Dauerbaustelle
Heute Nachmittag hat’s mich nicht in den Liegestuhl gedrückt sondern in die City verschlagen. Ich hatte noch was zu erledigen und dachte mir dann, schwitzen kann ich ja überall. Ich hab mich einfach treiben lassen, am angenehmsten war es natürlich am Main entlang, dort wehte immer ein leichtes Lüftchen. Den Domturm konnte ich endlich mal ohne Gerüst fotografieren, aber drumherum ist schon wieder Großbaustelle. Im Moment wird ja das Technische Rathaus demontiert, wo die Altstadt anschließend quasi wieder auferstehen soll.
Auch das Historische Museum wird beackert und der gesamte Komplex der alten Pfalz zum Main hin. Ich hoffe mal, dass Karl der Große gut aufpasst, dass alles ordentlich gemacht wird.
Karl der Große vor dem Historischen Museum
Bislang noch nie habe ich euch Frankfurts älteste Brücke vorgestellt, die dann auch “Die Alte Brücke” heißt. Sie war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die einzige steinerne Brücke am Unterlauf des Mains und verband vom Mittelalter bis zum Jahr 1914 die Fahrgasse in der Frankfurter Altstadt mit der Brückenstraße in Sachsenhausen. Theoretisch müsste sie in jedem Mittelalteroman vorkommen, der in Frankfurt spielt. Alles über die “alte Brücke” findet ihr auf einer wirklich sehr schön gemachten Wikipediaseite.
Neuer “Brückenturm” auf der Sachsenhäuser Seite mit vorgelagerter Maininsel
. . . mainaufwärts dann der Blick auf den dominierenden Turm des Main Plaza Gebäudes
Ganz interessant ist die Geschichte vom “Briggegickel“, die ihr aber bittschön auch bei Wikipedia nachlesen könnt. [ Es gibt ja Leute, deren Blogbeiträge fast nur von Verlinkungen leben. Eigentlich ganz praktisch. ] Bei den Brüdern Grimm beginnt sie so: “Ein Baumeister hatte sich verbindlich gemacht, die Brücke bis zu einer bestimmten Zeit zu vollenden. Als diese herannahte, sah er, dass es unmöglich war, und wie nur noch zwei Tage übrig waren, rief er in der Angst den Teufel an und bat um seinen Beistand. Der Teufel erschien und erbot sich, die Brücke in der letzten Nacht fertig zu bauen, wenn ihm der Baumeister dafür das erste lebendige Wesen, das darüber ging, überliefern wollte . . . “
So – morgen gibt’s noch ein paar mehr Bilder. Irgendwie krieg ich grad ein bisschen Hunger, ist ja auch schon wieder nach 21 Uhr. Und der fehlende Nachtschlaf macht sich nun doch bemerkbar.
Beim Beitrag “Erdbeben“ hab ich noch etwas hinzugefügt, für alle die es genauer wissen wollen.
Erdbeben
Uff – heute morgen war ich wie gerädert, aber nun weiß ich wo mein Herzklopfen herkam, das sich nach Mitternacht noch zu Herzrasen verstärkt hat. Ich konnte nicht wirklich einschlafen und bin gegen 2:45 Uhr fast aus dem Bett gefallen. Es tat einen Schlag und das Haus bebte. Ich dachte erst gar nicht an ein Erdbeben, bin aufgesprungen und wie üblich einmal durch’s Haus gerast um völlig blödsinnigerweise nach einem Einbrecher zu fanden. Erst als mir klar wurde, dass alles völlig ruhig und in Ordnung war – der GöGa hat wie immer sowieso nichts mitgekriegt – kam mir der Gedanke an ein Erdbeben.
Danach war lange Zeit an Schlaf wieder nicht zu denken, obwohl sich das Herzrasen langsam beruhigte. Als ich dann in den Morgenstunden endlich fest eingeschlafen war, kreiste plötzlich für gut 15 Minuten ein Hubschrauber mit mörderischem Lärm in der Luft. Sowas hab ich überhaupt noch nicht erlebt. Als ich dann später im Radio von dem Erdbeben hörte, war mir klar, dass die höchstwahrscheinlich aus der Luft nach Schäden im Industriepark gesucht haben. Der Hubschrauber stand/flog ganz tief, kaum über den Baumwipfeln – das war Wahnsinn. Nachdem ich nun sowieso schon so schlecht geschlafen hatte und zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht wusste, was los war, hat mir das richtig Angst gemacht. An Schlaf war dann kaum mehr zu denken, zumal kurz darauf der üblich Baulärm wieder einsetzte und ich eh zum Friseur musste.
Das Beben gehörte – obwohl es mich so erschreckt hat – zu den leichten Beben. Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam meldete ein Beben der Stärke 3,7. Das Landesamt für Geologie und Bergbau in Rheinland-Pfalz maß um 2.42 Uhr hingegen eine Stärke von 3,4. Schäden gab es offenbar und glücklicherweise keine.
Nun ist es wieder heiß, die Haare sind kurz und die meisten meiner für heute anstehenden Besorgungen hab ich hinter mir. Da kann ich ja nun im Schatten ein Schläfchen im Liegestuhl machen ;-)
Nachtrag (für alle, die es genau wissen wollen): Der deutsche Raum steht unter Spannungen, die durch das langsame Vorrücken der Afrikanischen Platte nach Norden ausgelöst werden. Durch diese enormen Kräfte wurden die Alpen über Jahrmillionen hinweg um viele Kilometer emporgehoben und wachsen auch heute noch um einige Millimeter pro Jahr an. Von dieser Hebung sind auch im geringerem Maße, Süddeutschland und Ostfrankreich betroffen. Der zwischen ihnen liegende Oberrheinische Tiefgraben ist in dieses Großgewölbe eingebrochen und bildet heute eine geologische Schwachstelle. Andere deutsche Gebiete, in denen es immer mal wieder leichte Beben gibt, sind die Schwäbische Alb und die Niederrheinische Bucht.
Das Epizentrum lag offenbar bei uns “umme Ecke” in Kriftel.
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