Archiv für den Tag: 21. Juni 2012

Das Kronthal

Noch ein paar weitere Quellwässer gefällig? Dann geht mit mir auf einen Spaziergang durch das Kronthal. Heute war das Wetter zwar nicht wirklich sommerlich toll, aber endlich mal wieder trocken und auch warm. Bei uns unten sogar eher schwül, aber im Taunus sehr angenehm. Nachdem ich euch am Sonntag die Heilwässer von Bad Soden gezeigt habe, geht es heute etwas rustikaler und naturnaher zu. Zwischen Schwalbach am Taunus – das etwa die gleiche Höhe wie Bad Soden hat – und dem Taunusort Kronberg (mit Burg und Opelzoo), der schon wesentlich höher liegt, befindet sich (das) Kronthal. Es gehört heute touristisch gesehen zur Regionalparkroute. Wer sich auf den nicht ganz unbeschwerlichen Radweg von der Nidda bis zum Opelzoo macht, kommt auch durch (das) Kronthal. In diesem Gebiet gibt es zahlreiche Heilquellen und kleine Bäche, die inzwischen wieder renaturiert wurden. Das Tal hat eine wechselvolle Geschichte und fiel nach der Kaiserzeit erstmal in Dornröschenschlaf. Es ist ein sehr feuchtes, um nicht zu sagen sumpfiges Tal, und man bleibt besser auf den Wegen. Inwieweit der Name Kronthal jemals mit dem bestimmten Artikel davor genutzt wurde, weiß ich nicht. Aber es ist ja  tatsächlich ein Tal und hieß ursprünglich Sauerbornstal. Tatsächlich Sauerborn”s”tal, auch wenn  es seltsam klingt.

Wegweiser

Der Taunus ist durch Wanderrouten optimal erschlossen und man kann beispielsweise auf der “Schinderhannesroute” den gesamten Taunus zwischen Main und Lahn umrunden. Der “Schinderhannes” war so eine Art Robin Hood des Taunus. Es ranken sich zahlreiche Legenden um ihn. Zurück zum Quellenpark im Kronthal. Die erste Station meines Spazierganges führte nach einem Stückchen Wildnis zu einer gepflegten Anlage mit mehreren Quellen, von denen eine als Tretbecken nach Kneipp gefasst ist.  Das Becken nebenan, das offenbar sehr eisenhaltiges Wasser führt, faszinierte mich mit seinem Farben und Sedimenten jedoch weit mehr. Eine runde Brunnenanlage enthält nochmal drei weitere Sprudel – Säuerlinge, von denen mir die Wilhelmsquelle am besten geschmeckt hat. Die sprudelte auch am üppigsten, die Nymphenquelle hingegen tröpfelte nur ab und an mal. Kronthaler Wasser wird noch immer abgefüllt und verkauft.

Collage Kronthaler QuellenCollage Kronthaler Quellen

Quellabfluss

Hier fließt das eisenhaltige Wasser in das nächste Bächlein ab.

Das Kronthal war zu Kaisers Zeiten wohl auch mal im Stil eines Landschaftsparks angelegt worden und man versucht das heute wenigstens teilweise wieder nachzuempfinden. Mein Weg führte mich dann auch zu einer Terrassenanlage mit Boule- bzw. Petanque Spielplätzen. Zwischendurch wurde der Blick immer wieder an mächtigen Stämmen alter Bäume himmelwärts gezogen.

Collage Landschaftspark

Als ich an dem Kunstwerk aus Sandstein vorbei kam – ich nehme an, dass die Spirale Bezug auf die Quellen nimmt – erfüllte schon ein lautes, nicht zu überhörendes Brummen die Luft – eindeutig Bienen! Ich habe mich vorsichtig umgesehen, konnt aber nichts entdecken. Im Verlauf des weiteren Spaziergangs vergaß ich das erstmal wieder, zumal es jetzt kräftig bergauf ging. Heraus kam ich bald darauf an einem Obstlehrgarten, der einen tollen Blick auf Kronberg bietet und öffentlich zugänglich ist. Hier gibt es viele Obstbäume zu sehen, alle schön beschriftet und in allen hängen die unterschiedlichsten Nistkästen – ganz toll gemacht.

Collage Obstbäume

Drumherum viel Naturwiese mit Blumen und Wildkräutern, eine Hecke aus Reisig und anderen Hölzern – ich war wirklich total begeistert. Mittendrin eine Bank und im Abstand von etwa zwei Metern ein Rahmen mit einer Glasscheibe, durch die man direkt auf die Kronberger Burg und die in der Nähe stehende Kirche gucken kann. Das auch auch mal schön – ohne Scheibe noch schöner – denn bislang kannte ich den Blick auf die Burg immer nur aus der anderen Richtung, also vom Opelzoo aus.

Landschaftsfenster

Am Ende der Obstlehrwiese dann ein sehr schönes Insektenhotel und das Aha-Erlebnis des heutigen Tages: das Brummen war schon wieder da, und dann gab es  plötzlich eine Informationstafel, auf der etwa Folgendes zu lesen steht: An einem warmen, sonnigen Sommernachmittag . . . ach, am besten lest ihr das selbst:

Hinweisschild DrohnenflugHatte ich doch recht gehabt – nur zu sehen war wirklich nichts.

Ich bin dort oben noch ein bisschen weiter gelaufen, schließlich aber auf dem selben Weg zurück, um wieder zu meinem Auto zu kommen. Wieder am Bouleplatz vorbei, der nun verlassen lag. Hinzu hatte mich ein alter Herr, der dort für sich alleine übte, über die Feinheiten des Petanquespiels aufgeklärt. Dann nochmal an der Theodorusquelle vorbei, die ich auch noch probieren musste.

Bouleplatz

Theodorusquelle

Theodorusquelle – sind das nicht wieder gigantische Farben, die von den Mineralsalzen hervorgebracht werden?

Und zum Schluß noch ein paar Röschen, die in der Nähe des Parkplatzes blühen:

Rosen