
Dem Wetterbericht im Radio sollte man wirklich nicht zuhören, der macht einen nur ganz wuschig. Viel zu lange habe ich heute Vormittag noch gezögert, bis ich mich auf den Weg gemacht habe. Ja – nach Bayern! Wer da aber nun an München denkt oder an die herrlichen bayrischen Seen, der liegt natürlich völlig falsch. Bayern fängt für Frankfurter kurz hinter der Haustür an und zwar mit Aschaffenburg. Oder “Aschebersch” wie man bei uns sagt. Zugegeben, es war nicht gerade schön heute Morgen und vor allem sehr windig. Aber ich dachte mir, wenn der Göttergatte bei so einem Wetter den Tennisball trifft, dann kann ich auch nach Aschaffenburg fahren. Die nächsten Tage werde ich sowieso ohne Auto sein, wenn Selbiger zu seiner Schwester nach Tübingen fährt.
Aschaffenburg ist von uns aus – wenn man die südliche Route nimmt – knapp 60 km entfernt. Also wirklich nur ein Katzensprung. Und trotzdem war ich noch nie dort. Jedenfalls nicht im Zentrum. Vorgestern gab’s in der Zeitung einen kleinen Bericht über die Stadt und das hörte sich nett an. Es liegt am bzw. etwas oberhalb vom Main, ganz ähnlich wie Höchst – naja, das Schloß liegt höher, das habe ich am Ende in den Beinen gemerkt ;-) Und es ist prächtiger als das Höchster Schloß und größer.

Schloss Johannisburg vom Pompejanum aus gesehen
So ein Ausflug in eine unbekannte Stadt ist immer spannend. Auch wenn man einen kleinen Stadtplan dabei hat, weiß man doch nicht so genau, wo man rauskommt. Ich zumindest nicht. Ich bin ein Meister im Verlaufen. Aber in diesem Fall war das nicht schlimm. Ich musste nur ein paar mal mehr treppauf, treppab als nötig – ist ja gesund! Im Schloß drin war ich nicht, auch nicht im Pompejanum – was eindeutig am erstaunlich schönen Wetter lag. Im Laufe des Nachmittags wurde es richtig warm und sonnig. Einmal bin ich in eine Kirche rein – zum Abkühlen ;-)
Also – die Grünanlagen rund um das Schloss sind großartig. Ende des 18. Jahrhunderts ließ Erzbischof und Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal den sogenannten Steinernen-Gang, der über die Stadtmauer, das Zolltor und das Theoderichstor hinwegführt, als Weinlaubgang herstellen und durch den sogenannten Kapuziner-Gang mit dem ehemaligen Stadtgraben verbinden. Die Anlage ist sehr ausgedehnt und schön gepflegt. Sie wird abends ab 21 Uhr geschlossen – ich denke, das sieht man, auch wenn es dem Einen oder Anderen nicht passen wird.
Weinlaubengang
(Ich hätte in Bayern bleiben sollen! Es regnet gerade wieder, es stürmt und ist tatsächlich jetzt unangenehm kalt.)
Ich bin von diesem Weinlaubengang aus runter zum Main gelaufen und habe erst von dort aus geeshen, was die Anlage oben noch zu bieten hatte. Bevor ich mich an den zweiten Aufstieg gemacht habe, musste ich mir ein paarmal die Augen reiben. Das sah ja tatsächlich zeitweise so richtig südlich – italienisch aus.
Felsvorsprung auf dem die Stadtmauer thront
Mal wurde der Weg ganz schmal und führte an schroffen Felsen vorbei, während es links vom Pfad direkt steil in den Main runter ging . . . dann stand ich plötzlich vor einem Weinberg:
Weinberg unterhalb des Pompejanums
Das Pompejanum ist der ideale Nachbau einer römischen Villa, wie sie in Pompeii einst gestanden haben könnte. In Auftrag gegeben wurde das Pompejanum durch König Ludwig I., erbaut in den Jahren 1840–1848 nach Plänen des Hofarchitekten Friedrich von Gärtner. Heute beherbergt es eine Sammlung römischer Kunstgegenstände. Hätte es geregnet, wäre ich sicher mal reingegangen, kostet aber 5,50 Euro Eintritt.
Unterhalb des Pompejanums – nachdem man die steilen Treppen am Weinberg erklommen hat.
Ist aber kein Trinkwasser! Vermutlich Mainwasser, wäre sinnvoll.
Blick von einer höher gelegenen Terrasse auf die Stadt und den Main. Man sieht es dem Himmel schon an,
dass ich zumindest auch dort kein tadelloses Sommerwetter hatte, aber das war schon in Ordnung.
Noch ein Blick auf das Pompejanum – das soll für heute mal reichen. Ich habe noch mehr Bilder, aber die kann ich auch noch in diversen Projekten unterbringen. Und ich muss ja auch noch mein Stück Himmel posten. Was für’n Stress *gg*.
