Mal schnell eine Besprechung des Buches “Im Labyrinth der Fugger” von Rebecca Abe, das ich mir vor ein paar Tagen auf den Kindle geladen habe.
Ganz ehrlich: Ich fand es enttäuschend. Ich kann immer wieder nur feststellen, dass ich doch irgendwie andere Maßstäbe an einen guten (historischen) Roman lege, als viele andere Amazon Rezensenten. Dort ist diese Buch fast durchweg gut beurteilt worden. Die Kaufmannsfamilie Fugger aus Augsburg hat mich spätestens seit den 1980er Jahren interessiert, als ich zum ersten Mal in Augsburg war.
Bei Amazon heißt es zum Buch: “Ein Renaissance-Thriller auf den Spuren von Anna Jakobäa Fugger, die sich von einer künstlerisch begabten Träumerin zu einer eigenwilligen, starken Frau entwickelt und ein verbrecherisches Komplott innerhalb der eigenen Familiendynastie aufdeckt. Beste Unterhaltung für Fans spannender Historienromane!”
Zunächst hat mir der Schreibstil überhaupt nicht gefallen, dem Roman fehlt eine Struktur. Häppchenweise bekommt man in extrem kurzen Kapiteln, die von einem Schauplatz zum anderen hüpfen, Personen und sicher historisch gut recherchierte Scheußlichkeiten des ausgehenden Mittelalters (oder besser der beginnenden Neuzeit) präsentiert. Die wenigstens Personen wurden mit einem wirklich nachvollziehbaren Charakter ausgestattet, als dass sie für mich als Gestalten lebendig werden konnten. Der historisch verbürgte Pater Canisius stellt da eine der wenigen Ausnahmen dar. Selbst die weibliche Protagonistin Anna bleibt für mich eher blass. Ein echtes Format bekommt sie allenfalls ganz am Ende. Am besten gelingt es der Autorin noch dem Leser den Schmutz und Gestank dieser Zeit zu vermitteln. Aber schon seit Anne Golon und ihren Angeliqueromanen wissen wir, dass sich die feinen Herrschaften in Schlössern hinter Spiegeln und in sämtlichen Ecken erleichterten.
Obwohl ich “gut recherchiert” geschrieben habe, bin ich mir was die Sprache der handelnden Personen angeht, da alles andere als sicher. Es gibt zwar reichlich altertümliche Begriffe, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine gut erzogene Tochter der Fuggerfamilie (16. Jahrhundert!) Ausdrücke benutzt, die man vielleicht in unserem Jahrhundert suchen würde: da ist von einem “Breitarsch” der Nonne die Rede, von “verrecken” oder “katholischem Gesülze” und anderem mehr. Dann – völlig unvermittelt – fällt der selben Person ein, einen Fuhrknecht wie einen höher gestellten Adeligen anzusprechen:”Vollbringe ER es! Töte Er mich!” (So oder ähnlich, ich habe das Buch aus lauter Enttäuschung schon wieder gelöscht.)
Nur weil ich aufgrund der großen Hitze dieser Tage zu wenig anderem fähig war, habe ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen. Ich empfand es als zäh wie Kaugummi, kein Vergleich mit den gerade gelesenen Hebammenromanen von Sabine Ebert.
Fazit: Ich vergebe hier Punkte höchstens für die historische Recherche:
– eher weniger. Ich würde von diesem Buch abraten. Der Download bei Kindle kostet immerhin 9,99 Euro. Das ist für dieses Buch eindeutig zuviel, zumal es auch schlecht lektoriert wurde. Grammatik- und Rechtschreibefehler sind mir ebenfalls aufgefallen.
Noch eine Überlegung, die sich mir aufdrängte, aber natürlich völlig haltlos sein kann: Rebecca Abe – klingelt es bei euch? Ich weiß inzwischen, dass diese noch recht unbekannte Autorin unter verschiedenen Pseudonymen schreibt, aber ich weiß nicht, ob das ihr richtiger Name ist. Da gibt es aber eine sehr bekannte und erfolgreiche Autorin von historischen Romanen: Rebecca Gablé . . . ein Schelm, der Böses dabei denkt.
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✿˙·٠•●♥ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ♥●✿ Regen erwünscht ! ✿●♥ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ♥●•٠·˙✿
Mittlerweile verdichten sich bei uns die Wolken. Einige wenige Regentropfen sind schonmal runtergekommen, aber da kommt sicher noch was nach – wäre auch dringend nötig. Da ich seit Mittag auch drückende Kopfschmerzen habe und schwitze wie verrückt, warte ich nun auf ein reinigendes und abkühlendes Gewitter. Bei der gegenwärtigen der Qualität unserer Gewitter bin ich mir allerdings nicht so sicher, wie sehr ich mir ein solches wünschen soll.






