sich das wieder ändert. Kann aber auch eine generelle abendliche Netzüberlastung sein. Es ist früh dunkel, es ist kalt, da werden sich sicher sehr viel mehr Nutzer im Internet tummeln als gewöhnlich.
Aber es gibt auch geniale Technik:
Heute brachte mir Hermes der Götterbote das Weihnachtsgeschenk, das ich mir selbst mache: einen Full HD LCD Fernseher mit einem integrierten Blu Ray Player. An sich bin ich ja nicht der große Technikfreak und mein alter Röhrenfernseher hätte es für mich noch ‘ne Weile getan, aber er hatte in letzter Zeit immer öfter so seine Macken – tja und da sollte es wohl sein. Mein GöGa hatte vor ein paar Jahren einen der ersten HD ready Fernseher gekauft (ja, wir haben zwei – es ist der pure Luxus, ich geb’s zu), mit einer riesigen Bildschirmdiagonale, das war schon der Hit. Aber ich kann euch sagen, als ich vorhin “Der mit dem Wolf tanzt” als Blu Ray Disc in meinen neuen eingeschoben habe, das war eine Offenbarung, ein Quantensprung sozusagen. Obgleich mein Bildschirm kleiner ist, ist es schon fast Kinoerlebnis pur. Ich habe den Film ja schon öfter gesehen, aber das war wirklich ein Erlebnis, zumal ich sicher bin, dass auf der DVD ein Directors Cut drauf ist, der Film also sehr viel ausführlicher gezeigt wird, als ich ihn bisher kannte. Das Fernseherlebnis ist im Moment noch nicht so genial, da ich einen analogen Satreceiver habe. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Christkind dem noch abhelfen wird. Ich kenn doch meine Männer – samt und sonders Technikfreaks. Ich schätze, ich werde in nächster Zeit öfter mal Gäste in meinem Privatgemach haben
![]()
Und wer öffnet nun morgen das nächste Türchen? Schaun wir mal: Ah ja – es ist Verena – da bin ich sehr gespannt.
Ich bin jetzt wieder einigermaßen fit und morgen werde ich ganz sicher mal wieder eine Blogrunde drehen, allerdings ist nun im Haushalt einiges liegen geblieben, die Zeit ist etwas knapper als sonst.
* * *
Kein Eichkatzl sondern ein Eiskatzl . . .
“Klick” für größer
oder
zum Gartenblog
Ansichten
Gestern Abend habe ich mal wieder ausschließlich hr-Regionalprogramm geguckt. Zunächst ging es um hessisches Fachwerk, wobei dort immer wieder ausgiebig der Hessenpark in Neu-Anspach gezeigt wurde. Dass Fachwerkbau eine alte Kunst des Hausbauens darstellt, war mir klar, aber über das “wie alt” habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Das älteste bekannte Fachwerkhaus in Hessen ist 800 Jahre alt und wurde im Schlosshof von Romrod entdeckt. Was auch wieder zeigt, wie oft alte Fundamente und Bauten später von neueren überbaut wurden. Seit gestern Abend weiß ich auch, dass Hessen nicht nur ein Bäder- und Burgenland ist sondern eben auch ein Land der Fachwerkarchitektur. Übrigens – kennt ihr die Deutsche Fachwerkstraße? <<< Ein Klick führt euch zu einer interessanten Seite.

Eine mir völlig andere Interpretation des Themas Fachwerk lernt ich dann im Verlauf der Sendung während eines Interviews mit einem Frankfurter Architekten kennen. Prof.Klaus Bollinger leitet gemeinsam mit seinem Partner ein international agierende Ingenieurbüro. Er erklärte, dass das Prinzip des Fachwerkbaus heute auch in ganze modernen Stahl-Glaskonstruktionen angewendet wird. Fachwerk bedeutet für ihn weniger die Materialkombination aus Holzstreben, Stroh und Lehm sondern mehr die Versteifung viereckiger Grundgerüst durch eine Diagonale. Wenn man sich unter diesem Gesichtspunkt Frankfurts Hochhaustürme oder Brücken anguckt, dann entdeckt man in der Tat viel mehr Fachwerk als die der Ostzeile auf dem Römerberg.

Später gab es im Rahmen des “Stadtgespräches” eine interessante Diskussion zum Thema Schweinegrippe: Impfen oder nicht impfen. Jürgen Banzer, der hessische Gesundheitsminister hat sich impfen lassen und wie er sagt mit dem eher umstrittenen Impfstoff Pandemrix , Prof. Dr. Wilhelm Doerr, Virologe an der Frankfurter Uniklinik nahm Stellung zu den wissenschaftlichen Aspekten, ebenso waren zwei Hausärzte dabei , die eigentlich nur zur weiteren Verunsicherung beitrugen. Der Eine war eher ein Gegner der Grippeimpfung, hat sich aber selbst geimpft, um die Patienten, die er Risikogruppen zuordnet, auch überzeugen zu können (Respekt!), die andere Ärztin machte auf mich einen total unsicheren Eindruck, zu ihr würde ich vermutlich als Patient überhaupt nicht gehen. Sie lässt sich selbst nicht impfen, man merkt ihr die eigene Angst vor den Nebenwirkungen an. Ich fand die Argumentation von Prof. Doerr einleuchtend, dass die Ärzte selbst natürlich einen vorzüglichen Überträger des Virus darstellen können und es somit für sie an sich selbstverständlich sein sollte sich impfen zu lassen. Das ist natürlich ein Dilemma und ich bin einmal mehr froh, dass ich nicht mehr praktiziere.
