Gartenzaun
Ich habe gestern ständig überlegt, warum mir das Google Doodle so vertraut vorkam. Inzwischen ist es mir eingefallen. Als ich vor vielen Jahren meine erste Homepage gebastelt habe – das war eine Webseite für meine Praxis – gab es noch nicht viele Möglichkeiten sowas als Laie zu gestalten. Ich fand damals in einer Zeitschrift eine CD mit einem einfachen Programm von NetObjectFusion, mit dem ich es versucht habe. Und unter den wenigen Designs, die überhaupt zur Verfügung standen, war so ein Gartenzaundesign. Wenn ich heute darüber nachdenke, kann ich mir ein Schmunzeln natürlich nicht verkneifen – ein Gartenzaundesign für eine Zahnarztpraxis! Kommt mir inzwischen schon etwas abwegig vor. Allerdings hatte ich ja auch eine Naturheilpraxis, dazu passte es dann schon wieder besser. Aber im Grunde war das damals in den Anfängen des Internets völlig wurscht. Kaum ein Arzt oder Zahnarzt hatte überhaupt eine Internetseite. Das war schon ziemlich innovativ und sogar noch ein bisschen gefährlich, denn Werbung jeglicher Art war uns damals noch strikt verboten. Der erste deutsche Kollege, der überhaupt eine solche Praxishomepage ins Netz stellte, musste sich dafür noch vor Gericht verantworten.
Ich habe gerade mal recherchiert, was von mir im Netz noch zu finden ist, weil ich gar nicht mehr weiß, wann ich zum ersten Mal im Internet aufgetaucht bin. Die “Way back-machine” kommt bis zum Juli 2001. Aber da hatte die Seite schon ein anderes Design und ich schrieb dort, dass ich meine Seite für die Naturheilpraxis aufgegeben habe. Mir fällt jetzt auch wieder ein, dass ich ganz zu Anfang eine ewig lange Telekom URL hatte, bevor ich mir eigenen Webspace besorgt habe. Schade, dass ich darüber keinerlei Aufzeichnungen mehr habe. Ich schätze, es wird 1998 oder so gewesen sein, dass ich ins Internet gegangen bin.
Mittlerweile hat sich soviel verändert. Vor allem auch der eigene Anspruch an die Optik der Internetpräsenz. Neulich bin ich mal wieder zufällig auf so einer blinke-blinke-Seite gelandet, wie wir sie vor 10, 12 Jahren fast alle mal hatten. Sowas geht für meinen Geschmack heute gar nicht mehr. Aber die ganz jungen User sind vielleicht anderer Ansicht.
Vorlieben
Für Freunde aufwändig animierter Google Doodles gibt es heute eines zu Ehren Stanislaw Lems, das sich wirklich sehen lassen kann. Mein Mann ist ein Fan von Lems Romanen. Er liest überhaupt sehr viel Science Fiction, während ich mehr der Fantasytyp bin.
Ihr müsst es in Aktion sehen, so sieht es nach nicht viel aus.
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Bei Büchern haben wir also einen recht unterschiedlichen Geschmack, anders bei Musik etc. Neulich wollte ich schon zum Tod von Franz Josef Degenhardt ein paar Worte schreiben, irgendwie passte es aber gerade nicht.Ich hatte zuviele andere Beiträge. Kurz davor hatte Wolf Biermann Geburtstag und nun ist Georg Kreisler gestorben. Alle Drei gehören irgendwie eng zu unserer Jugend. Sie war geprägt von politischen Liedermachern und politischem Kabarett. Es gab noch nicht diese seichte Comedy, wie wir sie heute ständig im Fernsehn angeboten bekommen und die ich total ablehne. Es gibt natürlich auch immer noch gute Sachen oder zumindest solche, über die ich noch lachen kann. Aber spätestens bei Leuten wie Mario Barth rollen sich mir die Fußnägel auf. Wobei ich glaube, dass einige dieser Typen in ihrem privaten Leben ganz anders sind als sie sich auf der Bühne geben. Ist das nicht schade? Ich mag authentische Künstler, Leute bei denen ich weiß, dass sie auch was im Kopf haben und man ihnen das an ihrer Kunst auch anmerkt. Es muss ja gar nicht immer hochpolitisch sein – aber wenigstens intelligent.
Link zu Youtube: Georg Kreisler: “Als der Zirkus in Flammen stand” – eines seiner bittersten Lieder und “Tauben vergiften“: sicher eines seiner bekanntesten
Link zu Youtube: Franz Josef Degenhardt: “Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“
Link zu Youtube: Wolf Biermann: “Trotz alledem“ – ein Klassiker mit neuem Text (Trotz alledem ist im Original der Text eines vertonten Gedichtes von Ferdinand Freiligrath. Das Lied entstand kurz nach der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49, als König und Adel mit militärischen Mitteln versuchten ihre Macht wiederherzustellen.) Ursprünglich kannte ich das Lied von Hannes Wader, auch so ein Wegbegleiter. Die erste Strophe geht so:
Das war ‘ne heiße Märzenzeit,
Trotz Regen, Schnee und alledem!
Nun aber, da es Blüten schneit,
nun ist es kalt, trotz alledem!
Trotz alledem und alledem –
trotz Wien, Berlin und alledem –
ein schnöder scharfer Winterwind
durchfröstelt uns trotz alledem!
