Nervig/Juli/Maurice
Eigentlich bin ich gerade auf meiner abendlichen Blogrunde, aber das geht nicht vorwärts und nicht rückwärts. Dauernd habe ich einen Seitenladefehler. Oft komme ich erst beim fünften Anlauf bei euch rein. Ich habe den Verdacht, dass unser Router die Hitze nicht verträgt – er steht nämlich in einem Kabuff unterm Dach. Das Problem hatten wir schon öfter mal und auch im Winter bei extremer Kälte. Ich breche wohl am besten für heute mal ab.
Hier draußen im Garten ist es heute hingegen ganz angenehm. Mir graut es nur vor den angesagten 36°C am Wochenende!
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Nach Mitternacht: Es wird gerade merklich kühler – ist auch schon 1:30 Uhr in der Nacht (der 1. Juli auch schon ) – und nun flutscht es wieder. Ich habe gerade das Juli-Blog-Outfit gebastelt und hochgeladen, nun geh ich ins Bett. Und wer’s noch nicht weiß: Christian Wulff ist unser neuer Bundespräsident. Doch erst im dritten Wahlgang konnte er sich gegen Joachim Gauck in der Bundesversammlung durchsetzen. Das war wohl ein Kopf an Kopf Rennen. Mal sehn, wie sich Wulff so macht. Mich stört an ihm eigentlich bisher nur, dass man ihn optisch so leicht mit Westerwelle verwechseln kann. Auf schlechten Zeitungsfotos sehn sie manchmal aus wie Zwillinge. Das könnte bei manch ausländischen Staatsmann/ – frau zu peinlichen Verwechselungen führen.
Lektüre: Ich lese gerade mal wieder ein Buch von Terry Pratchett “Maurice, der Kater“. Es wurde als Kinder- und Jugendbuch deklariert, ist aber meiner Meinung nach keines, weil von den Gedankengängen her ziemlich anspruchsvoll und gleichzeitg abgedreht. Ich mag die Geschichten von Terry Pratchett sehr, mir gefällt auch “Maurice,der Kater“, aber sein bestes Buch ist es für meinen Geschmack nicht. Wer Terry Pratchett noch nicht kennt, sollte mit etwas Anderem anfangen. Zum Beispiel mit “Freie kleine Männer” oder “Ein Hut voller Sterne“.
Glasmaler
Weil ich ja gerade erst das Buch über “Die Kapelle der Glasmaler” gelesen habe, bin ich auf dem Römerberg mal in die “Alte Nikolaikirche” rein, dort gibt es nämlich wunderschöne Glasfenster.
Die Alte Nikolaikirche ist eine spätgotische, heute evangelische Kirche – sehr klein im Vergleich zum Dom, aber auf ihre Weise sehr schön. Nahe zum Main gelegen ist ihr Namensgeber der Hl.Nikolaus, Schutzpatron der Fischer. Entstanden ist sie vermutlich zusammen mit dem Saalhof in der Regierungszeit des ersten Stauferkaisers Konrad III., der zwischen 1140 und 1149 vier Fürstenversammlungen nach Frankfurt einberief. Als Hofkapelle war sie Standort von geschichtlich bedeutenden Ereignissen wie Hof- und Reichstagen und wohl sogar Königswahlen. Genaueres weiß man nicht hundertprozentig.
Der Römer – ganz sicher Frankfurts am meisten fotografierte Motiv
(und für den, der’s wirklich noch nicht weiß: der Römer ist seit dem 15. Jahrhundert das Rathaus
der Stadt Frankfurt am Main und mit seiner charakteristischen Fassade eines ihrer Wahrzeichen.)
Blick zum Römer und der Fassade mit den Deutschen Kaisern (nur ein Teil von ihnen)
Mich reizt es immer wieder den Gerechtigkeitsbrunnen zu fotografieren, was nicht einfach ist wegen der markanten Fachwerkbauten, die von allen Seiten den Hintergrund dominieren – und der vielen Touristen davor. Aber gestern gab’s zumindest nicht allzu viele Touristen.
(Justitiabrunnen oder) Gerechtigskeitsbrunnen
Die Brunnenfigur ist die Göttin Justitia, der im Gegensatz zu den meisten anderen Darstellungen nicht die Augen verbunden sind. Der Brunnen steht in der Mitte des zentralen Römerbergs vor dem Rathaus. Die Fontänen des Brunnens symbolisieren Fruchtbarkeit und entspringen den Brüsten von vier Quellnymphen, die an den Ecken des Sockels postiert sind. Zu Kaiserkrönungen floss roter und weißer Wein auf Kosten des neuen Kaisers aus dem Brunnen.
