Gibt es das heute noch, dass junge Mädchen mit Bett- und Tischwäsche, Besteck und Ähnlichem beschenkt werden, um später zur Hochzeit mit meist mehr als dem Nötigsten für einen Hausstand versehen zu sein? Also zu meiner Zeit gab’s das noch, wobei meine Eltern damit aufhörten, als klar wurde, dass ich nicht nur vorhatte Abitur zu machen sondern auch noch zu studieren. Wobei mein Vater noch vor meinem Abi starb und ich mit meiner Mutter danach kein gutes Verhältnis mehr hatte. Was ich allerdings hatte, war ein komplettes Besteck, von dem noch einige rudimentäre Überbleibsel durch unsere Küche geistern. Fragt mich nicht, wo der Rest abgeblieben ist, es war ein schönes Besteck.
Aber wie komme ich nun gerade heute auf Aussteuer? Ich habe gerade einen Zierkopfkissenbezug gebügelt, der noch aus der Aussteuer meiner Mutter (Jahrgang 1911) stammen müsste. So ziemlich das Einzige, dass ich noch von ihrer Wäsche besitze. Ein paar schwere alte Leinentücher liegen noch ganz hinten in einem meiner Schränke. Den Bezug verwende ich ab und an tatsächlich noch und bin heute ganz glücklich, dass ich mit den modernen Sauerstoffreinigern sogar noch ein paar uralte Stockflecken entfernen konnte. Paradekissen nannte man diese Kopfkissen, die nie dazu gedacht waren, dass man tatsächlich den Kopf darauf bettet. Auch bei mir liegt es nur auf der Tagesdecke und wird wenn, dann als Rückenstütze benützt, wenn ich mal im Bett lese. Habt ihr noch solche Teile?
Aus der Aussteuer meiner Mutter, vermutlich Mitte der 1920er Jahre

Ich habe in den Tiefen unseres Dachbodens noch unzählige originalverpackte Teile der Aussteuer von der Schwiegermutter gefunden …
Darunter waren mehrere Ballen unvernähten Leinens …
Und natürlich hab ich auch noch die “alte” edle Bettwäsche der Schwiegereltern …
Und unzählige Damasttischdecken samt dazugehöriger Servietten …
Auch ich wurde mit Aussteuergegenständen beschenkt – das fing mit der Kommunion an.
Mein edles WMF-Besteck in recht moderner Form besitze und gebrauche ich heute noch.
Und ich habe noch einige Leinenküchenhandtücher und Gläser …
Heute ist das GsD nicht mehr üblich solche Gegenstände zu schenken, ich war als Kind und Jugendliche auch nicht begeistert von solchen Geschenken …
Liebe Grüße, Anette
Klar hatte ich auch meine Aussteuer.
Das “gute Geschirr” habe ich noch, immer noch als “Gutes Geschirr” lach.
Vom sogenannten Alltagsgeschirr ist auch noch einiges da, obwohl ich da im Lauf der Jahre 2 x was neues gekauft habe.
Besteck, ja klar, ist auch noch da, auch noch extra. Denn für den täglichen Bedarf hatte ich ab und zu mal was gekauft, und dann mal von Aldi eine ganze Serie. Damit sind wir super zufrieden.
Bettwäsche, da habe ich noch einmal zu beziehen von damals und ein paar Bettlaken. Ich weiß, dass ich eine weiße Garnitur nie benutzt habe. Inzwischen sind wir auf Microfaser umgestiegen, nur für unsere Tochter brauch ich noch normale Bettwäsche. Bei ihr fliegen die Haare und insgesamt tut ihr Microfaser nicht gut. Aber sie ist ja nicht gerade oft hier bei uns. Nur mal für ein Wochenende so ab und an.
Ein Leintuch meiner Oma besitze ich auch noch.