Erleuchtung? Eher nicht!
(Laterne im Wiesbadener Kurpark)
Nächste Woche ist mal wieder Hessischer Zahnärztetag, eine Großveranstaltung, die mir mit ihrem Gedränge niesender, hustender und schniefender Menschen im November noch nie gefallen hat. Mein Mann muss aus beruflichen Gründen daran teilnehmen, mir ist nicht wohl dabei. Ich habe ihm geraten es sich gut zu überlegen, vor allem wenn er sich gesundheitlich nicht auf der Höhe fühlt. Ein halbes Jahr vor seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben muss er sich meiner Meinung nach diesem Risiko nicht mehr unbedingt aussetzen. Denn ich finde, das Beste, was man im Moment für sich selbst tun kann, ist dass man Großveranstaltungen aller Art meidet.
Lieber raus an die frische Luft! Allerdings ist das Wetter heute nicht verlockend.
Ich mag schöne alte Straßenlaternen – ihr auch?
Der Erlkönig
Mal gucken, was das TV heute so anbietet. Habt ihr gestern zufällig auf Pro 7 den Schwarzen Mann gesehen? Das war echt gruselig, aber mir hat es gefallen. Ich hätte nie gedacht, dass das alte, urdeutsche Thema des Erlkönigs mal in einer solchen Form präsentiert werden würde. Ich habe übrigens als Kind auch “Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann” gespielt, aber mir seltsamerweise darüber nie Gedanken gemacht. Vermutlich habe ich mit dem Schwarzen Mann eher den Schornsteinfeger verknüpft als einen Bösewicht. Ich glaube, mir haben meine Eltern auch nie solche Schauergeschichten erzählt.
Was mich aber nachdenklich gemacht hat, dass war der Abstand, den ich jetzt schon wieder von den Kids von heute habe. Hat sich in den letzten 10 Jahren nochmal soviel verändert? Ich fand, dass die Mädels im Film extrem sexy gekleidet in die Schule gegangen sind und den extremen Gothic Look fand ich auch sehr heftig. Das waren Klamotten, die ich für die Disco okay fände, aber für die Schule? Als ich Mitte/ Ende der Sechziger Teenager war, kam der Mini ja zum ersten Mal auf, aber so halb nackt wie heute sind wir garantiert nicht in der Schule erschienen. Ich habe jetzt auch in Filmen schon Szenen gesehen, in denen Kommissare älteren Datums sich missbilligend über die Kleidung ermordeter oder vergewaltigter Mädchen ausgelassen haben. Meist ist dann das Gegenüber eine energische Polizistin oder Ärztin , die in vorwurfsvollem Ton fragt: “Wollen Sie damit etwa sagen, dass das Opfer selbst schuld ist, an dem was ihr angetan wurde?” Es folgt peinliches Schweigen. Nein, natürlich ist das Opfer nicht selbst schuld. Oder doch? Ich stehe da auf dem vielleicht etwas altmodischen Standpunkt, dass man die Gefahr nicht unbedingt heraus fordern muss. Als Frau kann ich in die männlichen Psyche nicht wirklich reingucken, aber muss man so fürchterlich provozieren? Es laufen ja genügend Freaks durch die Gegend.
Was meint denn ihr zu diesem Thema? Äh – und was gibt es denn nun im TV?
Lange vorbei?
Gestern Abend habe ich auf 3Sat Michael Verhoevens Dokumentarfilm “Der unbekannte Soldat” gesehen, der sich mit den Verbrechen der deutschen Wehrmacht an (vorwiegend) jüdischen Zivilisten während des 2.Weltkrieges beschäftigt. Dieser Film hat mich wieder einmal sehr berührt bzw. schockiert und kann mir auch nicht vorstellen, dass der Inhalt irgendwen kalt lässt. Mich hat es eher verwundert, dass die Wehrmachtsausstellung zwischen 1995 und 2004 soviele Proteste hervorgerufen hat. Obwohl das Thema zu meiner Schulzeit auch noch totgeschwiegen wurde, habe ich nie daran geglaubt, dass die Soldaten der Wehrmacht “sauber” geblieben sind und alle Gräueltaten nur von der SS begangen worden wären. In Polen und Russland war das für mich garnicht denkbar. Ich bin mir sicher, dass jeglicher Krieg die Menschen verändert, dass Propaganda, Druck von oben und eigene Ängste auch normale Menschen Verbrechen begehen lassen, die sich das zu Hause im Lehnstuhl nicht hätten vorstellen können. In jüngster Vergangenheit haben wir das im ehemaligen Jugoslawien erneut erlebt und ansonsten fällt mir dann auch noch Quantanamo ein.
Umso wichtiger finde ich es, dass diese Dinge eben nicht totgeschwiegen werden. Und ich glaube, es sind nicht nur die Neonazis, die die deutsche Vergangenheit verleugnen möchten. Was damals passiert ist, war so schlimm, dass ich mir gut vorstellen kann, dass viele junge Leute bereit sind Zweifel anzumelden, weil sie sich einfach nicht vorstellen können, dass diese Dinge einmal Realität waren.