Es gibt aber auf dem Römerberg noch einen weiteren Brunnen, der selten erwähnt wird und auch weniger ins Auge fällt. Der östliche Teil des Römerbergs heißt auch Samstagsberg und zu ihm gehört der Brunnen. Seine Existenz ist dort schon 1481 in einer Urkunde über das Haus „zum Ullner“ belegt. An dem Brunnen wurde an den Wochenmärkten eine rote Fahne mit dem weißen Adler als Zeichen des freien Marktes aufgesteckt. In neuerer Zeit stand auf der Pumpensäule eine Figur der Minerva, der Göttin der Weisheit. In alten Zeiten soll an diesem Minerva-Brunnen das gemeine Volk in der Nacht zum ersten Mai die Walpurgisnacht gefeiert haben, während der Rat der Stadt ein Gelage gegenüber im Römer veranstaltete. Der ursprüngliche Brunnen wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, dieser hier ist eine originaltreue Kopie.
Minervabrunnen auf dem Samstagsberg
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Sodele, das war’s . . . bis auf meinen Beitrag zum Projekt
Farbe bekennen
Bei Laura geht es diese Woche um die Farbe “Schwarz” – nicht gerade eine Sommerfarbe, aber egal. In Domnähe sah ich die Tapas Bar mit dem typischen schwarzen Stier, der mir in jungen Jahren in Spanien so oft begegnet ist. Der Spanienurlaub begann mit dem ersten schwarzen Stier neben der Landstraße oder Autobahn.
Dauerbaustelle
Heute Nachmittag hat’s mich nicht in den Liegestuhl gedrückt sondern in die City verschlagen. Ich hatte noch was zu erledigen und dachte mir dann, schwitzen kann ich ja überall. Ich hab mich einfach treiben lassen, am angenehmsten war es natürlich am Main entlang, dort wehte immer ein leichtes Lüftchen. Den Domturm konnte ich endlich mal ohne Gerüst fotografieren, aber drumherum ist schon wieder Großbaustelle. Im Moment wird ja das Technische Rathaus demontiert, wo die Altstadt anschließend quasi wieder auferstehen soll.
Auch das Historische Museum wird beackert und der gesamte Komplex der alten Pfalz zum Main hin. Ich hoffe mal, dass Karl der Große gut aufpasst, dass alles ordentlich gemacht wird.
Karl der Große vor dem Historischen Museum
Bislang noch nie habe ich euch Frankfurts älteste Brücke vorgestellt, die dann auch “Die Alte Brücke” heißt. Sie war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die einzige steinerne Brücke am Unterlauf des Mains und verband vom Mittelalter bis zum Jahr 1914 die Fahrgasse in der Frankfurter Altstadt mit der Brückenstraße in Sachsenhausen. Theoretisch müsste sie in jedem Mittelalteroman vorkommen, der in Frankfurt spielt. Alles über die “alte Brücke” findet ihr auf einer wirklich sehr schön gemachten Wikipediaseite.
Neuer “Brückenturm” auf der Sachsenhäuser Seite mit vorgelagerter Maininsel
. . . mainaufwärts dann der Blick auf den dominierenden Turm des Main Plaza Gebäudes
Ganz interessant ist die Geschichte vom “Briggegickel“, die ihr aber bittschön auch bei Wikipedia nachlesen könnt. [ Es gibt ja Leute, deren Blogbeiträge fast nur von Verlinkungen leben. Eigentlich ganz praktisch. ] Bei den Brüdern Grimm beginnt sie so: “Ein Baumeister hatte sich verbindlich gemacht, die Brücke bis zu einer bestimmten Zeit zu vollenden. Als diese herannahte, sah er, dass es unmöglich war, und wie nur noch zwei Tage übrig waren, rief er in der Angst den Teufel an und bat um seinen Beistand. Der Teufel erschien und erbot sich, die Brücke in der letzten Nacht fertig zu bauen, wenn ihm der Baumeister dafür das erste lebendige Wesen, das darüber ging, überliefern wollte . . . “
So – morgen gibt’s noch ein paar mehr Bilder. Irgendwie krieg ich grad ein bisschen Hunger, ist ja auch schon wieder nach 21 Uhr. Und der fehlende Nachtschlaf macht sich nun doch bemerkbar.
Beim Beitrag “Erdbeben“ hab ich noch etwas hinzugefügt, für alle die es genauer wissen wollen.
Erdbeben
Uff – heute morgen war ich wie gerädert, aber nun weiß ich wo mein Herzklopfen herkam, das sich nach Mitternacht noch zu Herzrasen verstärkt hat. Ich konnte nicht wirklich einschlafen und bin gegen 2:45 Uhr fast aus dem Bett gefallen. Es tat einen Schlag und das Haus bebte. Ich dachte erst gar nicht an ein Erdbeben, bin aufgesprungen und wie üblich einmal durch’s Haus gerast um völlig blödsinnigerweise nach einem Einbrecher zu fanden. Erst als mir klar wurde, dass alles völlig ruhig und in Ordnung war – der GöGa hat wie immer sowieso nichts mitgekriegt – kam mir der Gedanke an ein Erdbeben.
