Spätsommerliches
. . . aus den Schwanheimer Dünen. Nichts Spektakuläres, einfach nur Ruhe, Wärme, der Duft der alten Krüppelkiefern, Sand unter meinen Füßen – herrlich! Gleich zu Beginn eine große Schafherde, die dort die Magerwiesen niedrig hält.
See-Grün, Meer mehr Grün geht nicht
Stachelige Schönheiten, Blüten gab es kaum noch außer Johanniskraut und einige Disteln
Dafür sieht man schon die ersten herbstlichen Farbtöne
Ein Duft wie von den Pinien Südeuropas
Hagebutten – die Früchte der wilden Rosen
Von mir aus könnte das immer so weiter gehn mit dem September (ein Hoch auf “Helmut” – so hieß das gegenwärtige Hoch) . Aber leider ist für morgen schon wieder ein Tief angesagt.Ich hoffe, es heißt nicht Elke ;-)
Zweierlei Maß
Was geht eigentlich vor in deutschen Landen? Mal abgesehen von der Diskussion um Herrn Sarrazin, versteh ich immer öfter die Welt nicht mehr. In München wurden heute die beiden Jugendlichen zu relativ hohen Haftstrafen verurteilt, an deren Schlägen und Tritten Herr Brunner starb. Gegen das Strafmaß habe ich nichts einzuwenden, wenn auch die Beteiligung des Opfers am Ausrasten der Täter nachgewiesen wurde (er schlug zuerst zu). Hier in Frankfurt hingegen wurde Ende letzter Woche ein vorbestrafter Gewaltverbrecher, der einen 14-jährigen Jungen mit dem Auto überfuhr und sterbend liegen ließ zu einer Bewährungsstrafe!!! verurteilt. Die Urteilsbegründung, die ich hier nun nicht wiedergeben will, ist so absurd wie nur möglich. Ist es Zufall, dass die Jugendlichen in München deutsche Jugendliche waren, der Täter in Frankfurt ausländischer Herkunft? Ja, vermutlich ist es Zufall . . . Außerdem habe ich den Eindruck, dass bei uns immer öfter Tötungsdelikte mit dem Auto oder unter Alkoholeinfluss als Kavaliersdelikte abgehandelt werden. Wie ist das möglich? Es ist ja nicht so, dass der Frankfurter Täter “nur” einen Unfall baute. Er überfuhr einen Jugendlichen, stieg noch aus – sprich: der vergewisserte sich, was passiert war – stieg wieder ein und fuhr weg. Zu diesem Zeitpunkt lebte der Junge noch. Erinnert sich noch jemand an den Fall Bachmeier Anfang der 1980iger Jahre? Marianne Bachmeier erschoß damals den Mörder ihrer Tochter Anna im Gerichtssaal. Wenn ich mit Urteilen wie dem aktuellen Frankfurter Urteil konfrontiert werde, dann kann ich verstehen, wenn Eltern ausrasten oder – viel schlimmer – sich vielleicht selbst das Leben nehmen. Wenn man dann noch an den Selbstmord der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig denkt und die öffentliche Hetzkampagne gegen Thilo Sarrazin beobachtet (egal was man von ihm hält), dann kommt man schon sehr ins Grübeln. Unsere Gesetze, ihre Auslegungen und die jenigen, die sie machen und für ihre sinnvolle Anwendung sorgen sollen, scheinen mir meilenweit von der täglichen Realität entfernt zu sein.
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