Dieses Thema gefällt mir, weckt so viele Erinnerungen
Ich habe meine Aussteuer auch “gehasst” – alles ungeliebte karierte Handtücher und weiße Bettwäsche. Die habe ich dann verschenkt und mir farbige gekauft, die mir besser gefallen hat. – Eine Garnitur habe ich auch gefärbt, aber das war nicht das richtige.
Und tschüss sagt Clara
Ich kenne diese Paradekissen noch von meiner Mutter,
hat sie heute noch, doch mir kommt so etwas nicht ins Haus.
Als ich 14 war fing meine Mutter an mir zum Geburtstag und zu Weihnachten Handtücher etc. zu schenken.
Bis ich meckerte, die sind ja viel zu alt und unmodern bis ich heirate…
Lieben Gruss. kkk
…mit Holländermädchen habe ich keines, liebe Elke, aber deine Beschreibung trifft es…
wobei natürlich nicht Gardinenstange, sondern es ist extra dafür ein Holzbrett mit einer Stange fürs Übertuch und mit Haken für die Küchenhandtücher…
lieber Gruß von Birgitt
Zum Glück konnte ich mir meine Bettwäsche immer selber aussuchen. Aber ich hatte einen Patenonkel, der mir immer zu Weihnachten einen Löffel, einen Kaffeelöffel, eine Gabel oder ein Messer aus 800 Silber geschenkt hat. (Den Rest gab es dann zur Konfirmation). Wie habe ich das als Kind gehasst und ich mußte mich dafür immer auch noch schriftlich bedanken. Jetzt liegt dieses Besteck für 6 Personen verpackt hinten im Schrank, denn für den Alltag lohnt sich der Aufwand des Silberputzens nicht und für besondere Anlässe ist Besteck für 6 einfach zu wenig.
Grüßle Bellana
Bei der Tischdecke meiner Oma hab ich nur Angst, ich könnte was drauf kleckern und der Fleck geht nicht weg. Da würde ich mich ärgern. Aber stimmt, man sollte die Dinge benutzen, sich dran erfreuen und an den geliebten Menschen denken, von dem man das Teil hat.
@Träumerle Kerstin: Ach doch – irgendwie benutzen muss man die Sachen schon, finde ich. Schließlich wurden sie auch früher benutzt. Davon dass sie nur im Schrank liegen oder stehen, hat doch niemand was.
Was für ein schönes Teil! Das würde ich in Ehren halten, benutzen wahrscheinlich auch nicht. So ganz alte Teile besitze ich nicht, meine Schwiegereltern dagegen könnten damit handeln. Aber was ich damit eines Tages machen soll, keine Ahnung, es ist einfach zuviel und ich persönlich hab keine Erinnerungen daran.
Bei meinen Kindern benutzte ich ein sog. Steckkissen, das war auch aus reiner Baumwolle und ringsum verlief Borte. Da hatte ich schon drin gesteckt. Ich müsste glattweg mal bei meinen Geschwistern fragen, wer das jetzt hat. Es ging ja von einem zum anderen.
Von meiner Oma – Jahrgang 1911/wie Deine Mam – habe ich noch eine in Orangtönen bestickte große Tischdecke. Die schenkte sie mir damals zur Verlobung. Ganz selten benutzt, liegt sie auch nur im Schrank als Erinnerung an sie. Müsste ich auch mal zeigen.
Viele liebe Grüße von Kerstin.
@Marianne: Ich bin inzwischen auch der absolute Fan von guter Mikrofaserbettwäsche. Da gibt es ja gewaltige Unterschiede. Aber ich bin damit absolut happy, denn sie ist bügelfrei, hat Reißverschlüsse statt der blöden Knöpfe, die immer abgehen und fühlt sich toll an. Und ich denke, sie ist absolut auch für Allergiker geeignet.