Danach war lange Zeit an Schlaf wieder nicht zu denken, obwohl sich das Herzrasen langsam beruhigte. Als ich dann in den Morgenstunden endlich fest eingeschlafen war, kreiste plötzlich für gut 15 Minuten ein Hubschrauber mit mörderischem Lärm in der Luft. Sowas hab ich überhaupt noch nicht erlebt. Als ich dann später im Radio von dem Erdbeben hörte, war mir klar, dass die höchstwahrscheinlich aus der Luft nach Schäden im Industriepark gesucht haben. Der Hubschrauber stand/flog ganz tief, kaum über den Baumwipfeln – das war Wahnsinn. Nachdem ich nun sowieso schon so schlecht geschlafen hatte und zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht wusste, was los war, hat mir das richtig Angst gemacht. An Schlaf war dann kaum mehr zu denken, zumal kurz darauf der üblich Baulärm wieder einsetzte und ich eh zum Friseur musste.
Das Beben gehörte – obwohl es mich so erschreckt hat – zu den leichten Beben. Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam meldete ein Beben der Stärke 3,7. Das Landesamt für Geologie und Bergbau in Rheinland-Pfalz maß um 2.42 Uhr hingegen eine Stärke von 3,4. Schäden gab es offenbar und glücklicherweise keine.
Nun ist es wieder heiß, die Haare sind kurz und die meisten meiner für heute anstehenden Besorgungen hab ich hinter mir. Da kann ich ja nun im Schatten ein Schläfchen im Liegestuhl machen ;-)
Nachtrag (für alle, die es genau wissen wollen): Der deutsche Raum steht unter Spannungen, die durch das langsame Vorrücken der Afrikanischen Platte nach Norden ausgelöst werden. Durch diese enormen Kräfte wurden die Alpen über Jahrmillionen hinweg um viele Kilometer emporgehoben und wachsen auch heute noch um einige Millimeter pro Jahr an. Von dieser Hebung sind auch im geringerem Maße, Süddeutschland und Ostfrankreich betroffen. Der zwischen ihnen liegende Oberrheinische Tiefgraben ist in dieses Großgewölbe eingebrochen und bildet heute eine geologische Schwachstelle. Andere deutsche Gebiete, in denen es immer mal wieder leichte Beben gibt, sind die Schwäbische Alb und die Niederrheinische Bucht.
Das Epizentrum lag offenbar bei uns “umme Ecke” in Kriftel.
Glasbausteine
Einen fantastischen Sonnenuntergang gab es heute mal wieder und natürlich habe ich fotografiert. Nur hier am PC dachte ich mir dann: auch schon wieder das immer gleiche Motiv (wie beim Vollmond). Also habe ich ein bisschen damit rumgespielt und nun könnt ihr euch einen Sonnenuntergang durch Glasbausteine betrachten – kennt ihr die Dinger überhaupt noch? In den Sechzigern waren die hochmodern. Wer ein Haus baute, baute Glasbausteine ein und auch in meinem Leg*kasten hatte ich jede Menge davon. Hier im Wachtelweg gibt es noch etliche Häuser aus den 1960igern, die Glasbausteine verbaut haben. Die meisten werden/wurden allerdings inzwischen von neuen Besitzern umgebaut. Als wir unser Haus 1980 gebaut haben, waren die Dinger glücklicherweise schon lange wieder “out”.
Wie seid ihr mit diesem superheißen Tag klargekommen? Ich fand’s heftig und hatte auch am Nachmittag leichte Kopfschmerzen. Lag vielleicht auch daran, dass ich absolut bei der Hitze nichts essen konnte. Am Abend hab ich mir dann einen großen Salat gemacht und seit es nun wieder kühler ist (oh, es ist auch schon wieder fast 22:30 Uhr) geht’s mir wieder gut. Aber ich habe immer noch so leichtes Herzklopfen. Ich denke, ich werde mich mal in mein Schlafzimmer unterm Dach verziehen, das ja seit zwei Jahren nun endlich eine Klimaanlage besitzt. Sonst wär’s da oben nicht auszuhalten. Stefan will ja in den nächsten Wochen damit anfangen das Dachgeschoss komplett neu zu dämmen. Aber das wird eine Heidenarbeit – mir graut schon davor. Vor allem wurde damals mit ganz viel Glasfasermatten gearbeitet, die unkaschiert zwischen den Dachsparren liegen. Das Zeug ist schlimmer als Juckpulver und ohne Gesichtsmasken geht sowieso nichts. Ich hoffe mal, er wartet noch damit, bis es wieder etwas kühler ist.
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