Archiv für den Monat: Juni 2011

Kirschenmichel

. . .  oder auch “Kerschemichel” auf Frankfurterisch mit Sauerkirschen aus eigener Ernte schmurgelt da in der Röhre *lecker*. Dazu gibt es Vanillesoße. Wollt ihr das Rezept?

Elkes “Kerschemichel” für 3-4 Personen

ca. 500 entsteinte, abgetropfte (Sauer-) Kirschen
4- 5 altbackene Brötchen (ich habe ein altbackenes Fladenbrot verarbeitet, (ca. 200 – 250 g)
300 ml Milch, eventuell etwas mehr
2-3 Eier je nach Größe
50 g Butter, weich
75 g Zucker (bei Süßkirschen etwas weniger)
1 Päckchen Vanillezucker
2 TL Backpulver
ein paar Tropfen (4-6) Bittermandelöl, wer mag

Butter und Semmelbrösel zum Einfetten der Auflaufform

Das zerstückelte Brötchen, Weißbrot – was auch immer – in warme Milch geben, bis es die Flüssigkeit aufgesogen hat.  Eigelb, Butter, Zucker, Vanillezucker, Backpulver und Bittermandelöl schaumig schlagen und unter die Brötchenmasse geben. Die (Sauer-) Kirschen dazu und zum Schluß vorsichtig noch das steif geschlagene Eiweiss unterheben. Die Mischung dann in die Auflaufform und für 30 – 40 Minuten ab in den Backofen. Ich habe Umluft bei 190°C eingestellt. Kurz vor Ende habe ich die Oberfläche noch mit einer Zucker/Zimtmischung bestäubt.

Serviert wird der Kirschenmichel dann mit lauwarmer oder kalter Vanillesoße
Unsrer war ratzfatz aufgegessen ;-)

* * *

Noch fix die WP-Update Version 3.1.4 eingespielt – ging automatisch und tadellos.

 

 

 

Frisch gewaschen

. . . und kühl erscheint heute der Sommer wieder hinter den Wolken. Es gibt stündlich mehr Blau und mehr Sonne am Himmel. Hier im Südwesten Hessens sind die Unwetter glücklicherweise vorbeigezogen, es hat nur ein bisschen geregnet. Jetzt haben wir um die 20°C, das ist ein heftiger Temperatursturz aber sehr angenehm nach der extremen Hitze am Wochenanfang. Für mich heißt das Haushalts- und Bügelwetter. Wobei ich gestern bereits einiges an frisch gewaschenen Sachen definitiv ungebügelt zusammengelegt habe. Ich bin ja sonst eine ziemlich penible Bügelerin, aber bei Temperaturen kurz unter 40°C dann auch nicht mehr.

Wie sieht es in anderen Teilen Deutschlands aus? Der Regen müsste nun nach Osten gewandert sein, schätze ich mal. Unseren Fussballfrauen wünsche ich heute Abend jedenfalls ein trockenes Spiel in Frankfurt.

Mannorientiert

Aha – der Frauenfussball braucht unbedingt ein paar neue Wortschöpfungen, würde ich meinen. Ich habe mal kurz reingeguckt in das Spiel Brasilien gegen Australien. Auch wenn ich kein Fussballfan bin, will ich doch wissen, was Sache ist. Und kaum angeschaltet, höre ich einen Satz wie: die Mannschaft spielt “mannorientiert”  – *lol* – ja wie jetzt? Scheint nicht so einfach zu sein, wenn Frauen plötzlich in die allerheiligsten Sportarten der Männerwelt eindringen. Ich gebe ja zu: “frauorientiert” klingt schon etwas merkwürdig, aber am Ende ist es vermutlich Gewohnheitssache. Wie war das am Anfang mit Frau Merkel als Bundeskanzlerin? Ich glaube, da gab’s auch erstmal Probleme oder sagt man gar immer noch “Frau Bundeskanzler”?  Und wenn ja, warum eigentlich?

Es gibt in unserer Sprache sowieso ein paar etymologische Merkwürdigkeiten, finde ich. Herr und Frau in der Anrede sind uns geläufig. Aber warum eigentlich? Zu Herr würde doch eher die Herrin passen oder die Dame. Wenn in Büchern und Filmen aus dem Mittelalter von der höhergestellten Dame des Hauses die Rede ist, dann ist sie ganz selbstverständlich die Herrin. Die (Haus-) Frau gehörte eher eine Stufe tiefer, nicht zum Herrn sondern zum Knecht oder Mann. “Er war ein Mann des Königs” . . . aber gehört nicht auch hier entsprechend eher die “Dame” der Königin dazu? Ich glaube, dass sich im gesamteuropäischen Sprachraum ganz viel vermischt hat und vielleicht bei uns in Mitteleuropa besonders viel, weil wir die Einflüsse von allen Seiten aufgenommen haben. Neulich habe ich auf “arte” – glaube ich – einige Teile der BBC Serie über Rom gesehn. Da muss man schon schmunzeln, wenn die Herrin  – völlig korrekt  – als Domina angesprochen wird.  Irgendwie hat man frau da heutzutage sofort ein anderes Dominabild vor Augen. Und ich erinnere mich nicht, dass für den Hausherren die Anrede “Dominus” bzw. “Domine” gebraucht worden wäre. Da hieß wieder Herr, wenn ich mich richtig erinnere.

Bei den Franzosen klappt das für mein Gefühl besser: Monsieur = mon Sieur – mein Herr und Madame = ma dame – meine Dame, das hat Stil. Aber die Engländer tun sich schon wieder schwerer. Da gibt es den “Sir” und den “Mister”, bei den Damen Mylady und Mistress oder Madame. Aber soweit ich mich da auskenne, wird heutzutage jedermann mit Sir und jede Frau mit Madame angesprochen,wenn man nicht den Namen erwähnt. Also ein ähnliches Bild wie in der deutschen Sprache.

Nun wüsste ich ja gerne mal, ob es ein Wort wie “mannorientiert” auch in anderen Sprachen gibt. Weiß das jemand?

Ach so, ich möchte doch bitte in Zukunft mit “Herrin” angesprochen werden . . . oder doch lieber mit Domina . . . ?