Aufheben
. . . oder nicht?

Meine Eltern 1933 mit Freunden in Bamberg
Ich bin am Ausmisten. Weil ich ja nun mein persönliches Zimmer ausräumen muss, damit die Dachgeschossrenovierung demnächst weiter gehen kann, bin ich natürlich nicht nur am Putzen sondern auch am Sichten und Ausmisten. Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich keinen alten “Krempel” besitze, weil ich schon immer eher für’s Entsorgen von Dingen war, die unnütz und (früher mal) ohne Wert waren. Es gibt natürlich monetäre Werte und ideelle Werte. Seit Jahr und Tag – zumindest seit dem Tod meiner Mutter 1995 – liegt bei mir ein Uraltalbum herum, zu dem ich eigentlich keinen echten Bezug habe. Es gehörte meinen Eltern und enthält Bilder aus einer Zeit, in der sie noch nicht mal verheiratet waren. Außer meinen Eltern selbst, kenne ich auf den Bildern niemanden. Folglich guck ich mir diese Fotos auch sonst nie an, zumal sie winzig sind. Nun aber habe ich sie mal wieder vorgekramt und einige mit dem Scanner vergrößert. Und nun überlege ich, ob ich das Album behalten soll oder nicht. Oder soll ich einige Bilder einscannen und den Rest wegwerfen? Eine seltsam schwierige Entscheidung.
Mittagspause beim Paddeln – Zeltleben mit einfachsten Mitteln
Bei Markt Heidenfeld
Ich habe meine Eltern nie so erlebt, mein 1936 geborener Bruder schon eher. Als ich 1953 auf die Welt kam, lag der Zweite Weltkrieg dazwischen und meine Eltern waren für damalige Verhältnis alt. Das Paddeln haben sie in den Fünfzigern dann aufgegeben. Als Kleinkind war ich noch mit ihnen im Faltboot und Zelt unterwegs.Wobei es meiner Mutter nie gutging, ich glaube, das Zelten wurde noch früher aufgeben als das Paddeln. Es war mein Bruder, der noch zeltete, wir wohnten meistens in einfachen Pensionen irgendwo an einem bayerischen See. Es tut fast weh, diese Bilder zu sehen. Ich habe meine Eltern eigentlich fast nur als (für mich) zu alt, gestresst, krank in Erinnerung, wobei das die Erinnerungen eines Kindes sind, das sich bis heute nicht gut an die Kindheit erinnern kann, weil vieles von mir verdrängt wurde. Mein Vater starb 1970, als ich gerade siebzehn wurde. Danach war’s zu Hause eh nicht mehr zum Aushalten. Mein Bruder war immer in Ordnung, aber was will ein junger, erwachsener Mann noch mit einer so kleinen Schwester?
Huch nee, jetzt haben mich aber die Erinnerungen gepackt – das war nicht vorgesehen.
Meine Mutter war schon eine hübsche Frau, auch später noch
Ende der Überlegungen: das Album wird doch aufgehoben! Und ich geh jetzt Rasen mähen. Ich hoffe, ich brauch noch keine Sense. Das Gras ist inzwischen derartig gewachsen durch den vielen Regen – Wahnsinn.
Putz-Event
. . . (man muss es sich nur schmackhaft machen)
ist heute wieder angesagt. Blogrollen kommt später ;-)
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