Buchbesprechung

Jane Eyre          Fertig gelesen habe ich “Jane Eyre” von Charlotte Brontë, einen Klassiker der viktorianischen Literatur. Diesen Roman kann man bei Amazon als kostenlosen Download für den Kindle bekommen. Das Buch ist im Stil einer Autobiographie geschrieben und spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in England.  Die Hauptperson ist eben  Jane Eyre, zunächst ein Waisenkind, das völlig mittellos von entfernten und ihm keineswegs gutgesinnten Verwandten aufgenommen wird. Jane ist alles andere als still und unterwürfig und entspricht mit ihrem wachen, fordernden Geist keineswegs dem viktorianischen Geist eines gehorsamen kleinen Mädchens. Sie kommt sehr bald in eine Art Internat – ich möchte es eher Erziehungsanstalt nennen – in der sie zunächst ebenfalls wenig Liebe kennenlernt. Das Leben dort ist erbarmungswürdig. Es bessert sich für sie mit der Zeit und nach ihrer Schulzeit bleibt sie dort zunächst als Lehrerin, bis sie sich schließlich eine Stelle als Gouvernante in einem adelige Haus sucht.

Mehr will ich nicht verraten, falls ihr den Roman nicht kennt und vielleicht selbst lesen wollt. Ich fand ihn teils faszinierend, teils aber meinem eigenen, modernen Denken so sehr widersprechend, dass ich dazu z.B. in einer Lesegruppe viel zu sagen hätte. Einerseits lernt man in Jane Eyre eine Frau kennen, die durchaus einen aufmüpfigen Geist besitzt und Gedankengänge hat und ausspricht, die einer späteren Suffragette würdig wären, dann aber ist sie wieder so sehr dem Geist der Zeit unterworfen, dass es fast schmerzt. Die Einschränkungen durch die Religion und durch die gesellschaftlichen Normen scheinen mir heute kaum erträglich. Wie auch immer – dieses Buch ist durchaus wert gelesen zu werden.

Die kostenlose Downloadausgabe hat aber ihre Macken. Nicht nur, dass der altertümliche Stil manchmal schwer zu lesen ist, ich habe mich auch gefragt, wer zum Henker das Buch übersetzt und gedruckt hat. Ich habe selten einen Text in den Händen gehabt, der so viele “Tippfehler” enthält. Möglicherweise ist es ein Programm gewesen, denn man kann feststellen, dass grundsätzlich der Buchstaben “k” mit einem “l” vertauscht wird und ähnliches mehr. Aber gut – man gewöhnt sich daran, lesen kann man den Text trotzdem, und wie heißt es so schön: einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul.

Ich weiß nicht so recht, wie viele Sterne ich vergeben soll, mit solchen Klassikern habe ich keine Erfahrung. Aber vielleicht sind 4 Sterne angebracht , also durchaus empfehlenswert.

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Mehr habe ich heute nicht zu erzählen. Unser Wetter in Frankfurt war etwa so wie gestern, tagsüber recht warm, morgens und jetzt am Abend eher etwas kühler. Das ist im Grunde sehr angenehm. Auch heute immer mal wieder dichte Wolken am Himmel, die sich aber immer wieder verzogen haben. Es ist trocken geblieben. Jetzt geht allmählich die Sonne unter, der Himmel wirkt etwas gelblich. Unternommen habe ich nichts, es gab im Haushalt genug zu tun oder ich habe gelesen. Nach dem viktorianischen Klassiker habe ich nun einen sehr spannenden Krimi für ganze 99 Cent auf dem Kindle. Ich muss immer wieder sagen, dass dieser Reader für mich eine echte Entdeckung war und ist. Dass Stöbern bei Amazon macht Spaß. Man kann sich vornehmen nach kostenlosem Lesestoff oder zumindest nach sehr preiswertem zu suchen, oder wenn einem danach ist, eben auch ein Buch aus der Bestsellerliste downloaden. Billiger als das gedruckte Buch ist es immer.

2 Gedanken zu „Buchbesprechung

  1. Elke Artikelautor

    @Sunsy: Dann kennst du sicher auch “Sturmhöhe” von der jüngeren Brontë-Schwester Emily. Das lese ich nun und weiß endlich mal, wer “Heathcliff” ist. Dieser Herr wird ja in vielen englischen Romanen zitiert.

  2. Sunsy

    Hach ja… dieses Buch habe ich vor Jahren bereits 2x gelesen… ich glaube, das wird demnächst wieder einmal fällig. Ich bin gespannt, ob ich inzwischen auch gewachsen bin ;) Als ich es das erst Mal las – mit 18 -, musste ich nachts aufstehen und das Buch zu Ende lesen, sonst hätte ich nicht schlafen können *ggg* – ich hätte 11/10 Punkte gegeben, hätte ich damals schon Rezensionen geschrieben. Wie alt ich beim zweiten Mal war, weiß ich gar nicht mehr, aber dies ist zumindest ein Buch, dass ich immer wieder mal lese…

    Liebe Grüße und hab ein schönes Wochenende, liebe Elke

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