. . . . und kein Ende. Ich glaube, diese Überschrift hatte ich schonmal. Als wir gestern auf der Fahrt Richtung Berlin im Autoradio gehört haben, dass man Magnus Gäfgen, dem Mörder des kleinen Jakob von Metzler, auch noch Schmerzensgeld eine Entschädigung zugesprochen hat, wollte ich es kaum glauben. Aber in den Abendnachrichten wurde es bestätigt. Und man muss kein Frankfurter sein, um sich darüber zu empören. Schmerzensgeld für das erlittene psychische Trauma! Es ist nicht zu fassen! Man möchte fragen, ob sich Herr Gäfgen jemals Gedanken darüber gemacht hat, welches Trauma erst sein Opfer und dann dessen Eltern erfahren haben. Aber sehr viel wahrscheinlicher ist, dass dieser Bursche sich im Knast einfach langweilt und sich vorgenommen hat die Grenzen seiner Möglichkeiten auszuloten. Und die sind in unserem Rechtsstaat wirklich sehr weit. Selbst ZEIT online versucht noch klarzustellen, dass die Richter nicht anders konnten, und als Normalbürger komme ich mir nach dem Artikel dort wie Kleindoofi vor, dass ich offenbar Schmerzensgeld nicht von einer Entschädigung zu unterscheiden weiß. Aber ganz ehrlich: es ist mir wurscht! Als die Justiz damals den vormaligen angesehenen Frankfurter Vizepolizeidirektor Wolfgang Daschner wegen der Folterandrohung verurteilte, ging mir schon der Hut hoch und jetzt erstrecht. Ist “des Volkes Empfinden” wirklich so gering zu schätzen? Warum sind Justitias Augen eigentlich verbunden? Wirklich nur, damit das Recht ohne Ansehen der Person und nach sorgfältiger Abwägung der Sachlage gesprochen wird? Manchmal möchte ich das bezweifeln.
Ach – und noch was gaaanz anderes: habe gerade festgestellt, dass mal wieder ein Blog, der grundsätzlich Kommentare erst kontrolliert, bevor er/sie diese freischaltet, meine Kommentare offensichtlich gar nicht mehr freischaltet. Okay – kann ich mit leben, wird aus dem Feedreader gestrichen. Aber das ist genau der Punkt, warum ich diese Blogs immer besonders skeptisch betrachte und dort meist viel seltener kommentiere als bei anderen.