Archiv für den Monat: Juli 2012

Heute im TV

Ich könnte heute erst ein bisschen in Kultur machen und mir im Ersten “Der Vorleser” angucken, um anschließend mit etwas Verspätung auf ZDFneo noch in eine neue englische Krimiserie einzusteigen: “Death in paradise” soll witzig und gut sein. Die Frage ist nur, ob das zusammen passt – und ob ich überhaupt Lust habe mich schon um 20:15 Uhr vor die Glotze zu setzen. Der Film wäre es vermutlich wert . . . und irgendwie ist im Internet auch so gar nichts los. Im Moment seh ich kaum fern, einfach keine Lust. Na, jetzt geh ich erstmal Wäsche abhängen. Dann ist es eh schon 20 Uhr.

KbkM extra

Gestern aus Wallau mitgebracht:

Wandmalerei - DruckereiWandmalerei an einem Haus. Ob hier früher eine Druckerei war, kann ich nicht sagen, nur vermuten.

Fensterladen

Malerei hinter einem Fensterladen – fast lebenecht

Wappen von Wallau

Das Wallauer Wappen
In Blau befindet sich zwischen je zwei W-förmigen gekreuzten silbernen Schafscheren ein silberner Schrägbalken, der ein rotes Schwert enthält.

Bei Wikipedia wird ein “Schafstreit” erwähnt, auf den sich sicher die Schafscheren beziehen. Nur erklärt wird dieser Schafstreit nicht. Und wenn man danach googelt, so findet man – wie fast immer – zigfach den exakt abgekupferten Wikipediatext. Für den Schafstreit gibt es keine Erklärung. Soweit ich weiß, hat es aber etwas mit Abgaben an die Obrigkeit zu tun. Ich werde mal versuchen, dass ich das noch herausfinde – vor Ort, ohne Internet!

Nachtrag: Der Schafstreit ist nicht der Grund für die Schafscheren im Wappen.  1959 wurden am Südwestrand von Wallau (heute: Friedrich-Ebert-Straße) zwei Keltengräber gefunden. Das Grab des Mannes enthielt ein Langschwert und eine Schafschere. Das Wappen wurde erst später von einem Heraldiker erstellt, der diese Funde für das Wallauer Wappen nutzte. Vielen Dank liebe Schwägerin! Ich wusste doch, dass du mir das erklären kannst.

Keltengräber sind bei uns keine Seltenheit. Hattersheim ist als Keltenort bekannt, und sicher ist Glauberg in der Wetterau inzwischen überregional bekannt. Auch am Hofheimer Kapellenberg sind derzeit wieder Archäologen am graben.

 

Wanaloha

Schriftzug Wanaloha

Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen: W a n a l o h a – das klingt doch nach Südsee, nach Hulamädchen und wunderbaren Cocktails – oder etwa nicht? Also wenn ich Wanaloha höre, dann habe ich sofort diese Vorstellungen im Kopf. Aber nichts da – Wanaloha ist schlicht und ergreifend der mittelalterliche Name von Wallau, seit 1977 ein Ortsteil von Hofheim/Ts.

In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 950 von König Otto I. erstmals urkundlich erwähnt, wird der Ort als Wanaloha bezeichnet (Wana = Wasser, Loha = Wald) – so einfach ist der exotisch klingende Name zu erklären. Und dann haben die auch noch ein rotes Schwert und Schafscheren im Wappen – aber dazu später.

Eigentlich wollte ich heute nach Wiesbaden, mal wieder in den Tierpark Fasanerie. Aber wie es halt so kommt, kurz vor der Abfahrt Wallau staute es plötzlich auf allen vier Spuren Richtung Wiesbaden, und weil die A66 da gerade kerzengrade verläuft, konnte ich auch sehen – das zieht sich! Also mit aller gebotenen Vorsicht aber trotzdem fix von ganz links über alle Spuren nach ganz rechts und raus nach Wallau. Da wohnt immerhin mein Bruder, da könnte man ja mal vorbei gucken. Erst wollte ich aber noch spazieren gehen, und dachte mir, wenn die alte Landstraße nach Langenhain schon für Autos gesperrt ist, dann müsste das doch ein prima Wanderweg sein – äh, nach etwa 100m war auch zu Fuß Schluss. Die neue Schnellstraße obendrüber riegelt den Ort dort komplett ab. Frust! Neuen Weg gesucht, gelaufen, irgendwann wieder Ende der Fahnenstange. Wallau liegt wirklich am A**** d** Welt, also irgendwie sehr idyllisch und abgelegen ;-)

LärmschutzmauerHuch – Brett(er) vorm Kopf

*

Wallaufelder

Immerhin umgab mich jede Menge Natur, auch wenn ich mehrfach umkehren musste. Das erste Foto zeigt einen Blick über die Wallauer Felder Richtung Rheingau-Taunus. Die Berge des Taunus laufen hier immer flacher werdend nach Westen allmählich aus.

Rainfarn und wilde MöhreRainfarn und wilde Möhre am Wegesrand – ein sonniges Bild.

Apropos Sonne – es war heute ab Mittag wieder trocken, meistens sonnig aber viel kühler als die letzten Tage. Also was mich betrifft: äußerst angenehm, so kurz über 20°C.

DistelfalterWas tut ein Distelfalter auf dem Schmetterlingsflieder? Ab auf die Distel!

Wickerbach

Rund um die Wickerbachwiesen blühten sehr viele blaue Wiesen-Storchschnäbel (Geranium pratense) . . .

. . .  und hier setzte sich mir ein Waldbrettspiel vor die Füße.

Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

Das Waldbrettspiel (Pararge aegeria) gehört zu den Edelfaltern und in die Gruppe “Augenfalter”.

Nach etwa einer Stunde bin ich dann doch bei meinem Bruder gelandet, und  später habe ich noch einen Fotospaziergang durchs “Dorf” gemacht. Das Zentrum ist verkehrsberuhigt und es gibt viele schön restaurierte Fachwerkhäuser und Höfe zu sehen.

Am WickerbachNicht im alten Ortskern sondern zwischen Wickerbach und Hühnerberg wohnt mein Bruder.
Wallau - KircheIch weiß ja nicht, ob ich hier würde wohnen wollen. Die haben in Wallau sogar noch einen Pranger!

Kirche und PrangerKirche und Pranger – naja, so ganz original ist der nicht.

Hattsteinerhof

Hattsteiner Hof

Der ehemalige Hattsteiner Hof ist eine ursprünglich mittelalterliche Hofreite, deren Existenz bereits 1492 belegt ist. Sie wurde 1733 erneuert, das Datum wurde mit den Initialen J.H.L. (Amtsoberförster Johann Heinrich Lotz) im Schlussstein des kleinen, rundbogigen Hoftores eingemei­ßelt, dazu die Darstellung eines springen­den Hirschen. Das Wohnhaus ist ein herrschaftlich dimen­sionierter Fachwerkbau von zwei hohen Geschossen auf hohem Sockel, Krüppel­walmdach.

So – morgen geht es weiter mit ein bisschen KbkM, das ich auch in Wallau entdeckt habe. Ob ich das noch um Mitternacht reinsetze, weiß ich nicht. Das Projekt ist ja nun offiziell vorbei. Ihr könnt euch trotzdem verlinken, wenn ihr weitermacht. Entweder hier drunter oder warten bis mein Beitrag online ist.