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09.02.2012 :Ganz und gar nicht schön ist es heute. Zwar relativ mild mit "nur" noch minus 3,5°C aber es ist total grau, keine Sonne in Sicht.

KbkM #6

Bitte eure Verlinkungen in die Kommentare unter KBKM #6 - danke!

Aufheben

. . . oder nicht?


Meine Eltern 1933 mit Freunden in Bamberg

Ich bin am Ausmisten. Weil ich ja nun mein persönliches Zimmer ausräumen muss, damit die Dachgeschossrenovierung demnächst weiter gehen kann, bin ich natürlich nicht nur am Putzen sondern auch am Sichten und Ausmisten. Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich keinen alten “Krempel” besitze, weil ich schon immer eher für’s Entsorgen von Dingen war, die unnütz und (früher mal) ohne Wert waren. Es gibt natürlich monetäre Werte und ideelle Werte. Seit Jahr und Tag – zumindest seit dem Tod meiner Mutter 1995 – liegt bei mir ein Uraltalbum herum, zu dem ich eigentlich keinen echten Bezug habe. Es gehörte meinen Eltern und enthält Bilder aus einer Zeit, in der sie noch nicht mal verheiratet waren. Außer meinen Eltern selbst, kenne ich auf den Bildern niemanden. Folglich guck ich mir diese Fotos auch sonst nie an, zumal sie winzig sind. Nun aber habe ich sie mal wieder vorgekramt und einige mit dem Scanner vergrößert. Und nun überlege ich, ob ich das Album behalten soll oder nicht. Oder soll ich einige Bilder einscannen und den Rest wegwerfen? Eine seltsam schwierige Entscheidung.

Mittagspause beim Paddeln – Zeltleben mit einfachsten Mitteln

Bei Markt Heidenfeld

Ich habe meine Eltern nie so erlebt, mein 1936 geborener Bruder schon eher. Als ich 1953 auf die Welt kam, lag der Zweite Weltkrieg dazwischen und meine Eltern waren für damalige Verhältnis alt. Das Paddeln haben sie in den Fünfzigern dann aufgegeben. Als Kleinkind war ich noch mit ihnen im Faltboot und Zelt unterwegs.Wobei es meiner Mutter nie gutging, ich glaube, das Zelten wurde noch früher aufgeben als das Paddeln. Es war mein Bruder, der noch zeltete, wir wohnten meistens in einfachen Pensionen irgendwo an einem bayerischen See. Es tut fast weh, diese Bilder zu sehen. Ich habe meine Eltern eigentlich fast nur als (für mich) zu alt, gestresst, krank in Erinnerung, wobei das die Erinnerungen eines Kindes sind, das sich bis heute nicht gut an die Kindheit erinnern kann, weil vieles von mir verdrängt wurde. Mein Vater starb 1970, als ich gerade siebzehn wurde. Danach war’s zu Hause eh nicht mehr zum Aushalten. Mein Bruder war immer in Ordnung, aber was will ein junger, erwachsener Mann noch mit einer so kleinen Schwester?

Huch nee, jetzt haben mich aber die Erinnerungen gepackt – das war nicht vorgesehen.

Meine Mutter war schon eine hübsche Frau, auch später noch

Ende der Überlegungen: das Album wird doch aufgehoben! Und ich geh jetzt Rasen mähen. Ich hoffe, ich brauch noch keine Sense. Das Gras ist inzwischen derartig gewachsen durch den vielen Regen – Wahnsinn.

11 Antworten auf Aufheben

  • Liebe Elke,

    hast Deine Entscheidung ja schon getroffen ;-)

    Aber genau selbiges hätte ich dir auch geraten!!

    Ich liebe solche Fotospaziergänge!!

    Alles LIebe
    Kerstin

  • Inge aus HH sagt:

    Liebe Elke,

    natürlich aufheben. Es sind doch Erinnerungen. Halte die Bilder in Ehren.

    Liebe Grüße von Inge

  • Elke sagt:

    @Fred: Manchmal habe ich ihn schon als eine Art Ersatzvater erlebt – im positiven Sinne.

  • Fred sagt:

    Hallo liebe Elke,

    schöne alte Bilderchen von deinen Eltern. Wenn es nur ein Album ist, dann geht es noch, nicht wie bei meiner Oma, wo ich nach ihrem Tod zig Alben durch geguckt habe und die schönsten Bilder heraus getrennt habe. Als ich dann den ganzen Rest in die Tonne gehauen habe und die Nachbarn aus dem Fenster guckten, da wurde mir doch schon ganz komisch. Hinterher habe ich mir aber gesagt, wer hätte denn sonst die ganzen vielen Bücher eingelagert. Meine Eltern bestimmt nicht, meine Mutter sehr aufgeräumt, da hatte mein zu der Zeit im Rollstuhl sitzender Vater keine Chance bekommen sie schnell irgendwo zu deponieren. Ich freue mich das ich ein wenig mehr über dich weiß und du mich ein wenig in dein Buch hast gucken lassen. Vielen Dank für dein Vertrauen liebe Elke. Einen so viel älteren Bruder zu haben, der hat dich doch immer gut beschützt oder…?

    Liebe Grüße, Fred

  • kelly sagt:

    unbedingt aufheben, schöne aufnahmen sind es!

    moin elke!
    auch hier und die notwendigkeit den rasenmäher zu nutzen.

