Der Hexenstein
Was für eine Hitze! Passend zum wetterbedingten Fegefeuer habe ich heute ein Buch gelesen – ja, fast in einem Rutsch durchgelesen, das ich euch vorstellen möchte, denn ich finde es großartig. Es heißt “Der Hexenstein” – Ein Roman aus dunkler Zeit – der Autor ist Manfred Böckl. Ein historischer Roman von einem Mann! . . . ein Roman, der meines Wissens auf keiner Bestsellerliste erschien . . . ein Roman, den ich zufällig in der Bücherei mitgenommen habe >>> ein tolles Buch!
Aber worum geht es und warum finde ich das Buch so gut? Zitat: Anno 1699 in Süddeutschland. Auf fürstbischöflichem Territorium tut sich ein Abgrund auf: “Teufelsbuhlinnen” brauen die verbotene Schwarze Salbe, treffen sich nachts bei einem Monolithen aus grauer Vorzeit, beschwören Dämonen und feiern Orgien über verschollenen Gräbern. Ihnen steht ein nicht weniger besessener Mönch gegenüber, dessen Herkunft von einem furchtbaren Geheimnis überschattet ist. Zuletzt, als nach Hetzjagd und grauenhafter Folter die Hexenfeuer brennen, zeigt Satan sein wahres Gesicht . . . – So steht es bei amazon. Na ja, damit wird man dem Roman bei weitem nicht gerecht.
Es geht um die Dummheit der Menschen in einer Zeit, die in unseren Geschichtsbüchern schon zur Neuzeit zählt, es geht um den unsäglich grauenhaften Einfluss der katholischen Kirche – hier vor allem eines einzelnen Dominikaners – auf das Leben einfacher Bauern und ihrem Gesinde, es geht um die Feudalherrschaft, die allen Niederrangigen das Leben zur Hölle machen konnte, es geht um die Geschichte einer als “Bankert” also unehelich geborenen jungen Frau, deren Mutter selbst glaubte, dass sie vom Teufel geschwängert worden war. An sich also keine überwältigend neue Geschichte, aber wie der Autor diese sprachgewaltig in unglaublichen Bilder erzählt, das ist wirklich einmalig. Zunächst war mir seine Sprache erstmal fremd, ich musste mich “einlesen” und der Eindruck des Fremden bleibt auch, was ich gut finde, denn hier wird dadurch eine Zeit lebendig, die sich vermutlich heute niemand mehr vorstellen kann. Der Autor benutzt auch Ausdrücke, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob es sie normalerweise überhaupt gibt oder ob er sie erfunden hat. Aber immer trifft er damit genau die Stimmung, die er gerade erzeugen will und man versteht instinktiv, was er meint. Ich würde ja gerne mal die ersten Sätze des Buches zitieren, dann wüsstet ihr sofort, was ich meine, aber das ist sicher nicht erlaubt.
Also nach all den vielen, teilweise durchaus gut geschriebenen und recherchierten historischen Romanen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ist “Der Hexenstein” wirklich außergewöhnlich. Die Geschichte beruht übrigens auf tatsächlichen Ereignissen. Parallel zum Erscheinen des Buches hat die bayerische Gemeinde Ringelai (im Roman noch Ringolay) ein Hexenmuseum und einen Lehrpfad eingerichtet.
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Ich habe heute aber nicht nur gelesen, obwohl es fürchterlich heiss und am Nachmittag auch schwül war. Irgendwie gewöhne ich mich allmählich an das Dauerschwitzen und da ich selbst im Garten ja auch keinen Schönheitspreis gewinnen muss, bring ich dort allmählich wieder etwas Ordnung rein. Vieles ist schon wieder verblüht und muss zurückgeschnitten werden, unter den wuchernden Pflanzen feiert das Unkraut fröhliche Urständ und ich überlege mir schon, was ich noch pflanzen möchte, dass es auch nach der Rosenzeit noch schön aussieht. Spätsommer- und Herbstblüher sind bei mir noch etwas Mangelware.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende – passt auf, dass ihr keinen Hitzschlag bekommt und trinkt gaaanz viel Wasser!
Taglilie - Hemerocallis “Equinoxe”














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