Aussteuer
Gibt es das heute noch, dass junge Mädchen mit Bett- und Tischwäsche, Besteck und Ähnlichem beschenkt werden, um später zur Hochzeit mit meist mehr als dem Nötigsten für einen Hausstand versehen zu sein? Also zu meiner Zeit gab’s das noch, wobei meine Eltern damit aufhörten, als klar wurde, dass ich nicht nur vorhatte Abitur zu machen sondern auch noch zu studieren. Wobei mein Vater noch vor meinem Abi starb und ich mit meiner Mutter danach kein gutes Verhältnis mehr hatte. Was ich allerdings hatte, war ein komplettes Besteck, von dem noch einige rudimentäre Überbleibsel durch unsere Küche geistern. Fragt mich nicht, wo der Rest abgeblieben ist, es war ein schönes Besteck.
Aber wie komme ich nun gerade heute auf Aussteuer? Ich habe gerade einen Zierkopfkissenbezug gebügelt, der noch aus der Aussteuer meiner Mutter (Jahrgang 1911) stammen müsste. So ziemlich das Einzige, dass ich noch von ihrer Wäsche besitze. Ein paar schwere alte Leinentücher liegen noch ganz hinten in einem meiner Schränke. Den Bezug verwende ich ab und an tatsächlich noch und bin heute ganz glücklich, dass ich mit den modernen Sauerstoffreinigern sogar noch ein paar uralte Stockflecken entfernen konnte. Paradekissen nannte man diese Kopfkissen, die nie dazu gedacht waren, dass man tatsächlich den Kopf darauf bettet. Auch bei mir liegt es nur auf der Tagesdecke und wird wenn, dann als Rückenstütze benützt, wenn ich mal im Bett lese. Habt ihr noch solche Teile?
Aus der Aussteuer meiner Mutter, vermutlich Mitte der 1920er Jahre
Semesterbeginn
In diesen Tagen begann das neue Herbstsemester an den Universitäten und ich habe gerade darüber nachgedacht, dass es in diesem Jahr bei mir exakt 40 Jahre her ist, dass ich anfing Zahnmedizin zu studieren. Diesen Stress mit überfüllten Hörsälen und mangelnden Unterkünften kannten wir noch kaum. Es war zwar auch damals schon schwer auf Anhieb einen Platz in einem Studentenwohnheim zu finden, aber man fand meistens immer noch irgendwo ein Zimmerchen für bezahlbares Geld. Übervolle Hörsäle gab es fast nur bei den Geisteswissenschaften, da wo man für’s Lehramt studierte. In der Medizin und gar in der Zahnmedizin war das alles noch sehr überschaubar. Noch drängten nicht alle Kinder zum Abitur bzw. wurden noch nicht von den Eltern dorthin gedrängt, eher im Gegenteil. Und noch lief die Emanzipation in ihren Kinderschuhen und Mädchen waren in naturwissenschaftlichen Studiengängen absolut in der Unterzahl .
Wir waren damals gerade 17 KommilitonINNen im Erstsemester Zahnmedizin und zum ersten Mal überhaupt fast so viele Mädchen/Frauen wie Männer. Ich habe das in meinem Buch “Wer den Nerv trifft, hat verloren” auf den ersten Seiten beschrieben. Damals war so Vieles im Umbruch. Irgendwie passt das fast nahtlos zu meinen gestrigen Gedanken beim Lesen des Buches “Das geheime Spiel”. Auch wenn sich die Rolle der Frauen schon in den 1950er Jahren zu wandeln begann, ging das mit der Frauenemanzipation erst so richtig in den späten Sechzigern los und dauerte noch etliche Jahre bis es sich in den Köpfen auch festgesetzt hatte. Bis in die Fünfziger Jahre hinein gab es an den Grundschulen viele “Fräuleins”, weil man noch das Lehrerinnenzölibat kannte. Wobei ich gestehen muss – das hatte auch was für sich. Wenn ich daran denke, wie oft die weiblichen Lehrkräfte (männliche gab es eh kaum) während der Grundschulzeit vor allem bei meinem jüngeren Sohn wegen Schwangerscahft wechselten – das war schon heftig und für die Kinder nicht gerade toll. So hat je nach Perspektive auch wieder alles seine zwei Seiten.
Bevor ich hier wieder ins Schwafeln komme, hör ich lieber auf *lach*. Die Zeit vergeht und man wird älter und älter – so ist das nun mal.
Lanzarote
Juhu – ich habe Post von einer meiner Lieblingsinseln. Die liebe Moni vom Reflexionsblog hat geschrieben und ich freue mich sehr.
Als wir noch mit unseren Jungs in Urlaub fuhren/flogen – ist schon ‘ne ganze Weile her – gehörten die kanarischen Inseln mit zu unseren Lieblingszielen. Überhaupt sind wir ausgesprochene Inselfans. Zwar waren wir mehrfach auf Fuerteventura, weil es dort im Club Aldiana mit Kindern einfach perfekt war (Flo und ich haben dort Tauchen gelernt), aber auch Lanzarote fanden wir toll, beeindruckend vor allem. Die Strände können zwar mit denen von Fuerte nicht mithalten, aber die von Vulkanen geprägte Landschaft ist wirklich etwas ganz Besonderes. Den Timanfaya-Nationalpark sollte man gesehen haben. Außerdem ist die Insel sehr stark geprägt von den Werken des Künstlers César Manrique. Da gibt es viel zu gucken und auch Kinder haben dabei ihren Spaß. Irgendwann muss ich nochmal nach Lanzarote. Eigentlich könnte ich ständig unterwegs sein, wenn ich das nötige Kleingeld dafür hätte, und fast immer wären es Inseln: die Kanaren, Korsika, die griechischen Inseln in der Ägais . . . und dann die Fernziele wie die Malediven zum Tauchen – da gibt es so viele *seufz*. Aber wer kümmert sich dann um meinen Garten?















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