  • Sammy sagt:

    aber auf jeden fall liebe Elke!

    solche fotoalben sind mit geld nicht zu bezahlen. es ist doch ein sehr schoenes andenken bzw. erinnerung an deine eltern.

    sicher hast du nicht so den bezug zu der zeit als die bilder aufgenommen wurden, aber das sollte doch keine rolle spielen. eines tages wirst du sicher froh sein, dass du das fotoalbum aufgehoben hast.

    herzliche gruesse
    Sammy

  • Bellana sagt:

    Hallo Elke,
    natürlich aufheben. Wir haben auch noch jede Menge alter Bilder, deshalb muss ich mir irgendwann so einen Scanner zulegen. Für mich ist es immer erstaunlich, wie gut sich diese alten Schwarz-Weiß-Bilder halten. Da sehen ältere Farbbilder dagegen schon viel schlechter aus. Es gibt sogar noch Bilder von meinen Großeltern und von meinem Urgroßvater. Ich könnte diese Bilder nicht wegwerfen.
    Grüßle Bellana

  • Also ich gehe da auch mit Andrea konform und würde das alte Album behalten.
    Es nimmt bestimmt nicht soviel Platz weg, dass es irgendwo richtig stört und vielleicht würdest Du Dich hinterher doch ärgern, wenn Du es weggetan hättest. Und manchmal ist es auch ganz schön in Erinnerungen zu schwelgen und da Du Deine Eltern selbst nicht immer so unbeschwert in Erinnerung hast, zeigen Dir die Bilder doch, dass auch sie Spass am Leben gehabt haben.

    Lieben Gruss
    Brigitte

  • Waldameise sagt:

    Liebe Elke,

    also mich begeistern solche alte Aufnahmen total. Als ich diese Fotos sah und von deinen Überlegungen las, dich von einem Teil zu trennen, war ich total entsetzt. Dann las ich weiter und erkannte, wie trügerisch diese Erinnerungen eigentlich sind, weil sie nicht ihr Leben symbolisieren. Im Gegenteil … schwere Schicksalsschläge verhinderten, dass es so unbeschwert weiterging in ihrem Leben. Das tut mir so leid. Vorallem, dass du so zeitig auf deinen Vater verzichten musstest und danach wohl auch nicht mehr die Mutter hattest, die du gebraucht hättest. Somit schmerzen deine Erinnerungen, liebe Elke. Dennoch würde ich es mir gut überlegen, von welchen Fotos du dich trennst.

    Ich muss auch mal wieder in alten Fotoalben stöbern. Da ich mich schon immer dafür interessiert habe und meines Vaters Hobby auch das Fotografieren und Filmen ist, hab ich immer gefragt, wer auf den Bildern zu sehen ist. Genau wie von deinen gibt es auch von meinen Eltern noch Fotos aus jenen Tagen, in denen sie noch frisch verliebt waren und mit dem Fahrrad nach Dresden fuhren, an der Elbe mit Freunden badeten und jede Menge Spaß hatten … oder Silvester, als sich noch die gesamte Familie traf … ja, ja, lang ists her. Aber ich schau die Fotos so gern an, dass ich mich niemals davon trennen könnte.

    Liebe Abendgrüße,
    Andrea

  • BeateN. sagt:

    Hallo liebe Elke!
    Ich habe auch solche alten Fotoalben, auch wenn ich sie nicht oft anschaue, mag ich sie nicht wegwerfen. Sind doch irgendwie schöne Erinnerungen. . .
    Vielleicht scanne ich mir auch mal welche ein, nur zur Sicherheit, die werden ja nicht besser mit der Zeit.
    Liebe Grüße von:
    Beate

  • Brigitte sagt:

    Liebe Elke, ich grüße Dich.
    Wenn man sich alte Fotos anschaut, dann kommen doch unweigerlich auch Erinnerungen an die damaligen Erlebnisse.
    Ich hatte auch viele Fotos von meinem Vater, wo mehr Freunde von ihm abgebildet waren, als er und die ich gar nicht kannte. Die wanderten durch den Schredder. Ich habe nur noch Bilder von ihm, wo er allein drauf ist und ich habe noch von seinen Berlin-Besuchen die Schmalfilm-Aufnahmen.
    (Er lebte von 1945 bis zu seinem Tode 1982 in London)
    Meine Pflegeeltern bzw Großonkel und Großtante waren; die Mutter 47 und der Papa 50 Jahre, als ich geboren und zu ihnen kam, weil meine leibl. Mutter verstorben war und mein Vater in Gefangenschaft in London.
    Meine Pflegeeltern waren für mich nie alt, ich empfand sie auch nicht alt, weil sie immer mit mir alles mitgemacht hatten. Meine Pflegeeltern waren auch als Onkel und Tante für meinen leibl. Vater die Ersatzeltern. Er war ja gleichzeitig auch ihr kleiner Neffe. Mein Vater hatte als kleiner Junge ebenfalls das Zelten und die Zeltstadt am kleinen Müggelsee miterlebt und auch das Paddelboot-und Kanu-Fahren, denn Onkel und Tante für ihn, waren im Verein “Freie Kanufahrer”. Ich hatte das dann auch nicht mehr mit ihnen als Großonkel und Großtante bzw Pflegeeltern für mich, in der zweiten Generation.
    Ich habe auch festgestellt, daß man das Papier-Bilder oder Schmalfilme anschauen im Laufe der Jahre immer weniger macht. Da sind die Bilder eingeklebt in Alben oder liegen im Schuhkarton und überdauern die Zeit.
    Hast du Platz, kannste was aufheben, wenn nicht, dann wegwerfen, so denke ich.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Rest-Montag und sage tschüssi, Brigitte, die jetzt mit Tamy den Nachmittagsspaziergang unter aufgelockertem Himmel macht, mit etwas Sonne, bei 15 Grad.
    Soeben ist mir angezeigt worden, daß Du bei mir kommentiert hast. Also erst mal gucken und Alles Gute.

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