Grüne Kiesgrube
Noch selten habe ich die ehemalige Kiesgrube Weilbach – inzwischen Naturschutzgebiet – so grün erlebt. Im Juli war ich dort nicht unterwegs und möchte auch nicht wissen, wie es da ausgesehen hat. Zu oft habe ich es schon erlebt, dass im Sommer alles austrocknete und das Leben zum Stillstand kam. Ganz anders heute. Es war ja klar, dass ich bei diesem schönen Wetter mit der Kamera losziehen musste. Etwas scheinbar Ausgetrocknetes habe ich aber doch mitgebracht > ein (wie ich finde) schönes Kardenmotiv. Die Karde ist eine optisch der Distel ähnliche Pflanze, die violett blüht und später sehr dekorative Samenstände ausbildet.
Wenn ich hier eintauche:
. . . Entschuldigung, ich meinte HIER eintauche:
. . . kann ich immer kaum glauben, dass ich mich Luftlinie keinen Kilometer
von der nächsten Autobahn entfernt befinde.
Allerdings – ich erwähnt es vor ein paar Wochen schon einmal, weiß ich nicht, wie lange sich diese Idylle halten wird. Der große Bau des neuen Regionalparkhauses mit geplanter Gastronomie und Parkplätzen schreitet zügig voran und heute sah ich, dass der bis vor Kurzem noch halsbrecherisch schmale Geröllpfad hinunter in die ehemalige Kiesgrube Vergangenheit ist. Inzwischen ist daraus ein breiter, gewalzter Weg geworden, den schon jetzt die Radfahrer hoch und runter fahren, was vorher undenkbar war.
Vermutlich eine Glänzende Binsenjungfer (Lestes dryas)
So schön können Wildblumenwiesen aussehen
Und noch ein schönes Motiv zum Schluss: Blutweiderich am großen Teich
* * *
Ganz was anderes: Habt ihr zufällig gestern Abend den französischen Spielfilm “Wahnsinnig verliebt” gesehen oder früher schon mal? Er ist nicht mehr neu, von 2002. Ich bin ja der Meinung, dass nach wie vor die Franzosen die besten Filme drehen. Das ist einfach keine Massenproduktion, die auf einen möglichst globalen nach unten nivellierten Geschmack abhebt wie meistens in Hollywood. Nichts gegen deutsche Kinoproduktionen der letzten Jahre, aber unsere französischen Nachbarn haben’s einfach drauf – jedenfalls für meinen Geschmack. Wer den Film nicht kennt, sollte sich den Titel mal für den nächsten langen Winterabend merken, den gibt es sicher auch in der Videothek zum ausleihen. Ich würde ihn als typischen Film noir bezeichnen. Das Problem dürfte für einige Zuschauer sein, dass er erstmal anfängt wie eine zuckersüße, überdrehte Liebesgeschichte und man möglicherweise abschaltet. Wer die Geduld verliert, wird aber nie dahinter kommen, was am Ende Wirklichkeit ist. Für mich war das Abschalten eigentlich zu keiner Zeit eine Option, obwohl der Film lange nach Mitternacht lief. Dafür ist er einfach zu gut gemacht.
Hurra …
. . . die Sonne scheint und es ist t r o c k e n ! Der Himmel zeigt sich in angenehmem Blau mit vereinzelten weißen Wölkchen. Und der Rasen ist auch schon wieder reif für die nächste Schur! Das glaubt man nicht. Am Samstag hatte ich gemäht, auch in der Hoffnung, dass montags die Gärtner kämen, um sich nochmal um den Teich zu bemühen. Das alles hat der Dauerregen vermasselt. Sämtliche freitags an den Steinen angezeichneten Wasserstände sind sowieso für die Katz. Nun wollen sie morgen wieder kommen. Ich bin mal gespannt, was sie dann beschließen.
An diesen Anblick kann ich mich gut wieder gewöhnen
Gestern traf bei mir noch ein neues Spielzeug für schlechtes Wetter ein – das darf jetzt warten. Es ist ein kleiner Scanner, nicht breiter als ein Taschenbuch und sehr viel kürzer – mit dem man in Sekunden alte Fotos, Negative und Dias scannen kann. Die Bilder werden auf einer Speicherkarte geparkt. Man braucht also für das Scannen selbst noch nicht mal einen PC, kann dann später aber die Fotos am PC weiterbearbeiten. Ich zeig euch mal ein Probebild, das ich gestern gescannt und bearbeitet habe:
Das bin ich, Weihnachten 1955. Das Originalfoto war nicht nur kleiner, es war auch teilweise massiv überbelichtet (Tischdecke und Tapete des Puppenhauses hatten keinerlei sichtbare Strukturen), während mein Gesicht im Dunkeln lag. Es gab auch einige größere Kratzer. Ich habe am PC die Belichtung korrigiert, vor allem den Kontrast in den weißen Bereichen verringert, mein Gesicht leicht aufgehellt und einige Kratzer entfernt. Nebenbei bemerkt: die vielen Puppen waren eher Wunschdenken meiner Mutter. Ich habe so gut wie nie mit Puppen gespielt. Ich weiß auch nicht, wo die Puppen herkamen, es waren sicher keine neuen. 1955 waren wir gerade erst wieder aus einer sehr beengten und ärmlichen Nachkriegswohnung bei alten Verwandten in mein Elternhaus zurückgekommen und Geld gab’s eigentlich auch keins.
So, aber nun schließe ich auch mit den Putzereien für heute ab – Nasswischen hat sich endlich mal wieder gelohnt und ich hoffe, dass so schnelle keine Matschabdrücke mehr sichtbar werden - und werde das schöne Wetter genießen.
Ich muss meinen Oleander neu eintopfen, den der Sturm vor ein paar Tagen umgehauen hat.
P.S. Bei dieser Aktion ein Gartenmonster entdeckt (aber offenbar ganz harmlos . . . guckst du im Gartenblog)
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