@Birgitt: Überhandtücher? Kann ich grad nicht wirklich was mit anfangen. Aber ich erinnere mich, dass z.B. in der Küche die Handtücher an der Wand hingen und davor war so eine Art Gardinenstange mit einem bestickten Leinentuch. Nennt man das Überhandtuch? Meine Mutter hatte auch Sammeltassen. Damals fand ich sie gräßlich, heute besitze ich ein paar Rosenthal Sammelbecher mit künstlerischen Städtemotiven. Eigentlich auch nichts wirklich anderes ;-)
Oh ja – guck mal hier: Antike Überhandtücher. Genau so ein Teil mit Hollandmädchen hatte meine Mutter auch.
Das Wort”Aussteuer” geisterte auch in meiner Familie rum. Besonders meine Mutter(Jahrgang 1905) war darauf bedacht, daß für mich was in die Truhe kam. Irgendwie fand ich das als Kind lächerlich, wer denkt da ans Heiraten.
Ich bin auch ab 18 meinen eigenen Weg gegangen, da hat mich keine Aussteuer interessiert. Ich glaube ich bekam damals weiße Damastbettwäsche. Als dann bunte Bettwäsche modern wurde, war die weiße passe. Mit der mußte man ja auch noch zur “Rolle”- so eine riesige Maschine durch die die Bettwäsche dann lief.
Meine liebe Mama hatte so ein bißchen den Hang zum “Höheren”, also sie fand Aussteuer super wichtig.
Ein Glück, daß diese Zeiten vorbei sind.
Solche Paradekissen (was für ein Wort) kenne ich auch noch.
LG
Brigitte
…das muss ich jetzt noch los werden:
ich habe Sammeltassen bekommen!?! also als Aussteuer…jedes Weihnachten und jeden Geburtstag eine neue dazu…
heute für mich unvorstellbar, aber damals fand ich das sogar toll…
…also ich weiß gar nicht genau, liebe Elke, ob ich mich hier wirklich outen soll…ein bißchen peinlich ist das schon…
ja ich habe noch Teile aus meiner Aussteuer…irgendwie gehen die Handtücher und die Bettwäsche einfach nicht kaputt, obwohl sie immer wieder mal im Gebrauch sind…modern sind sie zwar nicht, aber ich finde irgendwie zeitlos -also so von den Farben und Mustern her-…oder ich hatte einfach soviel davon, dass immer noch welche da sind…
…von meiner Oma habe ich noch Überhandtücher -kennst du die noch?, die hängen bei mir in der Küche, also immer ein anderes, weiß aber nicht, ob die aus ihrer Aussteuer waren oder von später…
..ich habe noch so einige Erinnerungsstücke von meinen Großeltern, die mag ich sehr gern um mich haben, aber mit Aussteuer hat das jetzt eigentlich nichts zu tun…um dazu nochmal zurück zu kommen, also ich kenne niemand, der heute noch eine Aussteuer geschenkt bekommt, denn das war ja früher eher, um für den eigenen Hausstand überhaupt was zu haben nach der Hochzeit, heute kaufen sich die Jungen ja das , was ihnen gefällt…
na mit dem Thema hast du wohl was bei mir ausgelöst, ich höre jetzt mal lieber auf…
wünsch dir noch einen schönen Montag,
lieber gruß von Birgitt
Ohh, diese Bettwäsche hatte meine Oma und ich einige Kopfkissenbezüge davon. Fand sie immer sehr schön, waren aber irgendwann zerschlissen.
Paradekissen wurden sie wirklich genannt und meine Oma achtete auch darauf, dass sie immer ganz prall mit den besten Daunen gefüllt waren.
Heute habe ich Mikrofaserbettwäsche, aber meine Tochter besteht auf ganz simple Baumwollbettwäsche, da sie Allergien entgegentreten möchte…ich weiß aber nicht ob das richtig ist, denn Mikrofaser ist so fein gewebt, dass sie sogar für Allergiker geeignet ist. Aussteuer bekamen wir früher als Handtücher, das gibt es heute aber alles nicht mehr.
Bewahre das gute Stück schön auf.
GLG Marianne
